/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

1 Jahr Heimserver- und Irssi-Uptime...

... hätten es so garnicht realitätsfern durchaus bald sein können, wenn der geistig umnachtete Herr des Hauses - in Personalunion mit mir - nicht die falsche Sicherung zur falschen Zeit gezogen hätte (und all das nur, weil ein neuerdings etwas deviant agierender Durchlauferhitzer in den fachunkundigen Augen seines Besitzers damit eine potentielle Gefahrenquelle darstellt):

> uprecords
     #               Uptime | System                                    Boot up
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     1   347 days, 13:05:27 | Linux 2.4.31-grsec       Wed Apr 19 08:11:37 2006
     2    12 days, 15:13:47 | Linux 2.4.31-grsec       Thu Apr  6 12:45:11 2006
->   3     0 days, 02:14:26 | Linux 2.4.31-grsec       Sun Apr  1 20:09:43 2007
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1up in    12 days, 12:59:22 | at                       Sat Apr 14 11:23:56 2007
no1 in   347 days, 10:51:02 | at                       Fri Mar 14 08:15:36 2008

In knapp 18 Tagen wollte ich mit stolzgeschwellter Brust ein Loblied auf die Verlässlichkeit unseres regionalen Stromversorgers danieder schreiben, um unverblümt auf diversen Kanälen mit Laufzeit wider der Widrigkeiten zu protzen.

USV? For pussies. (But get me one of those).

Update: Neue Order des Vermieters: Spül- und Waschmaschine nicht zeitgleich betreiben; als Hausgemeinschaft das kollektive Warmduschen möglichst unterlassen. Der Hauptsicherungen wegen. Oder so.

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Mein Tag...

... muss es sein, wenn der mit Nutella bestrichene Zwieback entgegen allen Erfahrungen seinen freien Fall einmal nicht auf der mit Nutella bestrichenen Seite beendet. Ich fühle mich auserwählt.
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Dem Tod ins Auge geschaut

Es gibt Momente, in denen man Entscheidungen treffen muß. Momente, in denen das geliebte Weib samt Rat und Tat fernab weilt, der Kühlschrank vor Leere gähnt und die Geschäfte bereits geschlossen haben. Selbst wie Mann ist, hatte ich es zumindest nicht versäumt, auf dem Heimweg für etwas Bacon zu sorgen, um den abendlichen Heißhunger mit leckersten Bratkartoffeln samt Zwiebeln, Knoblauch und Currypaste zu stillen. Meine Vorfreude wurde beim Anblick der Kartoffeln jedoch jäh getrübt: Eine Unzahl kleiner, weißer Keimlinge rankte aus den nahrhaften Knollen, die man nach Omas Lesart wohl besser doch nicht zusammen mit Zwiebeln in einer Schublade aufbewahren sollte.

Angsterfüllter Hypochonder der ich bin - Lebensmittel werfe ich wohlstandskonditioniert grundsätzlich lieber zwei Tage vorm Verfallsdatum als danach in den Abfall - galt es sich via Google über Gefahren und Risiken des Verzehrs keimender Knollen zu informieren. Was ich im weltumspannenden Netz der eingebildeten Kranken lesen mußte, überstieg meine schlimmsten Befürchtungen. Zur gemeinen Kartoffel, die ihr giftiges Solanin verstärkt in den grünen Teilen und ihren Keimlingen anlagert, stand zu entnehmen:

"Tödliche Vergiftungen durch die Pflanze sind sehr viel in der Literatur beschrieben worden. Beim Kochen werden die Giftstoffe nicht zerstört, sondern sie gehen in das Kochwasser über. Nach einigen Stunden der Aufnahme kommt ein Brennen und Kratzen im Mund-, Hals- und Rachenbereich zustande. Eine rote, trockene und heiße Haut, Übelkeit, Erbrechen und heftige und übelriechende Durchfälle treten auf. Der erbrochene Mageninhalt hat oft eine gallige Färbung. Zu den Bewusstseinsstörungen kommen Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Augenflimmern mit manchmal aufkommenden optischen Täuschungen. Krämpfe sind bei dieser Vergiftung nur selten zu erkennen. Der Tod tritt meist bei voll erhaltenen Bewusstsein durch eine Atemlähmung ein.

