/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

An Open Letter to Steve Jobs

Eine öffentliche Antwort auf die medienwirksam publizierten Gedanken von Steve Jobs formuliert die Anti-DRM-Kampagne der Free Software Foundation, Defective by Design - und fordert etwas mehr als die gewohnt gut klingenden Phrasen des charismatischen Rollpulloverträgers ein:

Steve Jobs, how genuine is your pledge? We have identified three ways you could show your sincerity about DRM. Taking action on any one of these fronts would be a powerful demonstration that you mean business:

  • Drop DRM on iTunes for independent artists
  • Drop DRM on iTunes for Disney movies and video
  • Take a public stand against DRM and legislation mandating DRM by funding a campaign to repeal the Digital Millenium Copyright Act’s (DMCA) prohibitions

An Open Letter to Steve Jobs. Wer Taten Worten vorzieht, mag dort virtuell Beifall bekunden.

Via Netzpolitik.org.

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Schneier on Vista

»Windows Vista includes an array of “features” that you don’t want. These features will make your computer less reliable and less secure. They’ll make your computer less stable and run slower. They will cause technical support problems. They may even require you to upgrade some of your peripheral hardware and existing software. And these features won’t do anything useful. In fact, they’re working against you.«

Bruce Schneier über Microsofts Windows Vista, digitales Restriktionsmanagement, die Unterhaltungsindustrie, Verteilungskämpfe und Steve “talk is cheap” Jobs. In diesem Zusammenhang sei Peter Gutmanns schon etwas älterer Artikel “A Cost Analysis of Windows Vista Content Protection” wärmstens empfohlen - Leser des Linux-Magazins werden den Neuseeländer aufgrund zahlreicher Beiträge bereits kennen. Ein Mitarbeiter von Microsoft bloggt Antworten, die Fragen offen lassen.

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Apple's Thoughts on Music

Auch Steve Jobs möchte nicht mehr böse sein. Nachdem die Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Digital Restriction Managements mittlerweile auch branchenintern immer häufiger öffentlich ausgesprochen werden, scheint der Marktführer unter den kostenpflichtigen Musikdownload-Anbietern reagieren zu müssen, wohl auch und gerade unter dem Eindruck des verstärkten Engagements europäischer Verbraucherverbände:

Imagine a world where every online store sells DRM-free music encoded in open licensable formats. In such a world, any player can play music purchased from any store, and any store can sell music which is playable on all players. This is clearly the best alternative for consumers, and Apple would embrace it in a heartbeat.

Erleben wir hier die Wandlung vom Saulus zum Paulus? Bisher jedenfalls setzte Apple auch in Gerichtsprozessen mit Nachdruck alles daran, die eigene Plattform geschlossen zu halten - ein klassisches Beispiel künstlich erzeugter Marktabschottung. Das Errichten solcher Barrieren indes ist ein eher übliches Vorgehen gewinnorientierter Unternehmen, um die Früchte der eigenen Arbeit nicht mit anderen Wettbewerbern teilen zu müssen - sicherlich aber keines, das zum Vorteil der Kunden gereicht. Wie sehr auch Apple in erster Linie auf die Wahrung der eigenen Pfründe bedacht ist, verdeutlicht die ungewohnt martialische Reaktion auf die Ankündigung eines weiteren Unternehmens, das eigene Restriction Management auch auf dem iPod umzusetzen - man scheut selbst vor einer Instrumentalisierung des Digital Millennium Copyright Acts nicht zurück:

We are stunned that RealNetworks has adopted the tactics and ethics of a hacker to break into the iPod, and we are investigating the implications of their actions under the DMCA and other laws. We strongly caution Real and their customers that when we update our iPod software from time to time it is highly likely that Real’s Harmony technology will cease to work with current and future iPods.

