/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

Free your Music!

Edward Felten berichtet in seinem Blog Freedom to Tinker von Äpfel und Birnen und einem auf mp3.com veröffentlichten Artikel, der dem verringerten Nutzwert DRM-“geschützten” Tonmaterials für den Endverbraucher eine weitere Note hinzufügt:
“Last week mp3.com reported on its testing of portable music players, which showed that playing DRM (copy-protected) songs drained battery power 25% faster in Windows Media players, and 8% faster on iPods, than playing the same songs using the unprotected MP3 format.”

Zurück zum Obst, denn der Vergleich war so keiner, zumindest kein fairer: Die begutachteten Musikstücke nämlich differierten im Grad der jeweils verwendeten Kompression und somit natürlich auch in ihrer Größe, die aufgrund häufigerer Plattenzugriffe negativ auf den Energieverbrauch der mobilen Kleinstplayer einwirkt - verlustfreie Formate dürften hier also regelmäßig das Nachsehen haben. Über den zusätzlichen Leistungshunger DRM-verseuchter Klangexkremente läßt sich trefflich spekulieren, vollkommen frei von jeden Kosten wird es jedoch weder zusätzliche Verschlüsselungsbarrieren noch eine regelmäßige Lizenzvalidierung geben.

Der Punkt, auf den Edwad Felten hinarbeitet, ist allgemeinerer Natur: Zweifelsohne haben verschiedene Dateiformate individuelle Vor- und Nachteile, die den benötigten Plattenplatz, die Klangqualität und letzlich sicherlich auch die Abspieldauer je Akkuladung beeinflussen. Jeder einzelne Nutzer wird hier seine eigenen Prioritäten haben, und manchesmal mögen diese Prioritäten von Woche zu Woche oder Album zu Album unterschiedlich sein, wichtig alleine ist die Freiheit, wählen zu können:

This is where DRM hurts you. In the absence of DRM, you’re free to store and use your music in the format, and the level of compression, that suits your needs best. DRM takes away that option, giving you only one choice, or at most a few choices."

Meine Präferenzen liegen bei gutem Klang und unabhängigen Formaten, kurzum: bei FLAC, dem “Free Lossless Audio Codec”, der leider nur von einer sehr überschaubaren Anzahl an portablen Playern unterstützt wird. Mir bekannt ist in diesem Kontext bisher nur der budgetsprengende Cowon iAudio X5L, der auf dem Papier derbst felst, angeblich aber gerade mit den von mir bevorzugten FLACs Probleme hat. Für Alternativen und Erfahrungsberichte bin ich daher jederzeit offen.

Derweil schreitet die Liberalisierung der Musikliebhaber weiter voran: Die Bastler des “AVR Butterfly MP3”-Projektes wollen der Knechtschaft marktregulierender Konzerne mit einem in Sachen Hard- und Software offenen Abspielgerät trotzen, das zudem einfach zu konstruieren und möglichst billig daherkommen soll. Design und Komfort allerdings können noch nicht ganz mit den Hochglanzprodukten aus fernöstlicher Massenproduktion mithalten, die Bestückung des Geräts legt den Fokus darüber hinaus auf das bekannte MP3-Format - ein interessantes Projekt, das meinen Ansprüchen so aber nicht genügt.

Vielleicht also doch lieber ein Player von der Stange? Was schon mit Blick auf die unglaubliche Präzision der mir eigenen Feinmotorik in Kombination mit glühend heißen Lötkolben mehr als ratsam erscheint, wird unter dem Eindruck der quelloffenen Rockbox-Firmware erst richtig interessant: Die Damen und Herren hinter diesem Open Source Projekt schliesslich bieten einen freien Firmware-Ersatz für diverse Player an, darunter Modelle von Archo, iRiver und Apple. Ein Projekt “für Diejenigen, die sich schon immer darüber geärgert haben, dass ihr iPod nur eine erbärmlich geringe Anzahl verschiedener Audioformate abspielen kann”, so Dennis im we*blog. Aus proprietärem Stuhl wird manchesmal eben doch Gold. I have an eye on you.

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Musikalische Backsteine

In Zeiten, in denen geistig verwahrloste Lemminge auf Apples Hausmessen vor lauter Begeisterung über hochpreisige Barebone Lookalikes und nicht minder überteuerte MP3 Player in hysterische Schreikrämpfe ausbrechen, erinnert sich doch noch der ein oder andere an historische Begebenheiten. Nein, auch die digitale Musikrevolution hat nicht Apple aus der Taufe gehoben, das haben - wie so oft - andere, bereits lange zuvor, getan. Schon vor über 5 Jahren existierten auf Festplatten basierende MP3 Player, die bereits damals mit tauglichen Köpfhörern, welche bei Apple noch heute nur gegen Aufpreis die Ohren der hörigen Anhänger klanglich verwöhnen dürfen, ausgeliefert wurden. Manche werden es sich schon denken können: Ich rede über meine gute, alte PJB 100. Schön, dass sie noch einmal Erwähnung findet:
The world’s first iPod - Credit for this goes to Compaq’s Systems Research Center and the Palo Alto Advanced Development group -- essentially a bunch of engineers from Compaq’s laptop division who realized that hard drives could replace flash memory in MP3 players and enable them to hold far more music. When I reviewed the MP3 player these groups created (the Hango/Remote Solutions Personal Jukebox PJB-100), I was blown away by the then-unheard-of 6GB capacity, crystal-clear sound, and ample display, as compared with the skimpy 32MB devices I’d seen previously, such as the MPMan and the Rio.”

[ Introducing the world’s first MP3 player (Cnet) ]

Welch bittere Ironie der Geschichte: Compaq und später auch Hewlett-Packard, die sich Compaq einverleibten, verkannten das Potential der PJB. Man verkauft heute iPods mit eigenem Firmenbranding. Traurig.

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