Gekaufte Think Tanks oder: Es lebe billig!
In verschiedenen Statements (Some Notes on the “Who wrote Linux” Kerfuffle, Ken Brown’s Motivation) beschreibt Andrew S. Tanenbaum das seltsame, undurchsichtige Verhalten Kenneth Browns während eines Interviews, vordergründig als Recherche zu einem Buch der AdTI zur UNIX-Historie geführt. Schon die Antworten auf Tanenbaums anfängliche Nachfragen zur AdTI lesen sich bestenfalls unterhaltsam:
KB: We do public policy work
AST: A think tank, like the Rand Corporation?
KB: Sort of
AST: What does it do?
KB: Issue reports and books
AST: Who funds it?
KB: We have multiple funding sources
AST: Is SCO one of them? Is this about the SCO lawsuit?
KB: We have multiple funding sources
AST: Is Microsoft one of them?
KB: We have multiple funding sources
Tanenbaum wurde nach kurzer Diskussion schnell klar, dass Kenneth Brown nicht mit allzuviel Wissen um sein angebliches Sujet, die UNIX-Historie, befleckt war:
Tanenbaum zweifelt auch nicht die Urheberschaft Torvalds am Linuxkernel an (“I said that to the best of my knowledge, Linus wrote the whole kernel himself”) und rückt viele, von den unterschiedlichsten Quellen aus den unterschiedlichsten Beweggründen verquerte Dinge wieder in den korrekten, historischen Kontext. Dort, wo die AdTI einen verbitterten, alten Professor mit späten Rachegelüsten am erfolgreichen Rivalen vermutete fand sie in Tanenbaum offensichtlich einen ruhigen, abgeklärten und dem Anspruch der AdTI intellektuell weit überlegenen Mann vor.
In einer Mail an Tanenbaum merkt Torvalds im Übrigen an, das Kenneth Brown ihn kein einziges Mal zum Thema interviewed habe und ihm auch keine diesbezüglichen Anfragen oder Angebote unterbreitet hat:
In Anbetracht der Schwere der Vorwürfe der AdTI gegen Torvalds zeugt das nicht nur von schlechtem Stil, sondern ist mit ein eindeutiges Zeichen dafür, das es bei all dem nicht um die methodische Untersuchung von Faktenlagen, sondern schlicht um zielgerichtete Propaganda geht.
Betrachtet man die stümperische Vorgehensweise der AdTI und vor allem Kenneth Browns bleibt mit Blick auf die Hintermänner der AdTI eigentlich nur eine spannende Frage: Auf wessen Geheiß?