Geschickt reicht Steve Jobs jetzt also opportun den Schwarzen Peter an die Musikindustrie weiter: Alleine ihrem Zwang sei der Einsatz des Digital Restriction Managements auf Apples Downloadplattformen zu verdanken, eine komplette (und damit für alle Konkurrenten ebenfalls verbindliche) Abschaffung dieses Systems werde man begeistert aufnehmen. Ein mit Blick auf die vermutete Halbwertszeit des Restriction Managements strategisch geschickt vorgenommener Schachzug, der einen bisherigen Nutznießer des Systems einmal mehr als visionären Vordenker in das Licht der Öffentlichkeit rückt. Auch so funktioniert Marketing. Andere meinen es ernst.

Abseits aller wahren Motivation hinter Steve Jobs’ neuem Pamphlet: Eine breitere Öffentlichkeit für eine ehrlich geführte Diskussion über die Unverschämtheiten des Digital Restriction Managements ist zu begrüßen, ganz gleich, ob diese nun von Apple, Microsoft oder ähnlich glaubwürdigen Vertretern der Branche initiiert wird. Alleine die Meinungsführerschaft sollte nicht aktionärsgetriebenen Konzernvorstehern oder gar der Musikindustrie selbst überlassen werden.

Via c0t0d0s0.

Updates: Einige kritische Anmerkungen zum neuen Selbstverständnis von Apple in Sachen DRM veröffentlicht DeCSS- und FairPlay-Hacker Jon Lech Johansen hier, hier und hier. Natürlich gibt’s was auf Heise, und noch mehr innerhalb der Blogosphäre:

Steve Jobs mag eigentlich gar kein DRM
Will Steve Jobs drop iTunes DRM in a heartbeat?
It’s a dirty Jobs but someone’s got to do it
Reading Between the Lines of Steve Jobs’s “Thoughts on Music”

Auch Edward Felten und Lawrence Lessig äußern sich. Eine ganz anderen Gesichtspunkt bringt #!/bin/blog/ in die Diskussion ein: “Kopierschutz - Welches Übel hätten’s denn gern?”

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Bedürfnisse

Vier - aus welchen gut vorstellbaren Gründen auch immer - besonders lobbyhörige Senatoren haben ein Gesetz zur Regulierung der Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material über Kabel, Sattelit und Internetradios in den US-Kongress eingebracht. In seiner Konsequenz soll der “Platform Equality and Remedies for Rights Holders in Music Act” die Sender dazu verpflichten, relevante Teile des ausgestrahlten Programms mit moderner Technik vor Diebstahl zu schützen - Golem titelt dementsprechend durchaus passend: “US-Senatoren fordern DRM für Webradio”.

Aus der dem Musikliebhaber und Kunden entgegengebrachten Verachtung wird mittlerweile kaum noch ein Hehl gemacht - der eigene Einfluß der großen Konzerne und Verbände scheint das Selbstbewußtsein nachhaltig zu stärken. Ganz offen werden neuere Möglichkeiten abseits der Ein-Wege-Rezeption angeprangert, mit Hilfe derer die Hörer das ausgestrahlte Material flexibel und personalisiert aufzeichnen, verändern und sammeln könnten. Es wäre offenbar unvorstellbar zu viel des Guten, würde der Kunde zeitgemäßen Komfort und technischen Mehrwert nicht mit saftigen Preisaufschlägen verbunden sehen.

“Ich glaube, dass dieses Gesetz ein guter Schritt auf dem Weg hin zu einer Lösung eines realen Problems der Musikindustrie ist und ich lade alle dazu ein, sich an der Debatte zu beteiligen, um sicherzustellen, dass dieses Gesetz den Bedürfnissen der neuen Technologien gerecht wird.” (Senatorin Dianne Feinstein)

Doch Technologien haben keine Bedürfnisse, Menschen haben sie. Es ist an der Zeit, diesen auf legislativer Ebene gegen den zuletzt übermächtigen und kaum legitimierten Einfluß der Musikindustrie hier und jenseits des Atlantiks wieder mehr Rechnung zu tragen. Wer alle Ideen anderen überläßt, sollte Geschichte werden, aber diese nicht aufhalten.

