Das war wohl wieder nichts.
Kenneth Brown, Autor des schon vor der Veröffentlichung heiß diskutierten Buches
“Samizdat” und Präsident der
Alexis de Tocqueville Institution, wurde erneut unsauberer Recherchemethoden und der offensichtlich gewollten Täuschung der Öffentlichkeit überführt.
Dennis Ritchie, gemeinhein als einer der Urväter von
Unix bekannt, widersprach nun der Darstellung Browns, er habe eingehende und umfassende Interviews mit ihm geführt:
“I think that the teaser for it, mentioning extensive interviews with me among others, is overblown in my case. Brown sent an initial (email) probe asking for an interview, in response to which we invited AdTI to send some sample questions (which I answered). This happened just before Brown’s visit to Tanenbaum. The only other interaction was a brief phone call from a staffer who asked only about a couple of fact things: how many lines of code in some early kernel, what date was it released.”
Browns umfangreiche Interviews mit Ritchie bestanden also in einer einzigen E-mail, in der Ritchie auf die Beispielfragen Browns einging, die zur Vorbereitung für ein eigentliches Interview dienen sollten - angeblich. Der Inhalt dieser Mail ist auf Groklaw zu lesen.
Schon die Fragen Browns lassen nur mehr den einen Schluss zu, dass dieser nicht an einer methodisch sauberen Aufarbeitung der Unix-Historie interessiert ist, sondern Antworten vorgeben und den Befragten intendiert in eine Richtung drängen will. Dennoch wird Ritchie relativ eindeutig, wenn es um die Verfügbarkeit der Unix-Spezifikationen geht:
“The specifications for Unix were always quite open [...] Both Minix earlier and Linux a bit later took pains to avoid copyright issues and use documented and, by that time, probably internationally standardized interfaces.”
Wie auch schon bei Andrew Tanenbaum scheitert jetzt wiederholt der Versuch Browns, große Namen der Unix-Szene für seinen Feldzug gegen Linux und freie Software im Allgemeinen zu instrumentalisieren. Nachdem nun zwei der von ihm in die Wagschaale geworfenen Persönlichkeiten den Darstellungen Browns öffentlich widersprachen und ein mehr als düsteres Licht auf seine Arbeitsweise werfen, kann mittlerweile nur noch von einer Selbstdemontage Browns und seines Arbeitgebers, der Alexis de Tocqueville Instituion, gesprochen werden.
Ich wünsche ihm viel Erfolg dabei.