/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

Einfache Lügen

Groklaw berichtet über neue Reaktionen zur - soweit inhaltlich bekannt - unsäglichen Studie der Alexis de Tocqueville Institution (AdTI). Neben Andrew S. Tanenbaum und Linus Torvalds meldeten sich nun unter anderem auch Richard Stallman und Peter H. Salus, Author des Werkes “A Quarter Century of UNIX”, zu Wort. Stallman wirft Kenneth Brown, dem Verfasser der Studie, die beabsichtigt missbräuchliche Nutzung von Begriffen wie dem des “Erfindens” vor. Niemand habe UNIX alleinig “erfunden” (“You don’t ”invent“ an operating system or a kernel, you write it.”). Auch Salus schlägt in die selbe Kerbe: Wissen baue immer auf Vorwissen auf, ähnlich verhalte es sich mit Betriebssystemen - auch hier basiere das eine auf Erfahrungen mit anderen. Selbst Dennis Ritchie und Ken Thompson, gemeinhin als die Urväter von UNIX bekannt, erhielten 1983 den Turing Award für die “Entwicklung und Implementierung” des UNIX-Betriebssystems, nicht für dessen “Erfindung”. Ob es hier überhaupt noch eine Rolle spielt, dass Linus Torvalds sich selbst nie als “Erfinder” irgendeines Betriebssystems bezeichnet hat?

Beschämend ist die Offensichtlichkeit, mit der die AdTI ihre Lobbyarbeit betreibt. Einfach und plump, getreu der Erkenntnis Alexis de Tocquevilles: “It is easier for the world to accept a simple lie than a complex truth”. Welch bittere Ironie.

Es sei nochmals an Tanenbaums Eindrücke erinnert, als Kenneth Brown ihn angeblich zur UNIX-Historie interviewte: “I don’t believe for a nanosecond that Brown was trying to do a legitimate study of IP and open source or anything like that. I think he was trying to make the case the people funding him (which he refused to disclose to me despite my asking point blank) wanted to have made.

Die Veröffentlichung der Studie von Kenneth Brown wurde nun verschoben, um Browns Reaktionen auf die bisher geäußerte Kritik einzuarbeiten und dem Umstand, das Linus Torvalds in Zukunft beabsichtigt, nur noch Code eindeutig bekannter Herkunft im Kernel zu akzeptieren, Rechnung zu tragen. Bei der bisherigen Vorgehensweise der AdTI kann man über die wahren Beweggründe dahinter nur trefflichst spekulieren. Die Website der AdTI selbst nimmt übrigens noch keine Notiz von der bisherigen Kritik an ihrer Studie, vorhandene Links zu Torvalds’ oder Tanenbaums Statements zeigen bisher auf brachliegende Baustellen (“Under Construction”).

Die treffendsten Zitate von Groklaw in kurzer Übersicht:

Richard Stallman:
The purpose of this report is to confuse, to cause fear, uncertainty and doubt. These people have taken money from Microsoft, they’ve tried this before, and now they’re trying to do it again. [...] You don’t “invent” an operating system or a kernel, you write it. Copyright doesn’t cover ideas; it’s your expression of those ideas.
Peter H. Salus:
Alexis de Tocqueville observed that it is easier for the world to accept a simple lie than a complex truth. So there’s a painful irony when we’re forced to recognize the validity of de Tocqueville’s remark in a May press release from the head of the Alexis de Tocqueville Institution, Ken Brown. [...] Knowledge builds on previous knowledge. Operating systems build on one another.
Eric Raymond:
Judging by these excerpts, this book is a disaster. Many of the claimed facts are bogus, the logic is shoddy, some of the people you claim to have used as important sources have already blasted you for inaccuracy, and at the end of the day you will have earned nothing but ridicule for it.

//nuff said

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