Relevante Links:

US-Senatoren wollen Internetradios zu Kopierschutz verpflichten

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Musical Fair Trade

Magnatune - “We are not evil”

Amarok, Audioplayer meines uneingeschränkten Vertrauens, brachte mir mit Release-Version 1.4.4 erstmalig Magnatune näher, einen Online-Musicstore ohne DRM, dafür aber mit seltsam vertraut klingender “We are not evil”-Attitüde. Den Preis für die tönenden Konserven bestimmen hier die Kunden selbst, einzig die untere Grenze ist mit $5 ebenso festgelegt wie ein Maximum von $18 - wer sich nach einem ausführlichen Probehören zum Erwerb entschließt, spült 50% des Verkaufspreises eines Albums direkt in die Taschen der Künstler (und darf den Downloadlink an bis zu drei weitere Personen versenden). Der gemeine Podcaster zahlt nichts. Darüber hinaus wird in allerlei Formatvariationen serviert: Vom unkomprimierten WAV über’s verlustfrei zusammengestauchte FLAC bis hin zu OGGs und MP3s in verschiedenen Qualitätsabstufungen, selbst AAC-kodiertes für Apples iTunes. A dream comes true?

Der Lobhudelei folgen die Wermutstropfen: Neben all den großen Plänen und laut verkündeten Prinzipien wirkt das Repertoire des 2003 von John Buckman gegründeten Unternehmens derzeit noch reichlich bescheiden, was sicherlich auch ein Ergebnis der handverlesenen Auswahl an Künstlern ist. Ich bin gespannt, was sich hier in den nächsten Monaten entwickeln wird.

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Free your Music!

Edward Felten berichtet in seinem Blog Freedom to Tinker von Äpfel und Birnen und einem auf mp3.com veröffentlichten Artikel, der dem verringerten Nutzwert DRM-“geschützten” Tonmaterials für den Endverbraucher eine weitere Note hinzufügt:
“Last week mp3.com reported on its testing of portable music players, which showed that playing DRM (copy-protected) songs drained battery power 25% faster in Windows Media players, and 8% faster on iPods, than playing the same songs using the unprotected MP3 format.”

Zurück zum Obst, denn der Vergleich war so keiner, zumindest kein fairer: Die begutachteten Musikstücke nämlich differierten im Grad der jeweils verwendeten Kompression und somit natürlich auch in ihrer Größe, die aufgrund häufigerer Plattenzugriffe negativ auf den Energieverbrauch der mobilen Kleinstplayer einwirkt - verlustfreie Formate dürften hier also regelmäßig das Nachsehen haben. Über den zusätzlichen Leistungshunger DRM-verseuchter Klangexkremente läßt sich trefflich spekulieren, vollkommen frei von jeden Kosten wird es jedoch weder zusätzliche Verschlüsselungsbarrieren noch eine regelmäßige Lizenzvalidierung geben.

Der Punkt, auf den Edwad Felten hinarbeitet, ist allgemeinerer Natur: Zweifelsohne haben verschiedene Dateiformate individuelle Vor- und Nachteile, die den benötigten Plattenplatz, die Klangqualität und letzlich sicherlich auch die Abspieldauer je Akkuladung beeinflussen. Jeder einzelne Nutzer wird hier seine eigenen Prioritäten haben, und manchesmal mögen diese Prioritäten von Woche zu Woche oder Album zu Album unterschiedlich sein, wichtig alleine ist die Freiheit, wählen zu können:

This is where DRM hurts you. In the absence of DRM, you’re free to store and use your music in the format, and the level of compression, that suits your needs best. DRM takes away that option, giving you only one choice, or at most a few choices."

Meine Präferenzen liegen bei gutem Klang und unabhängigen Formaten, kurzum: bei FLAC, dem “Free Lossless Audio Codec”, der leider nur von einer sehr überschaubaren Anzahl an portablen Playern unterstützt wird. Mir bekannt ist in diesem Kontext bisher nur der budgetsprengende Cowon iAudio X5L, der auf dem Papier derbst felst, angeblich aber gerade mit den von mir bevorzugten FLACs Probleme hat. Für Alternativen und Erfahrungsberichte bin ich daher jederzeit offen.

