The Gentoo Foundation
Sven Vermeulen, bisher zuständig für Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit, wurde nun mit der detaillierten Ausarbeitung der Charta zur neugeschaffenen Foundation beauftragt. Bisherige Besitzstände der alten Gentoo Technologies Inc. können ab sofort der Gentoo Foundation übertragen werden - wie z.B. die bekannte Domain www.gentoo.org.
Welche Überlegungen stecken aber hinter einer solchen Entscheidung?
Die Umwandlung des privat geführten Unternehmens “Gentoo Technologies Inc.” in eine “Not-For-Profit” Organisation birgt prinzipiell viele Vorteile in sich. Zum einen haben die unzähligen Entwickler und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Distribution einen größeren, juristisch definierten Einfluß auf den Fortgang des Projektes. Nach der letztlichen Anerkennung der Gentoo Foundation als “Not-For-Profit” Organisation werden regelmäßige Wahlen die stellvertretenden Treuhänder ermitteln.
Daneben ist ein Mehr an Rechtssicherheit gegeben: Sach- und Geldspenden werden aufgrund des nachzuvollziehenden Vertauensvorschusses eher an öffentliche, nicht-kommerzielle Projekte vergeben als an privat geführte Unternehmen. Auch gehen weitere Rechte an der eigenen Marke und der Arbeit vieler freiwilliger Entwickler am Gentoo Projekt auf die Foundation über. Damit kann weiterhin der eventuellen, mißbräuchlichen Nutzung durch Dritte entgegengewirkt werden.
Bis zur ersten Wahl eines Treuhänderausschusses wird die Gentoo Foundation durch vorläufige Stellvertreter repräsentiert. Diese Gentoo Entwickler haben es sich zur Aufgabe gemacht, alle noch ausstehenden Entscheidungen innerhalb der stattfindenden Diskussion angemessen zu behandeln und bestehende Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen, um damit der Gentoo Foundation einen erfolgreichen Start zu ermöglichen.
Die Treuhänder werden ausdrücklich keinen Einfluß auf entwicklungstechnische Belange des Projektes ausüben. Die relevanten Entscheidungen hierfür bleiben weiterhin den jeweiligen Koordinatoren und Projektführern vorbehalten.
Nach einigen Unstimmigkeiten und dem für viele überraschenden und Fragen aufwerfenden Rückzug des Gentoo Gründers Daniel Robbins ist so der Grundstein für den von ihm angedachten Weg in erfolgreiche Zukunft gelegt.
Ansonsten bleibt nur noch zu hoffen, dass Gentoo sich trotz all der notwendigen Formalien nicht zu einem bürokratischen Monster entwickelt. Ein zweites Debian braucht in dieser Hinsicht, mit allem Respekt vor den hier geleisteten Anstrengungen, niemand.
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