Glaubenssache
Mit einem ähnlichen Ergebnis möchte ich dennoch etwas anders argumentieren: Ein einseitiger Religionsunterricht, ob nun christlicher oder islamischer Prägung, hat an deutschen Schulen prinzipiell nichts zu suchen, genausowenig wie Kruzifixe, Kopftücher und andere Glaubensbekenntnisse. Religion ist Privatsache und sollte nicht ungewollt aufoktroyiert werden, schon garnicht von Staats wegen. Die Gemengelage der Kirchensteuer ist befremdlich verquirlt genug.
Als Alternative stünde dem aufgeklärten Land der Dichter und Denker ein verpflichtender Ethik- oder Philosophieunterricht sehr viel besser zu Gesicht, in dem neben einer neutralen Aufarbeitung der Weltreligionen auch große Geister zu Wort kommen sollten, die es zur Abwechslung mal unter Einsatz des eigenen Verstandes probierten. Integration schliesslich fängt mit dem Wissen um die eigene Herkunft an und ist mit dem unabdingbaren Verständnis anderer Kulturen, Religionen und Denkweisen noch lange nicht am Ziel - von reifen, weil humanistisch gebildeten Persönlichkeiten noch garnicht angefangen.
Braucht es womöglich andere Konzepte didaktischer Natur? Gar mehr Lehrstellen und Wochenstunden? Sicher ist nur eins: Kultur verliert sich schnell, und der hochgezüchtete Fachidiot alleine kann nich das Ziel einer staatlichen Bildungspolitik sein - dieses Ziel ginge am Schluss zu Lasten aller.