Derweil schreitet die Liberalisierung der Musikliebhaber weiter voran: Die Bastler des “AVR Butterfly MP3”-Projektes wollen der Knechtschaft marktregulierender Konzerne mit einem in Sachen Hard- und Software offenen Abspielgerät trotzen, das zudem einfach zu konstruieren und möglichst billig daherkommen soll. Design und Komfort allerdings können noch nicht ganz mit den Hochglanzprodukten aus fernöstlicher Massenproduktion mithalten, die Bestückung des Geräts legt den Fokus darüber hinaus auf das bekannte MP3-Format - ein interessantes Projekt, das meinen Ansprüchen so aber nicht genügt.

Vielleicht also doch lieber ein Player von der Stange? Was schon mit Blick auf die unglaubliche Präzision der mir eigenen Feinmotorik in Kombination mit glühend heißen Lötkolben mehr als ratsam erscheint, wird unter dem Eindruck der quelloffenen Rockbox-Firmware erst richtig interessant: Die Damen und Herren hinter diesem Open Source Projekt schliesslich bieten einen freien Firmware-Ersatz für diverse Player an, darunter Modelle von Archo, iRiver und Apple. Ein Projekt “für Diejenigen, die sich schon immer darüber geärgert haben, dass ihr iPod nur eine erbärmlich geringe Anzahl verschiedener Audioformate abspielen kann”, so Dennis im we*blog. Aus proprietärem Stuhl wird manchesmal eben doch Gold. I have an eye on you.

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Copy Controlled

Gestern also kam die zweite meiner gebraucht gekauften und über Amazon bestellten CDs an, Radioheads “Hail To The Thief”. Damit bin ich nun wieder aller offiziellen Studioalben der Oxforder Jungs habhaft, pflichtgemäß. Erste Amsthandlung: Das Digitalisieren des tönenden Materials, um zum einen die Musik bequem und regelmässig dort hören zu können, wo mit die meiste Zeit des Tages verbacht wird, zum anderen, um ein Backup für verlorene oder final verliehene Silberlinge zu haben.

Da ich nach jedem Auspacken neuer oder gebraucht gekaufter Digitalscheiben als erstes die Oberfläche nach Kratzern oder ähnlichem absuche, konnten diese kaum der Grund für die Arbeitsverweigerung meines Pioneer-DVD-ROMs sein, über das zwar die Anzahl der Tracks, ansonsten aber nur unsinnige Längenangaben und keinerlei Inhalte digital auszulesen waren. Mir schwante böses, und schnell wurde die dunkle Vorahnung bestätigt: Auf der Rückseite des neu erworbenen Tonträgers prangte das Symbol für bandenmässig organisierten Betrug am Kunden:

Copy Controlled

“Abspielbar auf CD/DVD-V/DVD-A/SACD-Player, PC MS Windows 95, Pentium 2, 233MHz, 64MB RAM +, Mac OS 8.6-9+, CarbonLib & Mac OS X” - “Sonstige” nicht. Ich hatte “Sonstige” und einen Hals wie ein Baumstamm. Die Lächerlichkeit solcher Kundengängelungsmassnahmen gibt sich allerdings erst dann vollends preis, wenn in einem zweiten Laufwerk das “Copy Controlled” Label nur noch zu einer ärgerlichen Farce verkommt. Mein alter Plextor-Brenner mag zwar nicht mehr verlässlich brennen, scheint aber recht immun gegen diese Form der Kundenverarsche zu sein. “Hail To The Thief” liegt nun im FLAC-Format dort, wo es mir als Kuden am komfortabelsten erscheint. Dass dazu zunehmend Klimmzüge erforderlich sind, sagt einmal mehr viel über eine Industrie aus, der man in der jetzigen Form nur noch den Untergang wünschen mag.

So far: FUCK EMI!. Das “Copy Controlled” Logo habe ich frech von Bronskis Seiten entnommen, der auch seine Erfahrungen mit diesem grossartigen “Kopierschutz” machen durfte.

Now Playing: Radiohead - 2 + 2 = 5

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Schein und Sein

Schnäppsche?

