Das personalisiert Böse kommt dieser Tage nicht selten in Form des scheinbar wohl gesonnenen Thilo E. um Ecken und Bürotüren. In nächtlichen Konsolenorgien injeziert der Bezwinger der Kieserschen Beinspreize das Gift der elektronisch seichten Unterhaltung gezielt seinen von Alkohol geschwächten Opfern, die sich nichts ahnend dem suchtgefährdenden Spielspass und ihrer eigenen Verdammnis hingeben.
Noch unter den sinnesraubenden Eindrücken der teuflisch flackernden Videospielseancen stehend wird der angegriffene Geist des Autors von oben genanntem ohne jede Gnade und unter billigstem Vorwand in den lauten Trubel eines neuzeitlichen Konsumtempels geschleppt, in dem sich Konsolen aller Couleur geradezu vulgär anpreisen.
Zwischen Verstand und verzückender Versuchung hin- und hergerissen schallt von außen ein diabolisches Beschwören in die inneren Kämpfe des Schreibers hinein, “komm und kauf sie dir, kauf sie doch, erinnere dich an Spiel und Spass und nimm sie dir, nun kauf sie endlich, kauf” - die Agonie des Rationalen erfreut das ungekannt hinterhältige Gemüt des Souffleurs sichtlich.
Es war die kaum altruistisch motivierte Bereitschaft des ansässigen Konsolendealers, eine Dosis “Guitar Hero 3” unter gutem Zureden schon vor dem offiziellen deutschen Verkaufsstart in die Hände der sich noch wehrenden, neuen Kundschaft zu legen, die den Willen des tapferen Jens M. schließlich brechen ließ. Thilo E. hätte nicht den Hauch einer Chance gehabt. Ehrlich.