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Jabber existiert. Frei und sicher.

Via Thrashing Through Cyberspace.

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Privacy outlawed?

Der deutsche Überwachungsdrang kennt keine Grenzen. Nachdem wir uns nun schon seit Jahren als inoffizieller Abhörweltmeister in Sachen Telefongesprächen rühmen dürfen, wachsen angesichts der immer breiter eingesetzten, neuen Kommunikationsmöglichkeiten die Begehrlichkeiten auf Seiten derer, die angeblich zum Schutze des Volkes gegen das organisierte Verbrechen sowie den internationalen Terrorismus meinen, auch dem gemeinen Privatbürger eine garantierte Privatssphäre vorenthalten zu müssen. Im Visier der freiheitsabbauenden Politaktivisten: E-Mail, VoIP und Instant Messaging. Wie immer hat Kai auf seinen Seiten einen treffenden Kommentar zu diesem Thema zu bieten.

Bleibt die Frage, welchem Zweck die monströsen Überwachungsapparate, die auf Kosten der Provider installiert werden sollen, wirklich dienen. Nehmen die Entscheider in den Ministerien allen Ernstes an, organisierte Verbrecherbanden oder weltweit agierende Terroristennetzwerke würden über unverschlüsselte oder trivial verfolgbare Kanäle miteinander kommunizieren? Es bliebe natürlich noch das Verbot jeglicher Kryphtographie oder der Zwang zur Schlüsselhinterlegung - schematisch würde das durchaus zur einfachen Denke der politischen Entscheider in diesem Kontext passen, und gegen Menschen mit ausreichend krimineller Energie ebenso wenig ausrichten wie bisherige Luftbauten.

Kai bewahrt die Hoffnung, das angesichts solcher Entwicklungen sich zunehmend mehr Leute Gedanken über den Schutz ihrer Kommunikation mittels Kryptographie machen. Lasst ihn Recht behalten! Auch die Betreiber des Jabberservers jabber.ccc.de sehen sich von der Novelle des TKÜV betroffen und legen ihren Usern dringend an’s Herz, ihre Gespräche per GPG zu verschlüsseln:

Im Rahmen der Novelle der TKÜV, die demnächst ansteht, muss wohl in Zukunft jede “Telekommunikationseinrichtung” mit mehr als 1000 User eine Schnüffel-Schnittstelle für den Zoll/BND/Polizei/? bereitstellen, über die im Zweifelsfall jegliche Kommunikation eines User mitgelesen werden kann. [...]

Es sieht ganz so aus, als ob davon u.a. auch jabber.ccc.de davon betroffen sein wird, da wir mit ~2500 Usern ganz klar ueber diesem Limit sind. Ich habe einen mir befreundeten Rechtsanwalt gebeten, für mich zu klären wie das konkret aussieht - trotzdem möchte ich Euch aus diesem Anlass einmal mehr dringend empfehlen, GPG zu verwenden.

Bleibt mir ein Zitat aus meinem allwissenden fortune-File:

If privacy is outlawed, only outlaws will have privacy.

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Yahoo setzt freie IMs vor die Tür

Etwas verärgert nahm ich heute morgen zur Kenntniss, dass weder gaim noch centericq in der Lage waren, meinen Yahoo Messenger Account zu nutzen. Nichts weiter dabei denkend machte ich Serverprobleme oder ähnliche Unpässlichkeiten dafür verantwortlich. Dann aber traf auf der centericq Mailingliste - nach einigen Berichten ebenfalls Betroffener - die Erklärung für meine vergeblichen Login Versuche ein: Yahoo hat mal wieder sein Protokoll geändert, der Vorwand dieses Mal: Spammer abwehren. Aber natürlich.

Was bleibt? Abgesehen davon, dass nun einige Bekannte auf andere Instant Messaging Alternativen eingeschworen werden wollen, zeigt sich einmal mehr, dass gerade Kommunikation besser frei und dezentral denn proprietär und in der Hand kommerzieller Konzerne ist. Wohin also? Ganz klar: In Richtung Jabber. Wie freies und wirklich privates (sprich verschlüsseltes) Instant Messaging funktionieren, hat Kai unter “Freies & sicheres IM mit Jabber & OpenPGP” ausführlich und leicht verständlich beschrieben. Die große Hürde, die es zu nehmen gilt, ist jedoch das Konvertieren der eigenen Gesprächspartner von ICQ, Yahoo, MSN und Konsorten hin zum Jabbernetzwerk, so man denn auch mit Wesen außerhalb der Geekosphäre sozial interagiert.

Definitiv also auch Zeit für mich, meine ersten zaghaften Jabberversuche auszuweiten und irgendwann auch meinen ICQ Account zu eliminieren.

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