/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

Ebenbilder

Ein Meilenstein der Demokratie.

Zum Tyrannenmord reichte es dieser Tage nicht mehr, es blieb das staatliche Morden. Der Irak auf dem Weg in die Zukunft: Saddam Hussein ist tot. “Der Umstand an sich ist zu begrüßen”, schreibt Kai Raven, doch “staatliche Hinrichtungen gehören in dunkle Zeitalter”. Es werde Licht.

Relevante Links:

Saddam Hussein hingerichtet
“Es ging sehr schnell - er starb sofort”
Bush nennt Hinrichtung einen “wichtigen Meilenstein”

4203 Klicks
  • Das Gerede von den Ebenbildern ist aber schon ein bisschen bescheuert, oder? Ich mein, einen demokratisch gewählten Präsidenten, der zweifelsohne nen Schuss hat, mit jemandem wie Hussein zu vergleichen geht auch nur, wenn man in Europa im Trockenen sitzt. Was schrieb ein kurdischer Staatsbürger des Iraks auf seine Transparent? »Bush, the man of peace«
  • Der Titel “Ebenbilder” bezieht sich auf das verlinkte Zitat von George Bernhard Shaw: “Mord und Todesstrafe sind nicht Gegensätze, die einander aufheben, sondern Ebenbilder, die ihre Art fortpflanzen”.

    Bush einen Mann des Friedens zu nennen gelingt meist wohl nur den zeitlich sehr beschränkt mit amerikanischer “Freundschaft” gesegneten - zu denen schließlich auch Saddam Hussein oder die Mudschaheddin einst zählten.

    Auch wenn ich hier einen solchen nicht angestellt habe: Inwiefern Vergleiche von Welt- oder Menschenbildern und daraus erwachsenen Handlungen alleine an der unterschiedlichen Legitimation der Akteure scheitern sollen, erschließt sich mir nicht.
  • Ok, dann sorry für das “bescheuert”. Auch wenn ich ehrlich gesagt das Shaw-Zitat halt zu sehr peacenick-mäßig finde, wo immer in dieser invertierten christlichen Ethik »sowas kommt von sowas« gedacht wird. Also eben Beliebigkeit anhein tritt, wenn es nur noch »Gewaltspiralen«, »Gewalt führt zur Gegengewalt« etc. gibt. Und ja, auch ich verachte die Todesstrafe, die beklemmensten Situationen in denen ich mich ob meiner Gattung ekele, befällt und befiel mich immer dann, wenn ich mich an Stätten des Todes bewegte, Bilder davon sah, etwas über sie las. Dies gilt auch für die Tötung von Saddam. Allerdings unterstelle ich unlautere Motive, wenn der Aufschrei gegen eine barbarische Praxis sich dann zeitigt, wenn ein Menschenschlächter vor Gericht steht. Adorno schreibt in Minima Moralia zu den Nürnberger Prozessen:
    »Auf die Frage, was man mit dem geschlagenen Deutschland anfangen soll, wüßte ich nur zweierlei zu antworten. Einmal: ich möchte um keinen Preis, unter gar keinen Bedingungen Henker sein oder Rechtstitel für Henker liefern. Dann: ich möchte keinem, und gar mit der Apparatur des Gesetzes, in den Arm fallen, der sich für Geschehenes rächt. Das ist eine durch und durch unbefriedigende, widerspruchsvolle und der Verallgemeinerung ebenso wie der Praxis spottende Antwort. Aber vielleicht liegt der Fehler schon bei der Frage und nicht erst bei mir.«
Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.
BBCode-Formatierung erlaubt

Trackbacks / Pingbacks

  • Keine Trackbacks