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Interview mit Georg Greve (FSFE) II

Golem veröffentlichte am heutigen Mittwoch ein Interview mit Georg Greve, dem Präsidenten der Free Software Foundation Europe (FSFE). Die FSFE vertritt zur Zeit die Interessen des Samba-Projektes im EU-Kartellverfahren gegen Microsoft. Greve fordert in diesem Zusammenhang wiederholt den kostenfreien Zugang zu allen Informationen, die für die Interoperabilität und Interaktion zwischen verschiedenen Schnittstellen notwendig sind. Nur so könne ein Wettbewerb von unterschiedlichen Geschäftsmodellen, Softwareparadigmen, technischen Lösungen und Ideen stattfinden, zum Vorteil von Wirtschaft und Gesellschaft.

Im Verlauf des weiteren Interviews spielt das Thema TCG/TCPA eine gewichtige Rolle. Das treffender als “digitales Restriktionsmanagement” umschriebene DRM sieht Greve als einzigen denkbaren Anwendungsfall für die “bestenfalls nutzlose Technologie” des Trusted Computings.

Erneut spricht sich der Präsident der FSFE für die weltweite Abschaffung von Softwarepatenten aus, nicht ohne den gewohnten, wichtigen Hinweis, dass die Richtlinie für ein europäisches Patentsystem in diesem Kontext kein nur für freie Software spezifisches Problem darstellt: “Es gibt keine Effekte von Softwarepatenten, die spezifisch für freie Software wären - Aussagen über den Nutzen einer Vereinheitlichung greifen also zwingend weiter. Zunächst ist Vereinheitlichung kein Wert an sich. Eine Vereinheitlichung der durch Softwarepatente geschaffenen Rechtsunsicherheit bringt sicherlich nicht mehr Rechtssicherheit.”.

Lesen: Das komplette Interview von Golem mit Georg Greve.

Siehe auch:

Interview mit Georg Greve (FSFE)

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Danke, München!

Ob die Sorgen um ruinöse Patentverfahren und eine dadurch tagelang stillgelegte Stadtverwaltung nun gerade im speziellen Fall des Münchener LiMux Projektes zutreffen, sei dahin gestellt - es ist mit der Sicht auf die übergeordnete Relevanz der zu treffenden Entscheidungen fast schon nebensächlich. Auch die Motivation hinter der Vehemenz, mit der sich die Münchener SPD und ihr Oberbürgermeister Christian Ude für das freie Betriebssystem in der Landeshauptstadt einsetzen, mag vorerst nicht von Belang sein.

Paradoxerweise darf der, von vielen als Überreaktion gewertete, vorläufige Stopp des LiMux Projektes als publikumswirksamer Glücksfall für die Öffentlichkeitsarbeit der Vertreter der Open Source Szene und der Gegner der Patentierbarkeit “computerimplementierter Erfindungen” gelten. Die Eindeutigkeit, mit der die vom Bundesjustizministerium vorgegebene Marschrichtung in Sachen Softwarepatente ad absurdum geführt wird, könnte kaum größer sein - Planungsunsicherheit an allen Orten, Innovationshindernisse und die daraus folgenden Nachteile für die vor Ort ansässigen Unternehmen lassen erahnen, wie sich umfangreiche Patentportfolios multinationaler oder US-amerikanischer Unternehmen in Zukunft wirksam gegen die ungeliebte Konkurrenz freier Software und kleiner und mittelständischer Firmen in Stellung bringen liessen.

Deutliche Ansagen des Münchener OBs, der FSFE und des deutschen Linux Verbandes “LIVE” ergehen so an ein Justizministerium, dass sich bisher in dieser Sache nur als Handlanger verschiedenster Grosslobbyisten in Szene zu setzen vermochte. Eine klare und nachvollziehbare Politik fehlt. In Zeiten schier endloser Diskussionen zum “Standort Deutschland” ist ein derartiges Rumgeeiere umso unverständlicher - mit dem Absegnen der umstrittenen EU-Richtlinie wäre zu vorderst Unternehmen geholfen, die in ihrer Mehrheit nicht in Europa beheimatet sind. Eine Auseinandersetzung mit differenzierteren Argumenten scheint im verantwortlichen Ministerium zur Zeit nicht möglich - anders ist die wenig begründete Aussage, Softwarepatente würden keine erkennbaren Probleme bei der Entwicklung freier Software verursachen, kaum zu verstehen.

Noch hat Europa die Chance auf ein Stück mehr technologische Unabhängigkeit und ein Patentsystem, das mit menschlichem Verstand betrachtet zumindest einigermassen nachvollziehbar erscheint. Vielleicht weckt München einige Schlafmützen auf. Es ist zu hoffen.

Relevante Links:

Stadt München setzt Linux-Migration fort
München hält an Linux fest

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Interview mit Georg Greve (FSFE)

Pro-Linux veröffentlichte heute ein Interview mit Georg Greve, dem Präsidenten der Free Software Foundation Europe (FSFE), vielen sicherlich auch durch seine monatliche - unter anderem im Linux Magazin erscheinende - GNU Kolumne “Brave GNU World” bekannt. Zur aktuellen Diskussion um Softwarepatene und intellektuelles Eigentum merkt Greve an, Softwarepatente seien in erster Linie nicht nur eine Bedrohung Freier Software, sondern zögen durchaus auch proprietären Code und damit Unternehmen jeder Größe in Mitleidenschaft. Eine Fokusierung der Problematik auf Freie Software sei kontraproduktiv und von den Befürwortern solcher Patente aus diesem Grund teilweise auch gewollt. Es sei weiterhin wichtig, auch andere Entwicklungen als akute Gefährdung eines freien Informationszeitalters wahrzunehmen - Greve führt hier die European Copyright Directive (EUCD), die Intellectual Property Rights Enforcement Directive (IPRED), die Broadcasting Direktive der World Intellectual Property Organization (WIPO) sowie “die allgemeinen politischen Vorkommnisse von regionaler Ebene bis hin zum World Summit on the Information Society (WSIS), bei dem es proprietären Lobbyisten in der US-Delegation fast gelungen wäre, Freie Software und die Teilhabe an Wissen zu Undingen zu deklarieren” als Beispiele an.

Im weiteren Verlauf nimmt Greve auch zu kritischen Fragen hinsichtlich der Struktur der FSFE Stellung, skizziert in kurzen Worten das bisher Erreichte und zeigt die dringende Notwendigkeit weitergehender, finanzieller Unterstützung der FSFE auf, um die eigenen Aktivitäten nicht einschränken zu müssen, sondern im Gegenteil ausweiten zu können.

Lesen: Das komplette Interview von Pro-Linux mit Georg Greve.

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