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GmailFS Kurzevaluation

Das Aufsetzen der benötigten Komponenten nach dieser Anleitung gestaltete sich vollkommen problemlos, ein Gentoo System diente als Testplattform. Gängige Dateioperationen wie cp, mv, ln oder rm verliefen fehlerfrei, das Rechtemanagement allerdings scheint (noch?) nicht zu funktionieren: Übliche UNIX Permissions konnten zwar gesetzt und ausgelesen werden, wurden aber nicht beachtet (ein “echo foobar > testfile” war trotz Maske 0600 und Eigentümerschaft eines anderen Users möglich). Das Filesystem wird transparent über die üblichen Mechanismen eingebunden:
> mount | grep gmail
gmailfs on /mnt/gmailfs type fuse (rw,nosuid,nodev)

> df -h -t fuse
Filesystem            Size  Used Avail Use% Mounted on
gmailfs              1000M     0 1000M   0% /mnt/gmailfs

Kopieren einer 925K Datei in Richtung Gmail: 1m42.045s Kopieren der gleichen Datei in entgegengesetzter Richtung: 0m21.041s (TDSL, 728/128 KB/s)

Entsprechend:

> df -h -t fuse
Filesystem            Size  Used Avail Use% Mounted on
gmailfs              1000M  1,0M  999M   1% /mnt/gmailfs

In der Mailübersicht tauchen die auf GmailFS zurückzuführenden Einträge etwas unschön wie folgt auf:

GmailFS in der Mailbox

Per passendem Filterkriterium lässt sich die Anzeige dieser Nachrichten allerdings einfach unterdrücken.

Ausgefeiltere Benchmarksuiten lasse ich vorerst lieber nicht auf GmailFS los, sonst zersägt es mir bei meinem Glück den kompletten Account. Was fein wäre: Ein auch von Google propagiertes GmailFS, bei dem man per Netzwerkmount auf einen möglichst im Maildirformat gehaltenen Spool direkt zugreifen könnte.

Siehe auch: Inkompatibel

// Die Kategorie ‘Spielkind’ wird angedacht.

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Inkompatibel

Google hat die Lehren aus dem äußerst erfolgreichen Marketingkonzept im Falle des hauseigenen “Social Network” Dienstes Orkut gezogen und macht beim noch im Betastadium befindlichen Mailservice Gmail genau deshalb (fast) alles wie gehabt: Immernoch verleiht der Hauch des Exklusiven einem eigentlich banalen Dienst ein elitäres Antlitz, teilnehmen kann nur, wer eine Einladung erhält - Google ist mittlerweile allerdings großzügiger geworden und streut diese recht breit. Um Publicity braucht man sich derweil nicht zu sorgen: Google preschte mit dem damals noch exorbitant wirkenden Versprechen, jedem User 1 Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung stellen zu wollen, vor - andere folgten. Glaubt man dem aufmerksamkeitsökonomischen “only no news are bad news”, dann trugen auch die Querelen um den Börsengang des Suchmaschinenherstellers und die Privacy Politik des genannten Mailservices letzlich nur zu einer größeren Bekanntheit der Angebote bei.

Meine ersten Eindrücke waren allerdings trivialerer Natur und weniger euphorisch: Unter Verwendung des KDE Browsers “Konqueror” wollte mich Googles Emaildienst nicht ohne Umwege an dem neuen, informationstechnischen Paradies teilhaben lassen:

Du kommst hier nicht rein!

Die Erklärung für dieses Verhalten folgte dann auch prompt:

I’m sorry, too.

Nun, Gmail befindet sich wie gesagt offiziell in der Betaphase - solche Anpassungsprobleme sind also zu verschmerzen und sollten in diesem Stadium noch zu keiner Bewertung herangezogen werden - Google hat bisher ein ums andere mal bewiesen, dass man durchaus in der Lage ist, große und innovative Projekte zu stemmen.

Etwas nachdenklicher machte mich nur folgende Meldung, die mich nach dem “Fälschen” der Browserkennung (Konqueror gab sich als IE 5.5 auf Windows 2000 aus) erwartete:

ActiveX? Not available here...

Auch wenn’s wohl bei den meisten WinDAUs funktionieren mag: Das will man so nicht.

Bleibt noch ein weiteres Gadget in diesem Zusammenhang zu evaluieren: GmailFS.

GmailFS provides a mountable Linux filesystem which uses your Gmail account as its storage medium. [...] GmailFS supports most file operations such as read, write, open, close, stat, symlink, link, unlink, truncate and rename. This means that you can use all your favourite unix command line tools to operate on files stored on Gmail (e.g. cp, ls, mv, rm, ln, grep etc. etc.).

Klingt soweit spassig, ich bin mir allerdings recht sicher, dass Google diese Art der Nutzung nicht unbedingt gerne sieht und in naher Zukunft eventuell für beabsichtigte Inkompatibilitäten sorgen wird. Achja, Gmail: IMAP wäre toll, IMAPS großes Kino.

Meine alltägliche Mail lasse ich jedoch weiterhin präferiert über eigene Server laufen - Google, Orkut und Gmail gemahnen in ihrer Kombination in beängstigender Art und Weise an eine Informationen einsaugende und für Aussenstehende nicht mehr nachvollziehbar verknüpfende Datenkrake. In diesem Zusammenhang fällt mir der Artikel des Linux Magazins zur Oscon 2004 ein: “Open Content ist das neue Stichwort”. Tim O’Reilly warnte eben dort vor einem “Data Lock-In”: “Von der Allgemeinheit erzeugte Daten wie Produktempfehlungen bei Amazon oder E-Mail-Archive bei Google Mail sollten nicht von wenigen Anbietern kontrolliert und weggesperrt werden.

Als da noch waren: Bye Bye Orkut.

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