Um Apple ranken sich seit jeher seltsame, fast schon religiös anmutende Mythen. Geschicktes Marketing und exquisites Design haben der Firma nicht nur zahlreiche Product Placements in Film und Fernsehen eingebracht, sondern ihre Erzeugnisse fast schon zu Lifestyle Accessoires mutieren lassen. Statt pickeliger Nerds und bierbäuchiger System Administratoren sind Hochlglanzbarbies im Stile von “Sex And The City” die neuen Aushängeschilder der Firma aus Cupertino. Apple ist eben anders - oder etwa doch nicht? Was diese Firma anfasst, muss gut und innovativ sein, folgt man den Argumentationslinien ihrer ergebenen Jünger. Dass dem mitnichten so ist, möchte ich nun keineswegs an den Beispielen von “OS X” AKA “NeXT / OpenSTEP / BSD” oder der seltsamen Bilanz von Geben und Nehmen des Konzerns gegenüber der freien Entwicklergemeinschaft verdeutlichen - dieser Rant wäre ein anderer, längerer. Beschränken wir uns also auf aktuelle Vorkommnisse...

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Mitschneiden verboten - nun auch im Radio?

Copy kills Music?

Es war zu erwarten: Mit dem Aufkommen des digitalen Rundfunks ist die Musikindustrie einmal mehr bestrebt, ihren Zuhörern jede sinnvolle Verfügbarkeit über das klingende Kulturgut zu nehmen. Nachdem die Revolution im Internet verschlafen wurde, wird bekanntlich versucht, alte Pfründe durch die Kriminalisierung der eigenen Kundschaft zu retten. Alternativen oder neue Geschäftsideen sucht man vergeblich - abgesehen von überteuerten und schlecht gemachten Angeboten im Netz, die dem Musikliebhaber in der Regel für unverschämte Preise verkrüppelte Ware andrehen wollen. Nicht mehr als ein durchsichtiges Alibi. Klagewellen und digitales Restriktionsmanagement statt Qualität und dem viel beschworenen Service am Kunden.

Nun folgt also der neueste Clou. Heise berichtet: “US-Musikindustrie fordert Kopierschutzmechanismen für Digitalradio”. Demnächst darf ich also nur noch ganze Sendungen ungeschnitten am Stück aufnehmen - wehe mir, wenn ich aus einzelnen, ausgestrahlten Songs oder Beiträgen eigene CDs zusammenstellen wollte! Von der Weitergabe an befreundete Musikliebhaber ganz zu schweigen - dafür möchten die heuchelnden Bosse der großen Labels den unbescholtenen Hörer am liebsten gleich am Pranger sehen.

Ich rekapituliere: Ein Großteil meines musikalischen Werdegangs wurde durch getauschte Mixkasetten oder Kopien von Alben mir bis dato unbekannter Künstler beeinflußt. In meinem Wohnzimmer stehen weit über 700 Vinylscheiben und CDs, oft auch jenseits des Mainstreams, aber bezahlt. Auch Konzerte besuche ich - das nach wie vor - gerne und regelmäßig.

Ich habe seit gut einem halben Jahr keine Musik mehr käuflich erworben - und werde es weiterhin so halten. Warum?

Einer Industrie, die dermaßen ignorant über die Wünsche und Erwartungen ihrer Kunden hinweg sieht, werfe ich kein Geld in den gierigen Schlund. Das aber hat nun so garnichts mit irgendeiner Kostenlosmentalität zu tun - mir kann man schwerlich vorwerfen, nicht bereit zu sein, Künstler fair entlohnen zu wollen. “Copy kills music” - eine lachhafte Luftnummer, für die sich maximal Knallchargen wie Smudo erwärmen können. Der Musikindustrie - das Wort in sich ist eine Perversion - kommt es nicht auf Inhalte, sondern Profit an. Das ist der Markt, und das sind zumindest die Gesetze der Großen.

Schade, wenn darunter auch die Kleinen leiden müssen. Gefährlich, wenn eine durch niemanden legitimierte Industrie durch Lobbyisten Gesetze durchboxen läßt, die in ihrer letzten Konsequenz das Grab für eine allgemein verfügbare Kultur schaufeln, wie wir sie heute noch kennen.

Industry kills music. Lesenswert.

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