Free your Music!
Zurück zum Obst, denn der Vergleich war so keiner, zumindest kein fairer: Die begutachteten Musikstücke nämlich differierten im Grad der jeweils verwendeten Kompression und somit natürlich auch in ihrer Größe, die aufgrund häufigerer Plattenzugriffe negativ auf den Energieverbrauch der mobilen Kleinstplayer einwirkt - verlustfreie Formate dürften hier also regelmäßig das Nachsehen haben. Über den zusätzlichen Leistungshunger DRM-verseuchter Klangexkremente läßt sich trefflich spekulieren, vollkommen frei von jeden Kosten wird es jedoch weder zusätzliche Verschlüsselungsbarrieren noch eine regelmäßige Lizenzvalidierung geben.
Der Punkt, auf den Edwad Felten hinarbeitet, ist allgemeinerer Natur: Zweifelsohne haben verschiedene Dateiformate individuelle Vor- und Nachteile, die den benötigten Plattenplatz, die Klangqualität und letzlich sicherlich auch die Abspieldauer je Akkuladung beeinflussen. Jeder einzelne Nutzer wird hier seine eigenen Prioritäten haben, und manchesmal mögen diese Prioritäten von Woche zu Woche oder Album zu Album unterschiedlich sein, wichtig alleine ist die Freiheit, wählen zu können:
Meine Präferenzen liegen bei gutem Klang und unabhängigen Formaten, kurzum: bei FLAC, dem “Free Lossless Audio Codec”, der leider nur von einer sehr überschaubaren Anzahl an portablen Playern unterstützt wird. Mir bekannt ist in diesem Kontext bisher nur der budgetsprengende Cowon iAudio X5L, der auf dem Papier derbst felst, angeblich aber gerade mit den von mir bevorzugten FLACs Probleme hat. Für Alternativen und Erfahrungsberichte bin ich daher jederzeit offen.
Derweil schreitet die Liberalisierung der Musikliebhaber weiter voran: Die Bastler des “AVR Butterfly MP3”-Projektes wollen der Knechtschaft marktregulierender Konzerne mit einem in Sachen Hard- und Software offenen Abspielgerät trotzen, das zudem einfach zu konstruieren und möglichst billig daherkommen soll. Design und Komfort allerdings können noch nicht ganz mit den Hochglanzprodukten aus fernöstlicher Massenproduktion mithalten, die Bestückung des Geräts legt den Fokus darüber hinaus auf das bekannte MP3-Format - ein interessantes Projekt, das meinen Ansprüchen so aber nicht genügt.
Vielleicht also doch lieber ein Player von der Stange? Was schon mit Blick auf die unglaubliche Präzision der mir eigenen Feinmotorik in Kombination mit glühend heißen Lötkolben mehr als ratsam erscheint, wird unter dem Eindruck der quelloffenen Rockbox-Firmware erst richtig interessant: Die Damen und Herren hinter diesem Open Source Projekt schliesslich bieten einen freien Firmware-Ersatz für diverse Player an, darunter Modelle von Archo, iRiver und Apple. Ein Projekt “für Diejenigen, die sich schon immer darüber geärgert haben, dass ihr iPod nur eine erbärmlich geringe Anzahl verschiedener Audioformate abspielen kann”, so Dennis im we*blog. Aus proprietärem Stuhl wird manchesmal eben doch Gold. I have an eye on you.
