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Flugtage Freiburg 2007

Das Schweizer Präzisions-Flugteam “P3 Flyers”

Am vergangenen Wochenende - dem 21. und 22. Juli - feierte der Flugplatz in Freiburg mit den Internationalen Jubiläums-Flugtagen sein 100jähriges Bestehen. Es dürfte hier das erste Mal gewesen sein, dass ich einen Politiker der Bündnis-Grünen eine solche Einrichtung mit dem Prädikat “ökologisch” in Zusammenhang bringen hörte - ein kräftiges Händewaschen allerorten. Nicht weniger surreal mutete manch kindlich unschuldige Kategorisierung historischer Natur an, mit Hilfe derer die Moderation bei Vorstellung unterschiedlichen Weltkriegsgeräts den geschichtlichen Kontext leichtverdaulicher zu gestalten suchte. Meist kostete es zum Glück nur ein kopfgeschütteltes Schmunzeln.

Als Höhepunkte des ersten Tages blieben mir vor allem drei Dinge in Erinnerung: Kunstsegelflug, Ulrich Dembinski und Peggy Krainz. Den Laien des Luftsports beeindruckte vor allem die Fähigkeit der Segler, beinahe lautlos ohne jede Motorenkraft waghalsige Figuren und Mannöver der Art zu fliegen, wie Andris Kade sie in Freiburg majestätisch vorführte. Ulrich “Die Kobra” Dembinski auf seiner Yakowlew Yak 55 wirkte dagegen im lautstarken Kontrast wie ein furchtloser Cowboy beim Ritt auf einem wilden Bullen. Brachiale Mannöver mit häufig negativ geflogenen Figuren konnten nur erahnen lassen, welches Nervenkostüm dieser Kunstflieger der Extraklasse besitzen muss. Doch der Wahnsinn nahm kein Ende, er bekam nur ein schöneres Gesicht: Peggy Krainz. Selbst Fluglehrerin und Kunstflugpilotin, turnte die Mutter einer 12jährigen Tochter einmal mehr außerhalb des Cockpits herum - auf den Flügeln der von Friedrich Walentin geflogenen Boeing Stearman, die sich währenddessen in zahlreichen Loopings und Rückenflügen erging. Atemberaubend.

Mehr als nur eine Erwähnung wert wäre darüber hinaus eigentlich das Schweizer Präzisions-Flugteam “P3 Flyers”, das unglaubliche Modellfliegen Otto Wildroithers und seiner Turner W4X, das klanggewaltige Röhren der Sternmotoren der North American T28 “Trojan” und der Yakowlew Yak 3U “Reno Airrace”, die nicht nur einmal im Tiefflug über das Flugfeld donnerten, sowie - neben zahlreicher, wunderschöner und teilweise zu erstaunlichen Vorführungen geflogener Doppeldecker - die gute Tante Ju, die regelmäßig zu Passagier-Rundflügen über Freiburg aufbrach.

Als kleinen Wermutstropfen hatten wir im Eifer des Gefechts nur ein 50mm-Festbrennweiten-Objektiv beim Aufbruch aus der häuslichen Wohnung dabei - gut für Potraits, unbrauchbar für Luftaufnahmen. Zusammen mit meiner eher zurückhaltenden Art beim Kampf um den besten Platz am abzulichtenden Objekt - was müssen Boulevardfotografen ungehobelte Typen sein - sind deshalb nur teilweise brauchbare Ergebnisse heraus gekommen, der Rest musste effektvoll verfremdet oder eben gleich gelöscht werden. Besser machen’s die ambitionierteren Hobby- und Profifotografen, die viele ihrer Bilder auf den Seiten der Freiburger Flugtage zur Schau stellen.

Den zweiten Tag der Flugshow verbrachten wir übrigens in den Höhen und Tiefen der Hügel und Täler um Freiburg herum, um Leib und Seele mit grandiosen Weiten und rustikalen Vespermahlzeiten zu verwöhnen, weswegen es an dieser Stelle keine weiteren Flugberichte gibt. Letzlich: Es waren zwei grandiose Tage mit meiner geliebten Sippe.

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