Bionade - der Preis des Originals
Schade eigentlich. So schnell der Aufstieg des “offiziellen Getränks für eine bessere Welt” von Hamburgs Szenekneipen in die Regale der Republik gelang, so schnell hatte auch ich die etwas andere Limonade zu schätzen gelernt. Doch während die Preise an Deutschlands Zapfsäulen mich einigermaßen peripher berühren, schockte das samstägliche Nahrungsmittelshoppen bei Feinkost Albrecht und Neukauf mit deutlich ausgezeichneten 90 Eurocent, wo vor wenigen Tagen an gleicher Stelle ein ganzes Drittel weniger den Kassenbon belastete.
Kowalsky führt weder höhere Energiekosten, teurere Rohstoffe noch den gerne bejammerten Lohnfaktor zur Erklärung des immensen Preissprungs ins Feld, sondern verweist schlicht auf marktstrategische Überlegungen. Die vielen Nachahmer, die dem Produkt der kleinen Brauerei aus Ostheim in Bayern mittlwerweile Konkurrenz machen, seien häufig teurer als das erklärte Original selbst. »Darauf müssen wir reagieren, sonst nimmt Bionade ein tragisches Ende«, bezieht der Chef des Hauses Stellung. Investieren wolle man, keine Villen bauen oder Hubschrauber kaufen, sondern expandieren und exportieren. Vom sympathischen Underdog mit Prinzipien zum betriebswirtschaftlich werteentwerteten Bussiness as Usual?
Es ist weniger der absolute Preis als ein dümmlich-arrogantes Selbstverständnis, das Bionade vorerst sein tragisches Ende in meinem Kühlschrank finden lässt. Mag die Preisbildung bei vermeintlichen Luxus- und Lifestylegütern aus betriebswirtschaftlicher Sicht auch anders funktionieren, hier ist Image nichts und Durst alles, oder so ähnlich.
Zitate aus Bionade: Der Preis des Originals (FAZ) und Bionade: Preisschub bei Bio-Brause (FOCUS Money).
