/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

Bekennerschreiben

Dem Rechtsanwalt Udo Vetter sind öffentlich zugängliche RSS-Aggregatoren, sogenannte “Planeten”, ein Dorn im Auge. Trat der Macher des Law Blogs für mich bisher als positives Beispiel eines offenbar nicht ganz zu unrecht mit Vorurteilen vorverurteilten Berufsstandes in Erscheinung, so sehe ich mich nun als Betreiber eines eben solchen Aggregators der parasitären Spezies der Blogdiebe zugerechnet, einer Spezies, der man mit Vorliebe durch Briefpost, die so “richtig Geld” kostet, zu Leibe zu rücken scheint.

Bisher habe ich Planeten nicht als Brutstätten geistigen Diebstahls wahrgenommen. Die meisten mir bekannten Vetreter dieser Gattung machen sich mitnichten fremde Inhalte zu eigen, sie weisen im Gegenteil klar Quellen und Herkunft der gelisteten Beiträge aus, verlinken diese in der Regel mehrfach und sind offensichtlich als Zusammenfassung externer Artikel zu verorten. Planeten sind ein vitaler Teil der Blogosphäre, die trotz aller Heterogenität von der gemeinsamen Vernetzung und Kategorisierung von Inhalten lebt. Auch wenn der geäußerte Wunsch auf Exkludierung eigener Inhalte zu respektieren ist, so erscheint das Selbstverständnis des selbstempfundenen Beklauten ein merkwürdiges zu sein, stellt das regelmäßige Interesse der aufgebotenen Referenzen doch vor allem eine Anerkennung der eigenen Schreibe dar. Nicht wenige Blogs finden so immer wieder neue Leser, denen sich gerade auf öffentlichen Aggregationsplätzen reichlich Gelegenheit zum neugierigen Weiterhangeln bietet.

Wie die meisten privat betriebenen Planeten ist planet basquiat nicht Selbstzweck, sondern zweierlei: Nonkommerziell und Nebensache, dabei für mich die äußerst komfortable Möglichkeit, in meinen favorisierten Blogs von beliebigen Rechnern und Standorten aus jederzeit stundenaktuell nach Lust und Laune zu stöbern, ohne die zigfach verteilte Masse an Informationen mit Klimmzügen bewältigen zu müssen. Der im Raum stehende Vorwurf der Eigenwerbung durch Instrumentalisierung fremder Inhalte wirkt schon bei einem Blick auf die Regelmäßigkeit hier erscheinender Beiträge absurd, denn Bloggen ist zumindest hier noch so ursprünglich, wie es vielleicht einmal war: Ein Hobby ohne kommerzielle Interessen oder Wettkampfabsichten. In meiner laienhaften Naivität kann zumindest ich mich so eher darüber freuen, wenn mein Blog das offensichtliche Interesse eines aggregierenden Netznachbarn geweckt hat, dessen Einbeziehung meiner Inhalte für mich eher Lob denn Diebstahl, wenn nicht sogar ein klein wenig Werbung ist.

Herrn Vetter habe ich aufgrund seiner geäußerten Einstellung zu Planeten selbstverständlich von meiner Liste zu aggregierender Blogs genommen, nicht ohne Enttäuschung. Im diesem Zuge werde ich zeitnah alle weiteren, auf planet basquiat gelisteten Blogs anschreiben, um einem etwaigen Wunsch auf Herausnahme aus meinem Planeten nachkommen zu können.

Dem Macher des Law Blogs danke ich für einige sehr gelungene Artikel. Es hat Spass gemacht, sie zu lesen.

7673 Klicks
  • lach: http://www.google.de/search?q=planet+lawblog

    basq’täter’uiat auf #1. das mutwilliges pushen deines google page ranks um des armes lawblogs willen. tststs. ich bin zu schwer enttäuscht und werde dich ab sofort in die kategorie “böse blogs” meines aggregators aufnehmen.
  • Hi,

    die Frage der Rechtmäßigkeit von Planets quälte mich vor kurzem ebenso, weswegen ich Planet Karlsruhe so umgebastelt hab, dass er, falls vorhanden, die Textlizens anzeigt:
    http://www.hboeck.de/item/330
    Damit sind zumindest alle unter FDL oder einer CC-Variante stehenden Blogs bedenkenlos nutzbar.

    Daneben stellt sich natürlich trotzdem die Frage, ob Planets nicht einfach so sehr zum Bloggen dazugehören, dass das ungefragte Aggregieren eigentlich selbstverständlich sein sollte.

    Achja: Hiermit gebe ich Dir natürlich gerne meine Zustimmung, meine Inhalte weiterhin in Deinem Planet zu listen und freue mich auch über weitere Planeten, die mich mögen.
  • Hallo Hanno,

    vielen Dank für dein “OK” an dieser Stelle, das erspart mir zumindest eine E-Mail, derer ich gerade fleißig am schreiben bin.

