Last.fm - für 450 Millionen US-Dollar an Viacom?
Die Gerüchteküche brodelt, die Diskussionen kommen in Gang: Geht das mit Webradio 2.0 definitiv unterbetitelte Social Music Revolution Network für gewohnt bescheidene 450 Millionen US-Dollar an Viacom, den Konzern, dem wir die garantiert geschmacksfreie Gleichschaltung von MTV und VIVA zu verdanken haben, die gähnende Langeweile, die sich nach dem Austausch von Charakterköpfen wie Charlotte Roche und Ray Cokes mit schier endlosen SMS-Laufbändern so bleischwer einstellte?
Das viele Geld sei den Machern wahrhaft gegönnt, Cent für Cent - denn Last.fm rockt die Scheiße fett, Idee, Konzept und Umsetzung stimmen, ungeachtet aller Datenbank- und Performanceprobleme - es ist eine grundsympathische Seite, trotz oder gerade wegen all dieser Macken, eine Seite, die ich habe rasant wachsen sehen, nicht nur ans eigene Herz. Last.fm ist die Leidenschaft der Macher ins virtuelle Gesicht geschrieben - kein dahingerotztes StudiVZ, kein ein jedes ästhetische Empfinden verhöhnendes MySpace, kein Schnellschuss auf Biegen und Brechen, nein: ein Ding mit Sinn, das immer wieder positiv zu überraschen wusste.
Möchte ich in Zukunft meine wenigen monatlichen Euro einem satten, fettleibigen Konglomerat, welches sich frei von eigenen Ideen bereits bestellte Äcker einverleibt, überlassen? Hatte ich meine Subscription - eine Art Premium Account - nicht viel mehr aus Prinzip denn der zusätzlichen Features wegen, zur Unterstützung einer Sache, die ich unterstützenswert fand? Es gibt keine Pressemeldungen, keine Dementis, nur Gerüchte. Vielleicht kommt ja alles ganz anders, und der Abgesang ist ein zu früher - doch die Angst um den Verlust der romantisierten Unschuld meines Lieblings mit der 2.0 auf der Brust Stirn, sie wächst.
Wie immer in diesem Kontext: Eine Einladung zur musikalischen Totalüberwachung.
Update: LastFM Founder: No Comment On Viacom Acquisition Rumors:
