/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

The Gentoo Foundation

Gentoo GNU/Linux
Der erste Schritt ist vollzogen: Gentoo, der nicht mehr ganz taufrische Shootingstar unter den GNU/Linux-Distributionen, hat in New Mexico erfolgreich den Antrag auf Anerkennung des “Not-For-Profit” Status bewilligt bekommen. Die Gentoo Foundation ist damit ein innerhalb der USA offiziell eingetragenes “Not-For-Profit” Unternehmen. Zur endgültigen, bundesweiten Festschreibung vergehen nach üblichem Procedere allerdings weitere sechs Monate.

Sven Vermeulen, bisher zuständig für Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit, wurde nun mit der detaillierten Ausarbeitung der Charta zur neugeschaffenen Foundation beauftragt. Bisherige Besitzstände der alten Gentoo Technologies Inc. können ab sofort der Gentoo Foundation übertragen werden - wie z.B. die bekannte Domain www.gentoo.org.

Welche Überlegungen stecken aber hinter einer solchen Entscheidung?

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Grsecurity: Totgesagte leben länger

Noch vor wenigen Tagen schien Grsecurity in seiner bisherigen Form gestorben zu sein (“Grsecurity: Das Ende?”). Brad Spengler, alleiniger Maintainer des Projektes, war nach dem Wegfall eines Sponsoren finanziell nicht mehr in der Lage, seine Arbeit fortzuführen. Nachdem die Homepage von Grsecurity jedoch auch nach Spenglers offizieller Deadline noch erreichbar war (und darüber hinaus keinerlei Informationen zur Einstellung des Projektes mehr enthielt), ist es nun “offiziell”: Es haben sich genügend Unterstützer gefunden, um Spengler die weitere Entwicklung des beliebten Kernelpatches zu ermöglichen.
“Thanks to many donations and several sponsors (check the sponsors page as I update it), grsecurity development will continue.”

Damit dürfte diese Krise den bestmöglichen Ausgang genommen haben. Von dieser Stelle aus Dank und die besten Wünsche an Spender. Keep up the good work!

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Der Klick zum Patent

Nach dem “One Click Patent” von Amazon steht nun mit der Patentierung des “Doppelklicks” durch Microsoft ein weiteres Trivialpatent auf der langen Liste unrühmlicher Entscheidungen feststellender Patentämter. Mit gesundem Menschenverstand ist die Vergabepraxis der (noch) vor allem US-amerikanischen Behörden schon lange nicht mehr nachzuvollziehen, eine patentierungswürdige Erfindungshöhe nur in den seltensten Fällen auszumachen.

Inwiefern die von internationalen Patentlobbyisten durchgedrückten Abnicker im EU-Ministerrat in ihren Aussagen, solchen Trivialpatenten in jedem Fall einen Riegel vorschieben zu wollen, beim Wort genommen werden können, ist fragwürdig. Offensichtlich wird nur eins: Trivialpatente existieren und werden immer wieder genehmigt. Damit werden Innovation und Wettbewerb nicht begünstigt, sondern multinationalen Konzernen, die nicht selten Justizabteilungen in der Größe staatlicher Ministerien unterhalten, ohne Not weitere Möglichkeiten gegeben, kleinere und mittelständische Unternehmen aus dem Markt zu drängen. Auch eine patentrechtliche Mobilmachung gegen Open Source und freie Software im Allgemeinen steht zu befürchten.

Das Erlangen von Patenten kostet Geld - und zwar erheblich mehr, als Frau Zypries, ihres Zeichens Justizministerin und offensichtlich wenig an der öffentlichen Verbreitung der tatsächlichen Faktenlage interessiert, wahrheitsgemäß kundtun will. Dazu der Chaos Computer Club:

“Selbst die wenigen inhaltlichen Argumente von Frau Zypries stellen sich bei näherer Betrachtung als unwahr heraus, wie z.B. ihre Darstellung, daß Patente ja lediglich 60 Euro kosten würden und das könne sich ja jeder leisten, daher sei das gerecht. Wahr ist, daß die Anmeldung eines Patentes 60 Euro kostet, die dazugehörige Recherche kostet noch mal 250 Euro, das Prüfungsverfahren 350 Euro und das Anmeldeverfahren für ein ergänzendes Schutzzertifikat 300 Euro.”

Ganz abgesehen davon verursachen Patente selbst demjenigen Kosten, der garnicht beabsichtigt, eigene Ansprüche an die entsprechenden Ämter zu stellen. Auch bei trivialsten Entwicklungen müssten Programmierer, ganz gleich ob aus dem Open Source Umfeld, als Selbständige oder Angestellte kleiner Unternehmen, jedesmal auf der Hut vor patentierten Selbstverständlichkeiten sein. Entsprechende Recherchen kosten Zeit und Geld - ein klares Innovationshindernis und wenig geeignet, neue Arbeitsplätze abseits sinnbefreiter Patenjuristerei zu schaffen.

Unsere “Volksvertreter” sollten wissen, dass alleine sie die Verantwortung für die nun anstehenden Entscheidungen tragen.

