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Baustelle 2.6

Wie Golem berichtet, wird es in naher Zukunft keine neue Entwicklungslinie des Linux Kernels in Version 2.7 geben. Bisher galt die Regel, das größere Neuerungen in einem separaten Strang eingepflegt und auf ihre Tauglichkeit getestet werden, bevor sie unter anderer Versionsnummer in ein gereiftes, zuverlässiges und berechenbares Release für den Endnutzer gelangen.

Zur Unterscheidung eines solchen gereiften und deshalb als ausreichend stabil erachteten Endnutzer Kernels von seiner Entwicklungslinie diente seit jeher die Versionsnummerierung: Ist sie ungerade (2.3.x, 2.5.x), so handelt es sich offiziell um eine Entwicklerversion, in der größere Änderungen die sonst so robusten Fundamente hin und wieder durchaus ins Wanken geraten lassen können. Bei geradzahligen Releases (2.4.x, 2.6.x) wird davon ausgegangen, dass der Kernel stabil läuft und keine unangenehmen Überraschungen beherbergt - was so bisher allerdings auch nicht immer der Fall sein musste. Bis heute scheuen sich viele User davor, Linux 2.6.x auf Produktivsystemen zum Einsatz zu bringen.

Die beiden Hauptverantwortlichen für die Entwicklung der Version 2.6 des Linux Kernels, Linus Torvalds und Andrew Morton, sehen trotz monatlicher Patches im Umfang von bis zu 10 MByte keine Notwendigkeit, schon jetzt eine neue Entwicklungslinie 2.7 abzuspalten, um damit den Weg für einen kommenden Nachfolger in der Version 2.8 zu ebnen. Beide sind mit den Ergebnissen ihrer derzeitigen Zusammenarbeit zufrieden und wollen auch tiefgreifendere Änderungen direkt in die aktuelle “stable” Linie einfließen lassen - allerdings sollen diese erst in Andrew Mortons eigenem Entwicklungsstrang, dem sogenannten mm-Kernel, reifen und evaluiert werden.

Ziel dieser Politik ist eine schnellere Evolution des Linux Kernels, der so in kürzerer Zeit mehr neue Features unterstützen soll, als dies bisher der Fall war. Eine solche Politik allerdings kann durchaus von Nachteil für die viel beschworene Stabilität des Kernels sein, was gerade konservative User nicht mit ungeteilter Freude kommentieren dürften.

Relevante Links:

New dev model (Linux Kernel Mailinglist)

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