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Wahlcomputerparanoia

Ja, schon wieder das alte Thema, die alte Leier, die Frage nach den Vor- und Nachteilen, dem “Warum?”. Muss das Herz einer jeden Demokratie - die freie, geheime, nachvollziehbare und seit Jahrzehnten bewährte Wahl mit Stift, Papier und Urne - einem jeden unreflektierten Modernisierungsdrang untergeordnet werden, nur um Wahlergebnisse noch früher über den Äther jagen zu können und knapppe Steuermillionen in die Taschen dubioser Automatenbauer zu spülen? Während die Diskussion in Deutschland erst langsam an Gewicht gewinnt, verlieren in Florida Wahlcomputer jede achte Stimme - “auffallend häufig Stimmen, die eigentlich für demokratische Kandidaten abgegeben wurden”. Nun ist Deutschland nicht Amerika und eine fundierte Verschwörungstheorie keine Entschuldigung für Zufälle, die eben auch mehrfach wiederholt auftreten können - unsere Wahlcomputer sind besser, unsere Politiker weniger verlogen, und Machiavelli kam aus Texas.

Das deutsche Konzept kennt in Sachen Wahlcomputern keinen ernst zu nehmenden Schutz gegen Insiderangriffe. Die Lektüre des Interviews mit dem Direktor der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt belegt, mit welcher Naivität und Unwissenheit das wichtigste Instrument des Souveräns sabotiert wird. Zu den Sicherheitsmerkmalen zählt hier schon “ein Konzept der Überwachung”, “die Tatsache, dass die Geräte bei Behörden aufbewahrt werden, sodass es eines nicht-legalen Aktes bedürfte, an die Geräte zu kommen”. Surprise, Surprise: Wer Wahlen manipulieren möchte und kann, dürfte die Illegalität seines Handelns durchaus kalkulierend in Kauf nehmen. Doch wie schon gesagt: Deutschland ist nicht Amerika, nur hier finden sich schließlich moralisch fest verwurzelte Karrieren bekannter Spitzenpolitiker. Namen wie Barschel, Strauss, Kohl, Kanther, Kiep, Schäuble und Koch führen eine lange Liste an, die - obwohl noch nicht einmal im Ansatz vollständig - das Vertrauen in eine saubere Politik zu Recht stärken. Ist es da nicht paranoid oder gar böswillig, den leistungstragenden Entscheidungsträgern ein über den Gesetzen stehendes Selbstverständnis zu unterstellen oder gar ausreichend kriminelle Energien und Potientiale zu vermuten? Ich bin mir sicher: diese Vermächtnisse eines verwirrten Geistes lassen sich schnell brutalstmöglich glaubhaft aus dem Weg räumen.

Der Innentäter kann somit als möglicher Gefahrenvektor nachhaltig ausgeschlossen werden.

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  • Etwas unglücklich ist bei der personellen Aufzählung, daß sie nur schwarze Politiker als Straftäter enthält. So haben es z.B. die Kölner SPD-Müllmänner zum Glück nicht bis in den Bundestag, sehr wohl aber ins Gefängnis geschafft.

    Korruptionsprozeß - Wienand an Auftragsvergabe für Müllverbrennungsanlage beteiligt

    Ansonsten:
    Frohes Fest!
  • Während Affären und Skandale bei den Sozialdemokraten meist mehr ein klebriges G’schmäckle nach Vetternwirtschaft und unsauberen Klüngeleien haben, scheinen mir die Machenschaften der Konservativen - so aufgedeckt- meist in einer ganz anderen Liga zu spielen.

    Schön ist beides nicht, nur ein Eindruck beschleicht mich immer wieder: Auf der einen Seite wird meist konsequent der Hut genommen, während Vermächtnislügner wie Schäuble und Koch Innenminister oder als Kanzlerkandidat gehandelt werden.

    Es mag sich einfach um die mir eigene Wahrnehmung handeln, doch wenn ich mir der wirklich ekelhaften Politskandale (nicht nur) dieser Republik gewahr werde, stecken dort meist konservative Herrenmenschen dahinter, deren Antrieb ein ganz eigener zu sein scheint...
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