Prost Mahlzeit, Appetitanregendes formuliert sich anders. Doch wer mich kennt, kennt meinen Heißhunger, und so ergoogelte ich mir die passenden Gegenthesen unter geschicktestem Einsatz selektiver Wahrnehmung:

“Unter der Schale, an Keimstellen und in grünen Teilen von Kartoffeln ist vermehrt Solanin enthalten. Dieses Gift wirkt in grösseren Mengen schleimhautreizend und kann zu Augenbrennen, kratzendem Hals, Kopfschmerzen, Leibschmerzen und Durchfall führen. Kleine Mengen Solanin sind für erwachsene Menschen unproblematisch. Deshalb reicht es, wenn Sie grüne Teile von Kartoffeln vor dem Kochen grosszügig wegschneiden und die Keimstellen ausstechen.”

So angeleitet schnitt ich großzügig die gegnerischen Keimlinge aus den heimischen Erdäpfeln und hoffte, damit unter der lethalen Dosis von 400mg Solanin zu bleiben. Mittlerweile ist die Mahlzeit zubereitet, verspeist und in den Tiefen meines Verdauungstraktes verschwunden. Hin und wieder meine ich ein Jucken oder ungewöhnlich trockene Schleimhäute zu erspüren, kann das aber ebensogut wie andere Vergiftungserscheinungen auch auf den nicht ganz so exquisiten 2005er Müller-Thurgau aus rheinhessischem Anbau zurückführen - was gäbe ich jetzt für einen guten Riesling als letzten Gaumenschmaus!

Auch wenn man sich die Welt durch Google zusammenzimmern kann, wie sie gerade gefällt: Sollte dies meine Henkersmahlzeit gewesen sein, so werde ich morgen - nach meinem grausamen Dahinsiechen - einen ausführlichen und authentischen Bericht über den verlorenen Todeskampf zum Besten geben und damit die Besucherzahlen meines Blogs in bis dahin noch nicht gekannte Höhen treiben. Guten Appetit!

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Verliehen und verloren

Obwohl ich schon seit einiger Zeit konsequent keinerlei Tonträger mehr verleihe - was unter einem gewissen sozialen Aspekt nicht immer ganz so einfach ist - nimmt der Bestand meiner virtuellen Sammlung an verschollenem Klangmaterial stetig zu. Aus dieser Perspektive mag ich dankbar sein, dass nie jemand gewagt hatte, nach meinem geheiligten Vinyl zu fragen, vom frühen Verlust der “Keeper Of The Seven Keys”-Doppelalben grosszügig abgesehen. Jeder hat sein Stück Vergangenheitsbewältigung zu leisten.

Manche nachträgliche (Nicht)Entdeckung aber schmerzt besonders. Dort, wo ich Radioheads “OK Computer” vermutete, klaffte vor wenigen Tagen nur eine grosse, gähnende Leere, die ich auch nach dem penibelsten Durchforsten der eigenen CD-Sammlung und einer Hausdurchsuchung, welche den Schergen der GVU und IFPI (kontextfreie Seitenhiebe müssen manchmal sein) zu Ehren gereicht hätte, nicht wieder schliessen konnte. Auf die (eventuell) überraschende Wiedersehensfreude bei einem Um- oder Auszug in unbestimmter Zukunft wollte ich nicht warten, und so erwarb ich dieses epochale Stück Musik gebraucht auf Amazon.

Sieben gut investierte Euros und zwei Tage später sitze ich nun wieder etwas besänftigter unter meinen AKGs und lausche übergrossem Kino. Das verlustfreie Backup für den Fall der Fälle ist gemacht. Paranoid Android, Karma Police, Climbing Up The Walls, No Surprises. Danke dafür. Die gesammelten Werke der Oxforder laufen hier nun erstmal auf Heavy Rotation. Immernoch die beste Band der Welt. I’m a creep, I’m a weirdo. Unvergessen das jugendliche Selbstmitleid zu grossen Gefühlen und grossen Songs.

In diesem Sinne: Wer noch Platten oder Silberlinge von mir in seiner Sammlung stehen hat, der möge diese wieder herausgeben. Eine Generalamnestie sei hiermit reuigen Sündern grosszügig versprochen.

