/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

IBM Service: Eine kleine Lobhudelei

IBM Notebooks sind bekannt robust und zuverlässig - so auch mein persönliches Lieblingsgadget, das Thinkpad T41p. Um so größer der Schreck, als durch die mir eigene Grobmotorik das integrierte Hackbrett ein “M” verlustierte, irreparabel geschädigt durch den Bruch eines millimetergroßen Teils der Tastenmechanik. Und nun die Lobhudelei in chronologischer Aufzählung:
  • erfolgreiche Destruktion des Eingabegerätes am Sonntag Abend
  • “Electronic Service Call” durch das IBM Service Webfrontend
  • Rückruf eines Support-Mitarbeiters am Montag
  • Lieferung einer komplett neuen Tastatur am Dienstag
  • kinderleichten Austausch spielend selbst bewältigt

Drei Jahre Garantie und keine weiteren Fragen.

2028 Klicks

Explosivstoffe

Nach Apple, Dell und Toshiba: “Lenovo and IBM Announce Recall of ThinkPad Notebook Computer Batteries Due to Fire Hazard” (Heise berichtet).

Betroffen sind (bisher) nach Verlautbarung in Originalbestückung folgende Modelle: T-Series (T43, T43p, T60); R-Series (R51e, R52, R60, R60) und X-Series (X60, X60s). Bei Ersatz- oder Austausch-Akkus können natürlich auch andere Besitzer betroffen sein: so hat es sogar das betagte Thinkpad 600 von Alan Cox erwischt.

Akku meines IBM Thinkpad T41p, offenbar nicht explosionsgefährdet.

Die bekannten Seriennummern gefährdeter Akkus im Überblick:

 ASM P/N        FRU P/N
 92P1072        92P1073
 92P1088        92P1089
 92P1142        92P1141
 92P1170        92P1169 or 93P5028
 92P1174        92P1173 or 93P5030

Ergo: Glück gehabt. Das Ding steht immerhin seit Jahr und Tag - öfter auch mal im eingeschalteten Zustand - neben dem Kopfende meines Bettes. Ganz klar ein mögliches Szenario für einen der nächsten Filme aus der vor skurillen Todesfällen nur so strotzenden “Final Destination”-Reihe - dagegen wirkt selbst Gammelfleisch blass. Die Rückruflawine rollt derweil munter weiter.

2516 Klicks

Meine Neue

Auch heute gibt es hier und da noch Tastaturen, die wegen der einen oder anderen Besonderheit aus der Masse der meist grauen Hackbretter hervor treten. Abseits der gleichgeschalteten Modegeeks im stylishen Applestore trauern alte Männer[tm] träumen echte Männer[tm] jedoch nach wie vor von den großen, lauten und umso robusteren IBM-Tastaturen aus den 80er Jahren, die - von Lexmark produziert - qualitativ bis dato unerreicht zu sein scheinen. Wer einmal seine Hände auf dieser Peripherie hat wandern lassen, ist meist mit allem anderen nicht mehr zu befriedigen.

Das alte und neue Hackbrett.

Ab sofort bin also auch ich stolzer Besitzer des amtlichen Eingabegeräts aus ferner Vergangenheit - danke Charley! Erstanden für wenige Eypos und bereits im Besitz eines solchen Schatzes machte die andere Hälfte der Gebrüder Helium (das muss so nun nicht jeder kapieren) seinem quadratstädtlichen Kollegen ein Geschenk, dass des Nerds Herzen höher schlagen lässt.


Handsigniert! ;-)

Eventuell motiviert das neue Gadget auch wieder zu (ausstehenden) Blog-Einträgen in engerer Folge. Nein Lars, das Stöckchen ist immernoch nicht vergessen.

