Kurzevaluation mutt-ng
Eine kleine Kurzevaluation von “mutt-ng”, des vielbeschworenen ersten Eindrucks wegen: Die wohl offensichtlichsten Neuerungen bestehen in der Integration einer optional zuschaltbaren Sidebar, die sich im laufenden Betrieb ein- und ausblenden lässt, sowie der Möglichkeit, einen frei konfigurierbaren Titel für das von mutt-ng genutzte Terminal zu setzen. Für letzteres stehen die aus $status_format bekannten Variablen zur Verfügung.
Ein paar kleine Macken sind der Sidebar noch eigen, wenn auch keine größeren Schwächen mehr - so wünschte ich mir beispielsweise ein mitlaufendes Markieren des aktuellen Folders beim gewohnten “Ordnerzapping”. Etwas eigenartig ist auch, dass der Zähler für die Anzahl an Nachrichten eines Ordners auf Null zurückgesetzt wird, sobald man diesen betritt. Der Screenshot illustriert auch dieses Verhalten.
Nach vielen endlosen Diskussionen und einigem dogmatischen Starrsinn auf Seiten der mutt-Entwickler beweist die neue Flexibilität von mutt-ng endlich Interesse an den Wünschen zahlreicher Nutzer, was die gesetzte umask beim Abspeichern von Dateien betrifft. Der Anwender hat nun sinnvollerweise die Qual der Wahl, der Default bleibt wie gewohnt bei 077 - warum nicht gleich so?
Ansonsten flossen unter anderem der von mir schon seit einiger Zeit genutzte Patch zum Cachen von Maildir- und IMAP-Headern und ein weiterer Patch zum erneuten Reconnect bei abgebrochenen IMAP-Verbindungen in das Projekt mit ein. Damit wurde wieder ein kleiner und notwendiger Schritt in die richtige Richtung gemacht, um so mutt und IMAP einander ein wenig näher zu bringen.
Der standardmässig hinzugekommene NNTP-Support ist eine weitere Neuerung, infolge derer mutt-ng nun auch als Newsreader größere Verbeitung finden dürfte. Ich allerdings bleibe meinem slrn bis auf weiteres treu.
Mittlerweile gibt es ein sehr informatives Wiki in Sachen mutt-ng, und auch das development blog hält den interessierten Leser regelmässig auf dem Laufenden.
Zurück zum ersten Eindruck: Vielversprechend!