Relevante Links:

Pressemitteilung zu Softwarepatente-Beschluss des EU-Ministerrats
CCC entsetzt über Softwarepatent-Äußerungen von Zypries
Doppelklick & Schöpfungstiefe von Softwarepatenten

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Spiel's noch einmal, Ken!

Das war wohl wieder nichts. Kenneth Brown, Autor des schon vor der Veröffentlichung heiß diskutierten Buches “Samizdat” und Präsident der Alexis de Tocqueville Institution, wurde erneut unsauberer Recherchemethoden und der offensichtlich gewollten Täuschung der Öffentlichkeit überführt. Dennis Ritchie, gemeinhein als einer der Urväter von Unix bekannt, widersprach nun der Darstellung Browns, er habe eingehende und umfassende Interviews mit ihm geführt:
“I think that the teaser for it, mentioning extensive interviews with me among others, is overblown in my case. Brown sent an initial (email) probe asking for an interview, in response to which we invited AdTI to send some sample questions (which I answered). This happened just before Brown’s visit to Tanenbaum. The only other interaction was a brief phone call from a staffer who asked only about a couple of fact things: how many lines of code in some early kernel, what date was it released.”

Browns umfangreiche Interviews mit Ritchie bestanden also in einer einzigen E-mail, in der Ritchie auf die Beispielfragen Browns einging, die zur Vorbereitung für ein eigentliches Interview dienen sollten - angeblich. Der Inhalt dieser Mail ist auf Groklaw zu lesen.

Schon die Fragen Browns lassen nur mehr den einen Schluss zu, dass dieser nicht an einer methodisch sauberen Aufarbeitung der Unix-Historie interessiert ist, sondern Antworten vorgeben und den Befragten intendiert in eine Richtung drängen will. Dennoch wird Ritchie relativ eindeutig, wenn es um die Verfügbarkeit der Unix-Spezifikationen geht:

“The specifications for Unix were always quite open [...] Both Minix earlier and Linux a bit later took pains to avoid copyright issues and use documented and, by that time, probably internationally standardized interfaces.”

Wie auch schon bei Andrew Tanenbaum scheitert jetzt wiederholt der Versuch Browns, große Namen der Unix-Szene für seinen Feldzug gegen Linux und freie Software im Allgemeinen zu instrumentalisieren. Nachdem nun zwei der von ihm in die Wagschaale geworfenen Persönlichkeiten den Darstellungen Browns öffentlich widersprachen und ein mehr als düsteres Licht auf seine Arbeitsweise werfen, kann mittlerweile nur noch von einer Selbstdemontage Browns und seines Arbeitgebers, der Alexis de Tocqueville Instituion, gesprochen werden.

Ich wünsche ihm viel Erfolg dabei.

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Alan Cox: Gegen Softwarepatente wählen gehen!

Alan Cox bittet in einem offenen Brief “Hacker, Open Source Enthusiasten und Menschen, die ihre bezahlten CDs auch auf faire Art und Weise nutzen möchten”, bei der kommenden Europawahl ein Zeichen gegen Softwarepatente zu setzen. Seiner Meinung nach sind die Grünen und die U.K. Independence Party die einzigen Parteien, die wirklich aktiv gegen Softwarepatente Stellung beziehen.

Zur weitergehenden Lektüre in Sachen Software- und Logikpatente sei hiermit auf die Netzpräsenz des Fördervereins für eine Freie Informationelle Infrastruktur e.V. verwiesen. Dort befinden sich u.a. eigene Seiten zur Europawahl mit etlichen Hintergrundinformationen zu den Positionen der einzelnen Parteien (CDU/CSU, SPD, FDP, Die Grünen, PDS) und deren Abstimmungsverhalten im Europaparlament.

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Grsecurity: Das Ende?

Brad Spengler, den meisten besser unter seinem Pseudonym “Spender” bekannt, verkündete auf der Grsecurity-Mailingliste das wahrscheinliche Ende des Projektes. Nachdem ein Sponsor vor einiger Zeit unerwartet absprang, macht Spenglers finanzielle Situation ihm nun die Weiterarbeit an dem beliebten Security-Kernelpatch praktisch unmöglich.
“Beginning today, May 31, 2004, development of grsecurity will cease. On June 7, the website, Forums, mailing list, and CVS will be shut down. Due to a sponsor unexpectedly dropping Sponsorship of grsecurity while continually promising payment, I began the summer in debt and had to borrow money from family to pay for food. If none of the companies that depend on grsecurity, some of them being very large, are able to sponsor the project, grsecurity will cease to exist.”

