Gedankensplitter
Passend dazu polemisiert Lars einige Thesen zusammen, die ich im Zitierten dennoch soweit teilen möchte, bis hin zum romantisierenden und sich doch immer klarer abzeichnenden Feindbild des Staates als purem Sachverwalter nationaler Kapitalien:
“Das hingegen Liberale ganz verwundert aus der Wäsche glotzen, weil sich die dänische Regierung entschuldigt und den moralischen Impetus der liberalen Weltaufklärer unterstützt liegt vor allem daran, dass sie nicht verstanden haben, dass Staaten eben die Sachverwalter der nationalen Kapitalien sind und nicht die Erfüller der feuchten Träume einiger deutscher Liberaler. Nochmal zum mitschreiben: der Staat schaft in der kapitalistischen Ökonomie den Rahmen, um die unterschiedlichen Kapitalien untereinander in Konkurrenz treten zu lassen.”
Die Dämme brechen, und die Blogosphäre kotzt entweder kübelweise oder toleriert bis zur vollkommenen Sinnentleerung. Ich selbst vermisse dabei immer häufiger Zwischentöne und wittere in der anbiedernd berechnenden Instrumentalisierung des amerikanischen Neokolonialismus als Heilsbringer im Clinch der Kulturen die Einbahnstraße, die mit je nach Tagespolitik opportun erscheinenden Fronten in der arabischen Welt schon desöfteren bis an die abschliessende Wand befahren wurde.

Lars Strojny
7 Feb 2006