/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot
Compiz Fusion
Der Spass am Gerät mag durch die atemberaubenden Showeffekte auf heimischen Desktops nicht zwangsläufig die Produktivität steigern, wiewohl ich einige Features von Beryl Compiz Fusion - wie z.B. die Apples OS X nachempfundene Exposé-Funktion - durchaus arbeitserleichternd empfinde. Für den durchgehenden Gebrauch im Alltag aber fehlt mir noch das Quentchen Zuverlässigkeit, was den Unerschrockenen von einer regelmäßigen Evaluation natürlich nicht abhalten kann. Die in meinen Augen bisher beeindruckendste Demonstration des Ganzen hat Kris ausgegraben.
Second Life

Hin und wieder habe ich - in eher größeren bis sehr großen Abständen - den sagenumwobenen Überhype Second Life (Second Life auf Wikipedia) selbst rudimentärst kurzevaluieren können. Große Begeisterung löst ohne jede Frage vor allem die wiedererlangte Haarfülle aus, die gekonnt meine im ersten Leben testosteroninduziert modellierte Restfrisur kontrastiert. Das hingebungsvolle doch transpirationsarme Gestalten des eigenen Waschbrettbauchs samt zwanghaft stilsicherer Kleiderwahl hingegen spricht die betont feminine Seite im Manne zum vervollkommnenden Ausgleich an.
Nun denn und sei es drum, mein virtuelles Auge konnte bisher vor allem viele malerische Inseln und verlassene Strände erblicken, wunderbare Prachtbauten und mondäne Behausungen, umgeben von einer bunten und abwechslungsreichen Flora, meist menschenleer, doch mit viel Liebe zum Detail. Das rare Treffen mitbewohnender Avatare abseits der großen Anfängerinseln jedoch ist nicht selten mit der eineindeutingen Wahrnehmung leicht un- und überproportionierter Megagenitalien verbunden - der Phallus Dei allerorten, chwasi.
Es stellt sich mir also die ersatzlebenstechnisch schon existentielle Frage, ob interessante Plätze im unterbevölkerten Second Life auch Gelegenheitsbesuchern offen stehen, oder das erste dem zweiten Leben zur Gänze zu opfern ist, um Zeit für ein näheres Kennenlernen aufbringen zu können. Mein reales Ego hat sich bisher vor allem verlaufend gelangweilt und eine überbordend nervtötende Kommerzialisierung erlebt, die an einen visuellen Rundgang durch meine diversen SPAM-Folder in dritter Dimension gemahnt - auch wenn das Konzept durchaus seine Reize hat. Kleine Businesskasper jedoch verachte ich auch im realen Leben schon ausreichend, virtuelle Millionäre my Ass.
Nachtrag: Das passt dann ja. Oh man.
Und noch ein Nachtrag:
Via Heise: Begeisterung der Unternehmen für Second Life lässt nach
My first OpenBSD kernelbug
Mit ‘pf’, ‘pfsync’ und ‘CARP’ bietet OpenBSD eine vergleichsweise einfach zu administrierende, leistungsfähige Infrastruktur für das Failover redundant aufgesetzter Firewalls. Neben dem essentiellen Paketfilter ‘pf’ kümmert sich ’pfsync’ in diesem Kontext um das synchrone Statehandling der verschiedenen Nodes, um bei einem Wechsel des aktiven Firewallrechners im Cluster bestehende Netzwerkverbindungen aufrecht erhalten zu können. Der Einsatz des Common Address Redundancy Protocols CARP erledigt auf OSI-Schicht 2 und 3 dabei das eigentliche Procedere zur Hochverfügbarkeit, bei dem es klassischerweise zwischen MASTER- und BACKUP-Rollen auf Interface-Ebene unterscheidet. Eine detailreichere doch kurz gehaltene Übersicht bietet der Artikel “Firewall Failover with pfsync and CARP”.
Mit dem lange überfälligen Upgrade eines schon etwas in die Jahre gekommenen OpenBSD 3.7 Clusters auf Release 4.1 erhielt ich die einmalige Chance, meinen ersten OpenBSD-Kernelbug - wenn auch eher unfreiwillig in gewohnt unpassendster Situation - zu entdecken; das sequentielle Neuladen der Regeln des auf zwei Clusternodes verteilten Paketfilters führte nach wenigen Iterationen regelmäßig zum Absturz des Systems:
kernel: page fault trap, code = 0 Stopped at pfsync_insert_net_state+0x472: movl 0(%eax,%edx,4),%edx
Für Neulinge unter den digitalen Kammerjägern beschreibt die Kurzanleitung “How to debug kernel crashes” das Erstellen verwertbarer Bugreports für die Entwickler - in der Regel sollte man das fehlerhafte Verhalten jedoch zuerst unter Einsatz unmodifizierter GENERIC-Kernel reproduzieren können. Gesagt, getan; nun folgend das übersetzte Kochrezept.