Now playing: Radiohead - Anyone Can Play Guitar

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Gaming Sickness

Um mir eine kurze Erholungspause vom Lernen auf diverse, anstehende Klausuren zu gönnen, lud ich mir gestern Abend den freien und quelloffenen 3D-Ego-Shooter Nexuiz für ein kurzweiliges Spielchen herunter. Grafik, Geräuschkulisse und Gameplay gefielen auf Anhieb, dennoch konnte von Erholung keine Rede sein. Schon nach etwa zwanzig Minuten fröhlicher Ballerei überkam mich eine heftige, körperliche Übelkeit, deretwegen ich umgehend das Spielen einstellte. Ein leichtes Schwindelgefühl, gepaart mit eigenem Unwohlsein, hatte ich an mir schon früher häufig nach kurzem Gebrauch von Ego-Shootern beobachten können, doch dieses Mal war ich nahe daran, mich zu übergeben. Eigenartigerweise habe ich mit nicht weniger rasanten Rennsimulationen wie “Wipeout” oder “Burnout 3” keinerlei Probleme.

Die erste Informationsquelle eines jeden beunruhigten Geeks ist natürlich Google, und wenig überraschend wurde ich sofort in einem Forum fündig, in dem verschiedene, wohl leidenschaftliche Spieler über ähnliche Erfahrungen berichteten:

“Ich spiele schon seit graumer Zeit auf dem PC, und bei manchen Spielen wird mir beinahe kotzübel - kein Scherz. Zum ersten Mal habe ich es bei, kennt ihr diese Spiel überhaupt noch, Wolf 3D gehabt? Nach 30 Minuten Spielzeit konnte ich nicht mehr, totale Übelkeit. [...] ich bin kein Epileptiker oder sowas, aber nach ca. 90 Minuten oder so muss ich aufhören, weil mir den Magen umdreht.”

“Abend allerseits, mein erster Beitrag hier, habe mich vor 5 Minuten angemeldet Dieser Thread ist mir aufgefallen, als ich nach ”Übelkeit Spielen“ gegoogelt habe... [...] Ich leide ebenfalls unter einer totalen Kotz-Übelkeit bei bestimmten PC-Spielen, z.B. Call of Duty, Half-Life 2 --> bei denen beiden ist es extrem. Bin eben bei Half-Life 2 mal wieder über mein körperliches Limit gegangen. Zum Glück stand ein Eimer neben mir. Die Spiele HL² und CoD sind wirklich die schlimmsten. Da ist mir nach einer Viertelstunde übel... 10 Minuten später Schweißausbrüche, nach 45 Minuten ko***.”

“Ich hatte das gleiche Problem bei bestimmten Spielen. Das erste Mal fiel es mir bei den ersten id Spielen auf (Doom, Wolfenstein, etc.). Schon nach kurzer Zeit wurde mir speiübel. Alles hat sich gedreht und ich dachte, gleich kommt alles hoch. Dann hab ich davon Abstand genommen und eine Weile darauf verzichtet. Später hab ich mich wieder ran getraut. Hab dann mit Halflife und CS weitergemacht und siehe da, die Probleme waren auf einmal weg. Habe dann aber wieder aus Neugier Doom herausgekramt und wäre beinahe wieder vom Stuhl gefallen, so schlecht wurde mir wieder. Medal Of Honor oder Call Of Duty bereiten mir aber auch keine Probleme. Auch die neuen wie Doom 3 oder HL 2 sind problemlos.”

Nun gut - ich stand also nicht alleine mit meinem Problem da. Aber worin lag dessen Ursache? Da mir dieses Phänomen schon länger bekannt war, und auch Dinge wie das Lesen von Büchern in fahrenden Autos bei mir schnell Übelkeit aufkommen lassen, recherchierte ich ein wenig und fand einen interessanten Artikel auf den Seiten der TU Berlin, der sich sehr ausführlich diesem Problem widmet. Ich empfehle allen Interessierten, den Originalartikel seiner aufschlussreichen Erklärungen und spannenden Hintergrundinformationen wegen im vollen Wortlaut zu lesen. Hier Auszüge:

Das Phänomen der Simulator Sickness ist im Bereich der klassischen Virtual Reality Anwendungen schon seit längerem bekannt. Neu ist, daß mit zunehmendem Realitätsgrad in Computerspielen Spieler ähnliche Symptome zeigen. Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit diesem neuen Phänomen - “Gaming Sickness”. [...]