3509 Klicks

Eine gewonnene Schlacht

Man kann bekanntlich nicht alles haben, und so war die heutige Ablehnung der “Richtlinie über die Patentierbarkeit computerimplementierter Erfindungen” in Straßburg wohl mehr als von vielen Anfangs erwartet, sicherlich aber auch weniger als von manchem erhofft. Nachdem die Vertreter der Großkonzerne ihre hässliche Fratze in einem ungewohnt massiven Kampf der Eigeninteressen gezeigt hatten, ging die voerst wohl letzte Runde eines weiteren, demokratischen Trauerspiels auf europäischer Ebene dank des unermüdlichen Einsatzes vieler im Kontext freiheitlich denkender Akteure mit einem vorläufigen Unentschieden zu Ende. Einer Industrie, die sonst nicht müde wird, selbstregulierende Marktkräfte zu beschwören, wurde der Schutz eigener Monopole durch ein staatlich garantiertes Total Trivialpatent nicht gewährt. Um mit Viviane Forrester zu sprechen: Der Primat der Bilanzen wurde dieses Mal nicht zum universellen Gesetz.

Die große Erleichterung über die Abwehr des größtmöglichen Übels sollte dennoch nicht darüber hinweg täuschen, dass das Thema noch nicht vom Tisch ist. Nach wie vor existiert die umstrittene Patentvergabepraxis des europäischen Patentamts, seit dem heutigen Tag allerdings in einem etwas luftleereren Raum. Zu denken sollte auch die plötzliche Unterstüzung der Ablehung der Ratsrichtlinie durch die eigentlichen Verfechter der weitergehenden Patentierbarkeit von Software computerimplementierten Erfindungen geben: die Türen werden offengelassen. Der mehrmals gemässigte Vorschlag des französischen Ex-Premiers Michel Rocard sollte mit allen Mitteln und in jedem Fall verhindert werden.

Bedenkt man, welcherlei Menschen über derart wichtige Sachfragen abzustimmen haben, möchte man verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. So zitiert heise online im heutigen Artikel zur “Beerdigung” der Softwarepatentrichtlinie den CDU-Abgeordneten Werner Langen:

Der CDU-Abgeordnete Werner Langen [...] beschimpfte Softwarepatentgegner als “Handlanger” asiatischer und amerikanischer Wirtschaftsinteressen.

Heise selbst, wohl nicht ganz ohne jede berechtigte Süffisanz, führt dazu weiter aus:

Zu den stärksten Befürwortern der Ratslinie hatten aber Konzerne wie die Business Software Alliance (BSA) gehört, die US-Größen wie IBM, Intel oder Microsoft vertritt und seit längerem beim Schutz “geistigen Eigentums” an einem Import des US-amerikanischen Rechtssystems in der EU arbeitet.

Der Nuhr’sche Imperativ würde wohl in vielen Parlamenten dieser Welt für Grabesstille sorgen.

Relevante Links:

EU-Parlament beerdigt Softwarepatentrichtlinie
Softwarepatente: Besser keine Richtlinie als eine schlechte
Softwarepatente: Industrielobbying mit gezinkten Karten?
Artikelübersicht: Der Streit um Softwarepatente in Europa
Softwarepatente? Abgelehnt!
Europaparlament stimmt gegen Software-Patente
Richtlinie zu Softwarepatenten vom Tisch

Echo Chamber:

Softwarepatente? Abgelehnt!
Strike!

4370 Klicks

Linux ist einfach unglaublich

“Linux ist einfach unglaublich. Es gehört niemandem und ist gleichzeitig das Eigentum von Allen. Tausende von Programmierern arbeiten an Linux in einem System gegenseitiger Kontrolle, das bei proprietärer Software nicht möglich ist”

Nein, hier ist nicht etwa Eric S. Raymond oder Richard Stallman zitiert worden, es sind viel mehr die Worte des IBM Vizepräsidenten Nick Donofrio, geäußert am letzten Tag der “LinuxWorld Conference & Expo”. Hat ihn nur die dort herrschende Atmosphäre in den Bann gezogen, oder sind gar unbemerkt verabreichte, psychedelische Drogen für die romantischen Anflüge des Konzernlenkers verantwortlich?