    Deinen Artikel werde ich mir auf jeden Fall später noch genauer angucken, ein nettes Feature!
  • ich finde Planeten okay :)
  • Da ich nur schwerlich anschreibbar bin und noch dazu zu der nicht mit Unrecht häufig vorverurteilten Spezies gehöre, erlaube ich dir hiermit mal präventiv mein Blog weiter zu listen.
  • Auch ich habe nichts gegen die Aufnahme im Planet, sofern deutlich wird, dass der Content vom 37sechsBlog stammt.
  • Weil ich das geltende Urheberrecht völlig daneben finde, habe ich für Mein Parteibuch eine Art Piratenlizenz entworfen, die ich in meiner Copyleft-Notiz veröffentlicht habe.

    Fazit: Klauen erlaubt. ;-)
  • Der Punkt ist eigentlich, dass ein Opt-Out-Verfahren wenn es die Veröffentlichungslizens nicht ausdrücklich hergibt einfach unfair ist. Und ohne Benachrichtigung des original-Blogs gleich doppelt. Zumal man aus solchen Planeten durchaus finanziellen Nutzen ziehen kann - Stichwort Pagerank und Domainwert.
  • Bei der ganzen Angelegenheit nicht bedacht wird, dass Herr Vetter einen Beitrag dieser Art ja nur so veröffentlicht hat, weil der Betreiber der fraglichen Seite nichtmal ein Impressum und folglich keinerlei Kontaktmöglichkeiten angeboten hatte. Und ein solcher Beitrag war die einfachste Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu erzeugen.

    Im Gegenzug hätte derjenige ja auch gleich abgemahnt werden können. Einmal wegen der Beiträge, einmal wegen des fehlenden Impressums.... Da fragt man sich, was besser ist.

    Das nur mal so am Rande...
  • Herr Vetter hat offensichtlich keinen blassen Schimmer von Weblogs, dem Netz oder seiner gewachsenen Kulturen und Traditionen. Er entdeckt einen “Planet”, kennt ihn nicht, kennt das Konzept nicht, mag ihn nicht, mag das Konzept nicht, und haut im bekannten Stil unverzüglich mit dem kostenandrohenden 24h-Knüppel drauf, den Beleidigungskoffer gibt’s dann gratis dazu.

    Ohne Zweifel: Herr Vetter hat das verbriefte und auch moralische Recht zu entscheiden, wer welche Inhalte, die aus seiner virtuellen Feder geflossen sind, wo und wie und ob überhaupt verbreiten darf, und das respektiere ich, darum geht’s auch nicht. Man kann dies so oder so äußern, selbst wenn nicht jeder Besucher das Impressum für den interessantesten Teil einer jeden privaten Homepage hält und es schändlicherweise übergeht, in der irrigen Annahme, die eigene Einstellung sei Allgemeingut.

    Die aus offensichtlich ehrlicher Überzeugung enstandene Meinung, dass das gezeigte Verhalten angemessen, nein, sogar zurückhaltend sei, offenbart allerdings den wahren Geist des bis dato netzweit und von mir geschätzten Anwalts und vieler seiner Anhänger. Wenn’s denn auch gutes Geld vom Mandanten gibt, vergisst man selbstredend sowieso jede Zurückhaltung und mahnt auch ohne jede Vorwarnung ab. Vorbildlich.

    “Im Gegenzug hätte derjenige ja auch gleich abgemahnt werden können. Einmal wegen der Beiträge, einmal wegen des fehlenden Impressums” - alleine solche Sätze lassen mich besser schweigen. Du verurteilst in meinen Augen weitaus nichtigere Handlungen als ungehörig. In logischer Konsquenz findet man sicherlich auch den einen oder anderen Kommentar, der sich mit passenden Paragraphen zum juristischen Dolchstoß ausbauen läßt.

    Sollte die Merkbefreiung reversibel sein, bitte ich um einen Realitätscheck. Eventuell sollte euereins nicht immer zu sehr von sich auf andere schließen. Die weitaus meisten Blogger wollen bestimmt nicht bewußt anderen an den Karren fahren.
  • Du hast Recht, eine vorherige Anfrage ist auf jeden Fall der bessere Stil und ein Verhalten, dass sich bei der veränderten Selbstverständlichkeit des Netzes einbürgern sollte. Opt-Out bringt’s da nicht wirklich mehr. Dem stimme ich zu.

    Hört aber bitte auf, werbebepflasterte Planeten, die alleine zur Steigerung des Pageranks, der eigenen Popularität oder ähnlich niederer Beweggründe existieren sollen, an die netzweite Klagemauer zu malen. Alle Planeten, die ich dankbar lese, entsprechen nicht im entferntesten diesem Typus. Für viele Menschen ist die eigene Homepage einfach ein Hobby, das nicht der Steigerung des Domainwerts verpflichtet ist, sondern dem Spaß an der Sache. Könnt ihr euch das wirklich nicht mehr vorstellen? Kennt ihr Planeten wirklich erst seit gestern?
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