Grsecurity steht unter der GPL, prinzipiell können also Dritte das Projekt weiterführen. Spengler war der einzige Entwickler an Grsecurity, ein Nachfolger mit ähnlich profundem Wissen um seinen Code, der notwendigen Zeit und den finanziellen Ressourcen dürfte also nicht von heute auf morgen zu finden sein. Dennoch wird es mit großer Wahrscheinlichkeit Entwickler geben, die Spenglers Codebasis aufgreifen werden, so tatsächlich das letzte Wort in dieser Hinsicht gefallen ist. Es steht jedoch zu hoffen, das Spengler einen Sponsor findet, der ihm finanziell weiterhin die Arbeit an seinem Projekt ermöglicht. Ein anderer Lösungsweg, so einer der Kommentare zu Spenglers Ankündigung auf der Grsecurity-Mailingliste, bestünde eventuell in einem kompletten Fork des Projektes, um es dann unter einer neuen Lizenz für kommerzielle Nutzer kostenpflichtig zu machen.

Die Zukunft des in Grsecurity enthaltenen PaX-Projektes ist von Spenglers Entscheidung nicht betroffen, da hier andere Entwickler die Verantwortung tragen.

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Einfache Lügen

Groklaw berichtet über neue Reaktionen zur - soweit inhaltlich bekannt - unsäglichen Studie der Alexis de Tocqueville Institution (AdTI). Neben Andrew S. Tanenbaum und Linus Torvalds meldeten sich nun unter anderem auch Richard Stallman und Peter H. Salus, Author des Werkes “A Quarter Century of UNIX”, zu Wort. Stallman wirft Kenneth Brown, dem Verfasser der Studie, die beabsichtigt missbräuchliche Nutzung von Begriffen wie dem des “Erfindens” vor. Niemand habe UNIX alleinig “erfunden” (“You don’t ”invent“ an operating system or a kernel, you write it.”). Auch Salus schlägt in die selbe Kerbe: Wissen baue immer auf Vorwissen auf, ähnlich verhalte es sich mit Betriebssystemen - auch hier basiere das eine auf Erfahrungen mit anderen. Selbst Dennis Ritchie und Ken Thompson, gemeinhin als die Urväter von UNIX bekannt, erhielten 1983 den Turing Award für die “Entwicklung und Implementierung” des UNIX-Betriebssystems, nicht für dessen “Erfindung”. Ob es hier überhaupt noch eine Rolle spielt, dass Linus Torvalds sich selbst nie als “Erfinder” irgendeines Betriebssystems bezeichnet hat?

Beschämend ist die Offensichtlichkeit, mit der die AdTI ihre Lobbyarbeit betreibt. Einfach und plump, getreu der Erkenntnis Alexis de Tocquevilles: “It is easier for the world to accept a simple lie than a complex truth”. Welch bittere Ironie.

Es sei nochmals an Tanenbaums Eindrücke erinnert, als Kenneth Brown ihn angeblich zur UNIX-Historie interviewte: “I don’t believe for a nanosecond that Brown was trying to do a legitimate study of IP and open source or anything like that. I think he was trying to make the case the people funding him (which he refused to disclose to me despite my asking point blank) wanted to have made.

Die Veröffentlichung der Studie von Kenneth Brown wurde nun verschoben, um Browns Reaktionen auf die bisher geäußerte Kritik einzuarbeiten und dem Umstand, das Linus Torvalds in Zukunft beabsichtigt, nur noch Code eindeutig bekannter Herkunft im Kernel zu akzeptieren, Rechnung zu tragen. Bei der bisherigen Vorgehensweise der AdTI kann man über die wahren Beweggründe dahinter nur trefflichst spekulieren. Die Website der AdTI selbst nimmt übrigens noch keine Notiz von der bisherigen Kritik an ihrer Studie, vorhandene Links zu Torvalds’ oder Tanenbaums Statements zeigen bisher auf brachliegende Baustellen (“Under Construction”).

Die treffendsten Zitate von Groklaw in kurzer Übersicht:

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Gekaufte Think Tanks oder: Es lebe billig!

Der unendlichen Geschichte rechtlicher und intellektueller Auseinandersetzungen um Unix, Linux, angeblich geklauten Code und verletzten Copyright- und Patentansprüchen wird scheinbar ein neues Kapitel hinzugefügt - scheinbar. Verschwörungstheoretiker spekulieren seit langem darüber, wer die wirklichen Geldgeber hinter SCOs Kreuzzug gegen freie Software und Linux im Besonderen sind. Das dürfte sich mit dem Auftauchen des ultrakonservativen Thinktanks der Alexis de Tocqueville Institution (AdTI) innerhalb dieser, mittlerweile allenfalls noch als schlechte Realsatire verortbaren Diskussion, nicht signifikant geändert haben. Im Gegenteil. Kenneth Brown, Präsident der AdTI, zweifelt in einer Studie, “die den Ruf von Linus Torvalds als Schöpfer von Linux einer gründlichen Prüfung unterziehe”, dessen Urheberschaft am freien Betriebssystem an. Offensichtlich sollte Andrew S. Tanenbaum, Author von MINIX und anfänglich scharfer Kritiker von Linus’ ersten Schritten, als vermeintlicher Gegner von Torvalds für die Ziele der AdTI, die unter anderem aus Microsoft-Geldern finanziert wird und moralisch integre Menschen wie den noch amtierenden US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld als Berater auflistet, instrumentalisiert werden. Doch dieser Schuß ging gehörig nach hinten los... Mehr »
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