Verspieltes Vertrauen
Sicherheit bedeutet immer auch ein Stück weit Administrationsaufwand und Komfortverlust, zumindest bei Systemen, die flexibel und für viele Aufgabenbereiche anpassbar sein sollen. Es ist kaum verwunderlich, dass sich technisch notwendige Restriktionen dem weniger vorgebildeten Käufer schlechter vermarkten lassen als ein Produkt, das “Out Of The Box” läuft und kaum Konfigurationsaufwand verursacht. Es bedurfte einigen netzweiten Erdbeben, um den Kundenkreis zumindest etwas für diese Belange zu sensibilisieren. Microsofts Verdienst allerdings war das nicht - zu lange gaukelte man eine heile Welt vor und schob alle Schuld auf den Endanwender, konzeptionelle Schwächen wurden mit immer fadenscheinigeren Argumenten abgetan.
Service Pack 2 sollte das ändern, mit restriktiveren Voreinstellungen und anpassbareren Sicherheitsmechanismen, selbst bei möglichem Komfortverlust oder zu erwartenden Kompatibilitätsproblemen. Ein Schritt in die richtige Richtung, von vielen lange erwartet und mit entsprechendem Wohlwollen honoriert. Niemand wird ernsthaft angenommen haben, das eine solche Umstellung reibungslos und fehlerfrei von statten geht - dazu ist ein solches Vorhaben zu komplex. Verwundern mag nur die Art und Weise, wie Microsoft mit Hinweisen auf offensichtliche Schwachstellen ihres neuen Konzepts reagiert. Der neue, frische Wind scheint schon jetzt wieder abzuflauen: Wo eben noch verlorenes Vertrauen zurück gewonnen werden konnte, wird es durch altbekannte Verhaltensweisen schnell wieder verspielt.
Einen kurzen Erfahrungsbericht dazu liefert heise Security.