Mit der Analyse des Trace-Outputs (im OpenBSD-Kerneldebugger ’ddb’ per ‘trace’ aufgerufen) kann die betreffende Funktion erkannt und im Quellcode schnell lokalisiert werden. Im Falle des gestorbenen Firewallnodes lässt folgende Ausgabe das Problem auf das Sourcefile ‘sys/net/if_pfsync.c’ zurückführen:
pfsync_insert_net_state(e34d4038,1,8,e34d4038) at pfsync_insert_net_state+0x472 pfsync_input(e3486a00,14,0,0,d0d1a034) at pfsync_input+0xa21 ipv4_input(e3486a00,d0d0e900,0,d08ab000,30) at ipv4_input+0x4f1 ipintr(d0640058,d30010,d08a0010,d08a0010,d08ab000) at ipintr+0x70 Bad frame pointer: 0xd08ace24Erneut mit Debuginformationen kompiliert und disassembliert finden wir per ‘grep’ die fehlerhafte Funktion und addieren der dort angegebenen Speicheradresse den Offset aus unserem Trace-Output hinzu:
# grep “<pfsync_insert_net_state>” if_pfsync.dis > 000002f4 <pfsync_insert_net_state>
Adam Riese addiert die Hexadezimalzahlen 0x2f4 + 0x472 zu 0x766 - genau in jener Zeile sollte sich innerhalb unseres disassemblierten Codes die Instruktion aus unserem Kerneltrap finden, und siehe da:
/usr/src/sys/net/if_pfsync.c:248
756: a1 b4 04 00 00 mov 0x4b4,%eax
757: R_386_32 pf_main_anchor
75b: 66 c1 ca 08 ror $0x8,%dx
75f: c1 ca 10 ror $0x10,%edx
762: 66 c1 ca 08 ror $0x8,%dx
766: 8b 14 90 mov (%eax,%edx,4),%edx
769: 89 55 ec mov %edx,0xffffffec(%ebp)
76c: e9 e5 fb ff ff jmp 356 <pfsync_insert_net_state+0x62>
771: 8d 76 00 lea 0x0(%esi),%esi
Damit haben wir die genaue Zeilenangabe des betreffenden Codeteils innerhalb der Funktion ‘pfsync_insert_net_state’ gewonnen, welche wir schon im Sourcefile ‘sys/net/if_pfsync.c’ festmachen konnten. Mit etwas Kontext sprechen also alle Indizien das folgende Konstrukt schuldig:
/*
* If the ruleset checksums match, it’s safe to associate the state
* with the rule of that number.
*/
if (sp->rule != htonl(-1) && sp->anchor == htonl(-1) && chksum_flag)
r = pf_main_ruleset.rules[
PF_RULESET_FILTER].active.ptr_array[ntohl(sp->rule)];
else
r = &pf_default_rule;
Tiefer bewanderte Kerneldeveloper identifizieren hier eine Racecondition zwischen den Ruleset-Reloads beider Maschinen und stellen - keine 24 Stunden nach Meldung des Bugs - den ersten Patch zur Evaluation, der mittlerweile mit Revision 1.83 im CVS des MAIN-Branches enthalten ist - und auch hier erfolgreich unter Stress gesetzt wurde:
/*
* If the ruleset checksums match, it’s safe to associate the state
* with the rule of that number.
*/
if (sp->rule != htonl(-1) && sp->anchor == htonl(-1) && chksum_flag &&
ntohl(sp->rule) <
pf_main_ruleset.rules[PF_RULESET_FILTER].active.rcount)
r = pf_main_ruleset.rules[
PF_RULESET_FILTER].active.ptr_array[ntohl(sp->rule)];
else
r = &pf_default_rule;
Das Fazit: Selbst durchaus unerfreuliche Vorkommnisse bieten bei Verfügbarkeit des Quellcodes das Potential, ungekannte Hintergründe zu verstehen und von Ihnen manchesmal Neues zu erlernen. Die Kommunikation mit den Entwicklern freier Software lässt darüber hinaus das gute Gefühl entstehen, selbst als einfacher Bote einer schlechten Nachricht beim Prozess der stetigen Verbesserung der quelloffenen Produkte positiv mitwirken zu können. Denn auch gerade davon lebt Open Source - den ausführlichen Bugreports dankbarer User.
Contentdiebe
Zeilenschmarotzer waren ab und an auch Thema dieser Veranstaltung, doch der Vandalismus der Netzasozialen nimmt neue Formen an. Herrlich!