In der selben Rede betonte Donofrio weiter, IBM werde sein Patenportfolio nicht gegen Linux in Stellung bringen - “es sei denn, wir werden gezwungen, uns zu verteidigen”. Für Bruce Perens allerdings sind das hohle Phrasen bar echter Konsequenzen:

“Ich möchte von IBM, HP, Novell und anderen hören, dass sie an meiner Seite stehen und mich verteidigen, wenn ich vor den Herren in den grauen Talaren stehe. Wenn ich vor Gericht erscheinen muss, weil ich Patente verletzt habe, so nutzen edle Schwüre überhaupt nichts”.

Quelle:

IBM schwört auf Linux

2771 Klicks

Gedankenspiele

Sun Chef Jonathan Schwartz macht sich in seinem Weblog einige Gedanken zur Zukunft von IBM, Linux und - natürlich - Sun. Schwartz verortet den blauen Riesen und dessen Zukunft in zunehmender Abhängigkeit vom freien Betriebssystem Linux und meint darin eine Wiederholung einstiger, fundamentaler Fehler beobachten zu können:
“IBM has a problem. The problem is called history, and in its current incarnation it’s called Red Hat. The ‘history’ to which I refer is the experience of a former IBM CEO, John Akers. Akers and his staff had the wisdom to enter the PC market in its early days, but the short sightedness to suggest customers source their PC operating system from a little company in the Pacific northwest. The company turned into Microsoft, and they continue to generously return the fruits of their coup to their stockholders. [...] A few years back, IBM and HP both hopped onto the social movement called linux. It’s a wonderful movement. But the bad news for IBM is that the vast majority of enterprise datacenter deployments are now occurring on Red Hat’s linux. 100 to 1, depending up on where you look. And with Red Hat increasing price, while adding in an application server that competes with WebSphere, IBM’s finding itself in the uncomfortable position of having lost control of the social movement they were hoping to monetize. They’re beginning to look like the IBM of Mr. Akers’s era - having missed the forest for a tree, and finding themselves without an operating system.”

Süffisant spinnt Schwartz seinen Gedanken weiter:

“IBM is in a real pickle. Red Hat’s dominance leaves IBM almost entirely dependent upon SuSe/Novell. Whoever owns Novell controls the OS on which IBM’s future depends. Now that’s an interesting thought, isn’t it?”

Red Hat wildert in Gefilden, die sonst IBM vorbehalten schienen - eine knifflige Situation für das Urgestein der IT Geschichte, fährt man doch selbst seit einiger Zeit eine forcierte Open Source Strategie. Schwartz erkennt die Achillesferse und meint, die Taktik IBMs mit einem Aufkauf Novells gehörig durcheinander bringen zu können - die aktuell offensichtlich gut gefüllte Kriegskasse mache das, im Gegensatz zu einer Akquise Red Hats, möglich. Gespräche in dieser Richtung mit dem Novell Management gab es bisher allerdings ebensowenig wie eine Stellungnahme Novells zu Schwartz’ öffentlichen Gedankenspielen. Novell selbst hatte sich erst kürzlich den Linux Distributor SuSE einverleibt.

Bleibt nur noch abzuwarten, ob sich IBM wirklich in eine Abhängigkeit von Firmen wie Red Hat oder Novell begeben wird. Linux ist ein freies System und kann als solches prinzipiell von allen Unternehmen, die über die notwendigen Resourcen verfügen, weiterentwickelt, gepflegt und unterstützt werden. IBM ist ein solches Unternehmen. Sun im Gegensatz dazu tut sich schwer mit einer klar definierten Strategie und scheint innerlich zerissen bisher eher einen halbherzigen Kurs gefahren zu haben, was ihnen nicht unbedingt uneingeschränkte Sympathien von Seiten der Open Source Community entgegen gebracht hat.

Es geht um’s Big Business, um die Vorherrschaft im Servergeschäft und den dort laufenden Applikationen. Linux ist Mittel zum Zweck, keines der Unternehmen wird als solches eine neue Liebe zu freilaufenden Pinguinen entdeckt haben - das machen schon die Kommentare des Sun Häuptlings deutlich, der Linux als “Social Movement” einen ganz gewissen Stempel aufdrücken zu wollen scheint.

2347 Klicks