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Bionade - der Preis des Originals

»Wir sind das Original. Und das Original muss immer am teuersten sein.« (Peter Kowalsky, Geschäftsführer Bionade)

Schade eigentlich. So schnell der Aufstieg des “offiziellen Getränks für eine bessere Welt” von Hamburgs Szenekneipen in die Regale der Republik gelang, so schnell hatte auch ich die etwas andere Limonade zu schätzen gelernt. Doch während die Preise an Deutschlands Zapfsäulen mich einigermaßen peripher berühren, schockte das samstägliche Nahrungsmittelshoppen bei Feinkost Albrecht und Neukauf mit deutlich ausgezeichneten 90 Eurocent, wo vor wenigen Tagen an gleicher Stelle ein ganzes Drittel weniger den Kassenbon belastete.

Kowalsky führt weder höhere Energiekosten, teurere Rohstoffe noch den gerne bejammerten Lohnfaktor zur Erklärung des immensen Preissprungs ins Feld, sondern verweist schlicht auf marktstrategische Überlegungen. Die vielen Nachahmer, die dem Produkt der kleinen Brauerei aus Ostheim in Bayern mittlwerweile Konkurrenz machen, seien häufig teurer als das erklärte Original selbst. »Darauf müssen wir reagieren, sonst nimmt Bionade ein tragisches Ende«, bezieht der Chef des Hauses Stellung. Investieren wolle man, keine Villen bauen oder Hubschrauber kaufen, sondern expandieren und exportieren. Vom sympathischen Underdog mit Prinzipien zum betriebswirtschaftlich werteentwerteten Bussiness as Usual?

Es ist weniger der absolute Preis als ein dümmlich-arrogantes Selbstverständnis, das Bionade vorerst sein tragisches Ende in meinem Kühlschrank finden lässt. Mag die Preisbildung bei vermeintlichen Luxus- und Lifestylegütern aus betriebswirtschaftlicher Sicht auch anders funktionieren, hier ist Image nichts und Durst alles, oder so ähnlich.

Zitate aus Bionade: Der Preis des Originals (FAZ) und Bionade: Preisschub bei Bio-Brause (FOCUS Money).

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  • Ich wuerde die Haltung des Herstellers nicht als “dümmlich-arrogantes Selbstverständnis” bezeichnen, sondern als Verstaendnis seines Produktes als Veblen-Gut.

    Abgesehen davon sehe ich keinen Grund, warum ausgerechnet fuer eine Limonade die unternehmerische Freiheit bei der Preisgestaltung in Frage gestellt werden sollte, der Konsument hat ja jede Menge Alternativen. Autos oder Elektrogeraete sind in dieser Hinsicht leider etwas waehlerischer.

    Und schliesslich: wenn man sich mit Bionade wirklich eine “bessere Welt” ersaufen kann, dann sollte einem das doch die paar Cent wert sein. ;)
  • Nein, einen Grund, die unternehmerische Unabhängigkeit der Bionadebrauer in Sachen Preisgestaltung anzugreifen sehe ich mitnichten, ebenfalls ist mir die real existierende Wahlfreiheit der Konsumenten als geeignete Reaktion auf missliebige Marketingstunts im Getränkebrausenbereich bekannt - nichts anderes schliesslich sei diesem Rant als urpersönlich subjektive Meinung mitgegeben.

    Auf den Umstand alternativer Preisbildungsmechanismen spielte ich im letzten Satz deutlich an; ob ein absoluter Preis von 90 Eurocent den erwarteten Snobeffekt auslöst, ob die Marke stark genug ist, ihrer Anhängerschaft ohne jede Verbesserung des Produkts einen Preisanstieg von über 30% zu verkaufen - warten wir’s ab. Ich vermute, das klappt, was nichts daran ändert, dass ich ein solches Selbstverständnis eher kopfschüttelnd zur Kenntnis nehme, so verlockend es natürlich auf Seiten der Produzenten ist.
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