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Die ultimative Lobhudelei

Heise online berichtet über eine Untersuchung des Bundeswirtschaftsministeriums, nach der nur 45 Prozent der Unternehmen mit weniger als neun Mitarbeitern eine eigene Homepage haben - meist des “fehlenden Know-Hows” wegen. Oft seien aber auch die Seiten der im Netz vertretenen Unternehmen nicht viel mehr als inhaltsleere Visitenkarten, die kaum Informationen abseits des lokalen Wetters böten. Neue Vertriebskanäle würden so kaum erschlossen.

Aus diesem Grund berät Guido Zakrzewski vom Beratungs- und Informationszentrum Elektronischer Geschäftsverkehr (BIEG) Hessen seit einiger Zeit die Mitglieder der Industrie- und Handelskammern:

Das BIEG rät den Unternehmen, ihren Internet-Auftritt von Profis entwerfen zu lassen. Die Kosten zwischen 1500 und 4000 Euro machten sich schnell bezahlt. “Nichts ist schlimmer als eine amateurhaft gestaltete Homepage”, warnt der Fachmann. Zu den schlimmsten Fehlern gehörten inhaltsleere Seiten, auf denen keine Angaben über Produkte, Dienstleistungen oder Preise zu finden sind. [...] Die Startseite müsse klar gegliedert sein und einen schnellen Zugriff auf die gesuchten Informationen ermöglichen. Lange Fließtexte, zu viele Bilder und grafische Elemente, eine zu kleine Schrift und lange Ladezeiten wirken eher abschreckend auf die Besucher [...] “Der Kunde, aber auch der Konkurrent sind nur einen Klick weit entfernt”.

Vermutlich um anderen Unternehmen ein Beispiel zur Orientierung zu geben, vergibt das Deutsche Handwerk mittlerweile einen der unzähligen, netzweiten “Internetpreise”. Die Begründung der Jury für den erkorenen Preisträger des Jahres 2002, den Flötenbauer Mollenhauer aus Fulda, liest sich überzeugend:

Der Jury hatte besonders gut gefallen, dass das Unternehmen “virtuos alle Register der Internetpräsentation zieht”. So gibt es für Kunden nicht nur eine Bestellmöglichkeit, Musikliebhaber können sich auch über Seminare informieren, Wissenswertes über die Instrumente erfahren oder sich sogar über eine Webcam den Bau einer Blockflöte in einer Werkstatt anschauen. Zudem gibt es “Einstiegstore” zu weiteren Seiten rund um die Blockflöte.

Wie wichtig dem Unternehmen eine gelungene Internetpräsenz ist, unterstreichen die weiteren Ausführungen des Artikels auf heise online, in denen auch die finanziellen Seiten eines solchen Angebots zur Sprache kommen:

Das Unternehmen investiert einen sechsstelligen Betrag pro Jahr in den Web-Auftritt, zwei Mitarbeiterinnen kümmern sich ausschließlich um die Gestaltung der Seiten. Trotz der hohen Kosten sieht Kunath die professionelle Homepage als richtigen Weg: “Wir erreichen so viele Kunden, wie wir niemals über Postsendungen oder Werbung in Zeitschriften erreichen könnten.”

Die Erwartungen beim spontanen Klick auf die Sieger-Seite sind nach diesen unzähligen, lobenden Worten vergleichsweise hoch, werden aber schnell und recht unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Man fragt sich unvermittelt und ungläubig, ob denn tatsächlich diese Seite gemeint war, und ja, sie war es offensichtlich.

Einige ausgewählte Highlights:

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<title>Neue Seite 1</title>
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“Nichts ist schlimmer als eine amateurhaft gestaltete Homepage”, warnt der Fachmann. Zweifelsohne kein Einzelfall, und somit sicherlich noch nicht einmal der Bodensatz real existierender Firmenhomepages. Stellt sich also die Frage, welche Qualen die Jury beim Betrachten der geschlagenen Konkurrenz über sich ergehen lassen musste.

Ohne eine weitergehende Kommentierung (oder Vorwarnung) überlasse ich hiermit den geneigten Leser der eigenen Meinungsbildung.

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  • Die Seite ist Schrott, alleins chon wegen den Frames, da hast du Recht. Zugegeben, ich bin kein Verfechter des validen HTML, aber Herr Zakrzewski hat nach den Floskeln die er von sich gibt noch weniger Ahnung.

    »Die Konkurrenz ist nur ein Klick weit entfernt«. Was für ein Schmuh.
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