Geschmacklosigkeiten
Es sind in der Hauptsache drei Gründe, die mich eher selten ins Kino gehen lassen: Zum einen läuft mich wirklich interessierendes Material viel zu selten auf den Projektoren der Vorführer, zum anderen bin ich bei den aktuellen Eintrittspreisen nur mäßig begeistert, dennoch über eine halbe Stunde Werbung vor dem eigentlichen Objekt der Begierde ertragen zu müssen. Der dritte Grund sind nicht unbedingt die geliebten Mitmenschen, welche Popcorn mampfend mehr oder weniger geistreich jeden Film meinen kommentieren zu müssen, sondern eine stetig anwachsende Abneigung gegen einen Industriezweig, der ähnlich den Vertretern der Musikbranche schlicht und ergreifend das eine tut: Die eigene Kundschaft kriminalisieren. Der Kunde selbst ist Vieh, Produkte werden nicht für ihn, sondern gegen ihn entwickelt - als bestes Beispiel unverfrorener Gängelungsmechanismen darf hier der Regionalcode glänzen, aber auch die Unmöglichkeit vieler DVDs, bei Wahl des englischen Originaltons deutsche Untertitel auszublenden. Über Preise, lieblose Beigaben als Kapazitätsfüller und Booklets, die der Rede nicht wert sind, möchte ich hier gar nicht erst anfangen, meine recht eindeutige Meinung kund zu tun. Man hat zu kaufen, was große Unterhaltungsbosse der Masse zum Frass vorwerfen. Tut man dies nicht, ist man zumindest verdächtig oder längst schon kriminell - je nach Lesart.
Kommen wir aber zu erwähnter Geschmacklosigkeit zurück...
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