Güldenes aus Bladnoch
Zur einigermaßen unmännlich, per elektrifizierter Grillgelegenheit auf dem häuslichen Balkon durchgeführten rituellen Verbrennung vierbeiniger Paarhufer brachte Uwe gestern einen Whisky aus Schottlands südlichster Destille mit, den Bladnoch Signatory Vintage von 1992 (43%). Schnell gegen das Vergessen notiert bleiben vor allem das sehr helle Farbenspiel und eine fast schon ölige Viskosität und Mehrschichtigkeit am Glas in guter Erinnerung, wie auch ein sehr ausgeglichener, wunderbar komponierter Geschmack mit überraschend mächtigem Abgang. Alleine das Betrachten des schönen Körpers dieses Lowland Malts war schon ein im Wortsinne wahrhaft güldenes Erlebnis.
Westerland
Wir wollten Meer sehen, doch waren des Mediterranen überdrüssig - kernig sollte es sein, denn wie das Land, so das Jever, friesisch herb, es blieb die Nordsee; dort allerdings dann vorwiegend Flens. Eine beinahe vollkommene Erfüllung der klassischen Klischees versprechen Hochglanz und Reisekataloge auf Sylt oder St. Peter-Ording. Sie haben Recht, erwähnen Jugendgruppen und Rentnerschwärme jedoch mit kaum einem Wort, böswillig und hinterhältig und gut für’s Geschäft. Es wurde Sylt.
Durchwachsenes Wetter, Sonne auf Regen und Regen auf Sonne, mehr Regen als Sonne, egal: diese Luft! Jeder Atemzug ein guter Schluck - und mehr als nur frei nach Kurt Tucholsky: schade, dass man sie nicht streicheln kann (denn seltsam Leben lebt im Wein). Salz, Geschmack, den Wind auf eigener Haut, spüren, anfassen, absurd: wohlige Kälte. Endlose Weiten lassen dem Licht Raum und geben den Farben Kraft. Möwen, deren Lachen den Pfützen und nicht der Heiterkeit entspringen. Aufklärung im Watt, Mies ist Moos und die Muschel nicht schlecht. Doch Staubsauger isst man nicht, sagt der Führer.
Jedwede wirr anmutende Assoziationskette ist frühen Kindheitserinnerungen und damit nachhaltig konditionierten Sehnsüchten geschuldet. Postkartenpoeten würden von reichlich Wandern und Radeln auf mäandernden Wegen durch Dünen- und Heidelandschaften erzählen, neue Schuhe und übergroße Blasen lehrreich erwähnen und letztlich den wettertechnisch erzwungenen Aktivurlaub rückblickend doch gerade deshalb schätzen. Kaum Sommer, umso mehr Nass, eine dem Nephrops Norvegicus ähnliche Rötung der Waden schließlich kann auch in nur anderthalb Sonnentagen entwickelt werden, der Rest der Extremitäten wird knackig braun, die Körpermitte bildet den stilbrechenden Kontrast. Wie es war? Trotz aller Yuppies eine Woche lang wunderbar.
Stairway to Heaven
Eine beeindruckende Performance von Rodrigo y Gabriela bringt den Klassiker von Led Zeppelin mit Flamencoeinflüssen zusammen, die an Al Di Meola und Paco de Lucia erinnern.
Mein schönstes Urlaubsfoto

Westerland. Natürlich gab und gibt es auch anderes und schöneres zu sehen und zu berichten, davon später an dieser Stelle mehr. Bis dahin sei den hoch geschätzten Trinkern Liebhabern frei nach Pawlow der Mund wässrig gemacht, auf dass das nächste Tasting näher rücke. (To whom it might concern).
Linuxtag 2007: Ein Rückblick
Der akute Zeitmangel der letzten Tage erlaubt es mir erst jetzt, mit Abstand und Milde einen persönlichen Rückblick auf den vergangenen Linuxtag 2007 in Berlin zu notieren. Während die Fachpresse die weitestgehend positive Stimmung der Öffentlichkeitsarbeiter des Kongresses übernahm, schien die Bandbreite der Reaktionen bei Besuchern und Ausstellern etwas breiter gefächert und im Schnitt betrachtet eher deutlich dezenter ausgefallen zu sein. Vom schlechtesten Linuxtag aller Zeiten, auf dem Flurfunk gerüchteweise gar vom letzten seiner Art überhaupt, war vielerorts zu lesen und zu hören. Manch ein Aussteller beurteilte seine Anwesenheit im Vergleich zu Wiesbaden und Karlsruhe, aber auch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet schlicht als »katastrophal«. Nach zwei gelungenen Veranstaltungen in Karlsruhe besuchte ich 2007 erst zum dritten Mal die Fachmesse; die Premiere in Berlin verbuche ich mit Blick auf diesen überschaubaren Erfahrungsschatz im Vorgriff und Widerspruch zu den Veranstaltern eher als Fehlstart.
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