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Tyrannei des Glaubens

Braucht es in Zeiten des gesellschaftsfähigen Kreationismus ebenso glühende Vertreter eines wissenschaftlich begründeten Atheismus? Sind die großen Weltreligionen überhaupt friedlich unter einen Hut zu bringen, oder verbergen sich hier die fundamentalen Hindernisse auf dem Weg zur Utopie einer brauchbaren Welt-Zivilisation? “Glücklicher ohne Gott” betitelt Spiegel Online einen weiteren Beitrag zum stets verneinten Kulturkampf - und umreißt dort den weltlichen Missionarseifer des englischen Zoologen und Biologen Richard Dawkins sowie seines amerikanischen Glaubensbruders Mitstreiters, Sam Harris. George W. Bush und Osama Bin Laden, vereint auf der Seite des Glaubens und der Gewalt, gemeinsam gegen Vernunft und Diskurs. Es sind unnachgiebige Statements, die polarisieren.
“Der Gott aus dem Alten Testament ist ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, völkermordender, sadomasochistischer, unberechenbar bösartiger Tyrann.” (Richard Dawkins)

Zusammen mit den naturalistischen Vorstellungen eines Daniel Dennett mögen solche Worte heftig am Selbstverständnis gläubiger Mitmenschen rütteln, doch eines darf die Kritik am Glauben nicht sein: ein Tabu. Dafür wurde dieser - nicht nur jenseits des Atlantiks und nicht nur in finsterster Vergangenheit - zu häufig instrumentalisiert. Die Notwendigkeit einer breiteren Artikulation religionskritischer Gegenentwürfe ist evident. Die Ängste vor der Beliebigkeit eines neu aufkeimenden Relativismus scheinen dagegen unbegründet: Ethik und Moral sind schon lange nicht mehr das alleinige Steckenpferd der großen Weltreligionen.

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  • Das Problem an dem Spiegel Bericht, bzw. dem Vorgehen der dort beschriebenen Wissenschaftler, ist ja, dass sie genauso predigen, wie jeder religiöse Eiferer.

    Ich selbst glaube auch an keine Gottfiguren oder ähnliche Dinge, ohne nun aber, nur um irgendwelchen Fanatikern zu begegnen, selbst die Taktiken und Vorgehensmodelle eben dieser Fanatiker zu übernehmen.

    Bei Religion (und in diesem Kontext werte ich Atheismus auch mal als eine) gilt genau dasselbe wie bei Verkäufern: Wenn jemand Dir unglaublich uafdringlich die Tugenden und Fähigkeiten des eigenen Produkts näher bringt und am besten noch die Konkurrenz massiv schlechtredet, ist der Verkäufer üblicherweise nicht am Besten des Kunden interessiert.
  • Richtig, die Absatzzahlen der eigenen Bücher sind sicherlich auch eine Motivation für antireligiöses Eifern - ebenso wie ein “weltlicher Fanatismus” kaum zu einem sinnvollen Dialog führen wird.

    Ein etwas lauteres Eintreten gegen zuviel einseitige Religionsauslegung in Gesellschaft und Politik jedoch ist notwendig, und abseits der marktschreierischen Parolen findet sich selbst bei genannten Personen manch wertvoller Denkanstoß - und durchaus auch diskussionswürdiges. Das eigene Denken schließlich sollten wir uns von keiner Seite abnehmen lassen. ;-)
  • Eigenes was? Denken bringt nur Probleme, als nächstes kommst Du noch mit Ethik an. Wo soll das nur alles hinführen? Dann müssen wir unseren Kriegsminister rauswerfen und der kriegt doch nie wieder nen Job!

    Just kidding ;)
  • Glauben an sich ist ja nichts schlechtes, wie es oftmals dargestellt wird. Ich selbst bin aus der kath. Kirche ausgetreten, da ich mich mit diesem Verein nicht wirklich identifizieren kann, was nicht heisst dass ich keinen Glauben habe.

    “Dear god, please save me from your fanclub”
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