Das Phänomen der Simulator Sickness ist dem der Motion Sickness sehr ähnlich. Außerdem hat sich herausgestellt, daß Personen, die anfällig für Motion Sickness sind auch anfällig für Simulator Sickness sind und umgekehrt. [...] Statistisch gesehen sind achtzig Prozent aller Menschen anfällig für Motion Sickness. Symptome der Motion Sickness sind meist Übelkeit, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen oder das Gefühl der Selbstbewegung. Ein klassisches Beispiel für Motion Sickness ist die Seekrankheit. Darüberhinaus erfahren viele Menschen ähnliche Symptome beim Fliegen oder beim Lesen während einer Autofahrt. [...]

Die Symptome von Simulator Sickness entsprechen denen von Motion Sickness, dennoch handelt es sich um zwei verschiedene Effekte. Motion Sickness wird durch den Einfluß von Bewegung erzeugt und deshalb kann in Simulatoren, die sich bewegen, tatsächlich Motion Sickness auftreten. Viele Simulatoren, die den Benutzer keiner Bewegung aussetzen erzeugen aber trotzdem Übelkeit, die allein durch visuelle Stimulation erzeugt wird. [...] Zur Zeit gibt es kein Modell, das die Entstehung von Simulator Sickness vollständig beschreibt. Jedoch gibt es einige Theorien, wobei sich die bekannteste auf Unterschiede in den Sinneseindrücken zur Position und Bewegung des Körpers stützt. Im Allgemeinen wird diese Theorie “Cue Conflict”-Theorie genannt. [...]

Ein Konflikt tritt dann auf, wenn Diskrepanzen zwischen den Eindrücken verschiedener Sinne auftreten. Die Wurzel des Übels scheint im Fall von Simulator Sickness vor allem der visuelle Sinn bzw. das vestibuläre Organ zu sein. In einem unbeweglichen Simulator registriert das visuelle System eine Bewegung während das Gleichgewichtsorgan keine Bewegung wahrnimmt. Es entsteht also ein “Cue-Conflict”. [...] Die “Cue-Conflict”-Theorie stellt also eine Erklärung für das Auftreten von Übelkeit dar, die in Situationen auftritt, in denen ein Konflikt zwischen verschiedenen Sinneseindrücken ensteht. Man kann also mit dieser Theorie nur auf eine Diskrepanz in den Sinneseindrücken schließen, wenn die Symptome schon aufgetreten sind. Nochdazu gibt sie keine Erklärung dafür, warum aus einem Sinneskonflikt überhaupt Übelkeit entsteht. [...]

Es gibt derzeit keine Zahlen, wie groß der Anteil der Spieler ist, die anfällig für Gaming Sickness sind. Allerdings geht aus militärischen Studien hervor, daß 20-40% aller getesteten Piloten Symptome von Simulator Sickness zeigten. Diese Studien beziehen sich zwar auf immersive Simulatoren, da aber auch Spiele zunehmend immersiver werden, lassen sich diese Ergebnisse bedingt übertragen. Piloten sind allerdings bereits an Simulatoren gewöhnt und könnten sich durch Training eine Resistenz gegen Simulator Sickness angeeignet haben, was natürlich auch für die Spieler gelten kann. So läßt sich abschätzen, daß für erfahrene Spieler ähnliche Zahlen gelten. Es ist aber anzunehmen, das ein größerer Anteil an Gelegenheitsspieler unter Gaming Sickness leiden.

Es bleiben einem Gelegenheitsspieler wie mir also zwei Alternativen: Das regelmässige Ausreizen der eigenen Grenzen, den Eimer stets neben mir stehend habend, um mir die erwähnte Resistenz gegen Simulator respektive Gaming Sickness anzueignen, oder der schlichte Verzicht auf 3D-Ego-Shooter. Ich denke, ich kann mit letzterem gut leben und drehe meine Runden ab sofort nur noch in PS-starken Boliden auf der virtuellen Nordschleife. ;-)

Relevante Links:

Gaming Sickness
Are you sick of games?

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