/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

BILDblog fotografiert zurück

In einem als “Experiment” bezeichneten Aufruf sucht das BILDblog die besten Fotos von Bild-Chefredakteur Kai Diekmann, “in Badehose am Strand oder in einer Bäckerei oder auf dem Parkplatz oder am Flughafen oder im Flugzeug oder eingenickt im Flugzeug oder beim Shopping oder beim Nase-Bohren nachdenklich oder frischverliebt auf Sylt oder mit seiner Familie aus einem Nobel-Restaurant kommend oder in einer Tankstelle oder beim Italiener oder bei der Arbeit oder ganz ungeschminkt oder ganz entspannt mit einem Bierchen in einer Bar oder beim Pinkeln oder oder...”

Die Kampagne vergilt damit - auf etwas alttestamentarische Art und Weise - des Schmierenblatts unsägliche “Leser-Reporter”-Aktion, im Rahmen derer die ethisch verlotterte Zielgruppe die Privatsphäre Prominenter zu mißachten lernt, gelockt von ansehnlichen Prämien. Diekmann suche “bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer”, urteilte dem entsprechend schon 2003 das Landgericht Berlin - er dürfte deshalb wohl “weniger schwer durch die Verletzung seines eigenen Persönlichkeitsrechtes belastet” sein.

Interessant könnte es werden, sollte Diekmann zur Wahrung der eigenen Persönlichkeitsrechte vor Gericht ziehen: er würde argumentativ den übelriechenden Sumpf seines “journalistischen” Treibens selbst trockenlegen müssen. Eventuell ist aber auch gerade dieser Umstand Kalkül.

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  • Habe beim Presserat Beschwerde eingereicht. Diese Aktion von BILDblog ist meiner meiner nicht in Ordnung, da sie sich gezielt gegen eine Person richtet, anders als bei BILD-Leser-Reporter. Zudem wird gedroht Diekmanns Persönlichkeitsrecht erneut einer Belastungsprobe aussetzen. Dies ist meiner Meinung rechtlich bedenklich und ein Persönlichkeitsrecht kann auch BILDblog nicht ignorieren geschweige denn andere animieren dies zu tun. Wer dies genauso sieht, sollte sich beim Presserat beschweren.
  • Bei der Gelegenheit kann man sich gleich auch über zig Privatbilder beschweren, die bei Bild abgebildet werden, und die Persönlichkeitsrechte anderer massiv und vorsätzlich verletzen mit dem einzigen Zweck, die eigene Auflage vor dem Schwund zu bewahren.
  • Auch wenn jetzt in beinahe jedem Blog-Artikel der über diese Aktion berichtet über die Beschwerde beim Presserat informiert wird, wird die Beschwerde dadurch nicht sinnvoller.
    Die Tatsache, daß der Presserat nicht für Internet-Inhalte dieser Art zuständig ist ändert sich dadurch nicht.
  • Ich denke, man darf die ganze Sache durchaus etwas gelassener angehen. Die Aktion regt zum Nachdenken an - eventuell auch über das Bildblog selbst - vor allem aber über die menschenverachtenden Praktiken der Boulevardzeitung aus dem Hause Springer samt ihrer unerträglichen Doppelmoral und Scheinheiligkeit. Das Bildblog besitzt in meinen Augen nicht die Reichweite, um eine wirkliche “Hatz” auf Diekmann initiieren zu können, und ich glaube kaum, dass dies von den Machern ernsthaft beabsichtigt wird. Selbst nach der Berichterstattung größerer Medien: Wer erkennt Kai Diekmann auf den ersten Blick? Es dürften wenige sein.

    Eine ganz andere Qualität erlangen dagegen die Kampagnen der Bildzeitung. Mit einer verkauften Auflage von 3,5 Millionen Exemplaren und einer angenommenen Reichweite von fast zwölf Millionen Lesern (laut Wikipedia) hat man Verantwortung - eine Verantwortung, der das Machwerk mit den großen Lettern kaum bis garnicht nachkommt, im Gegenteil. Wissen mögen es alle, dokumentieren aber tut es das Bildblog. Ein ganzes Volk, mit Handykameras bewaffnet bereit zum Abschuss des nächsten Prominenten oder Schwerverletzten: das ist Hatz, ohne Anführungszeichen.
  • Statt Presserat mal hierhin schreiben:
    Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia, Kopernikusstr. 35, 10243 Berlin (office@fsm.de)
Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
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