/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

Musikalische Backsteine

In Zeiten, in denen geistig verwahrloste Lemminge auf Apples Hausmessen vor lauter Begeisterung über hochpreisige Barebone Lookalikes und nicht minder überteuerte MP3 Player in hysterische Schreikrämpfe ausbrechen, erinnert sich doch noch der ein oder andere an historische Begebenheiten. Nein, auch die digitale Musikrevolution hat nicht Apple aus der Taufe gehoben, das haben - wie so oft - andere, bereits lange zuvor, getan. Schon vor über 5 Jahren existierten auf Festplatten basierende MP3 Player, die bereits damals mit tauglichen Köpfhörern, welche bei Apple noch heute nur gegen Aufpreis die Ohren der hörigen Anhänger klanglich verwöhnen dürfen, ausgeliefert wurden. Manche werden es sich schon denken können: Ich rede über meine gute, alte PJB 100. Schön, dass sie noch einmal Erwähnung findet:
The world’s first iPod - Credit for this goes to Compaq’s Systems Research Center and the Palo Alto Advanced Development group -- essentially a bunch of engineers from Compaq’s laptop division who realized that hard drives could replace flash memory in MP3 players and enable them to hold far more music. When I reviewed the MP3 player these groups created (the Hango/Remote Solutions Personal Jukebox PJB-100), I was blown away by the then-unheard-of 6GB capacity, crystal-clear sound, and ample display, as compared with the skimpy 32MB devices I’d seen previously, such as the MPMan and the Rio.”

[ Introducing the world’s first MP3 player (Cnet) ]

Welch bittere Ironie der Geschichte: Compaq und später auch Hewlett-Packard, die sich Compaq einverleibten, verkannten das Potential der PJB. Man verkauft heute iPods mit eigenem Firmenbranding. Traurig.

Relevante Links:

Personal Jukebox

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PJB goes Wikipedia

Der (immernoch) beste MP3 Player von Welt hat nun auch einen Wikipedia Eintrag. Danke, Markus!

Siehe auch:

PJB - Wenn einer eine Reise macht

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PJB: Wenn einer eine Reise macht

Heute steht ein kurzer Trip in die Pfalz an, der Wiege meiner Primärsozialisation. Mit dem Semesterticket geht das sogar kostenfrei, dauert aber ein wenig länger, da nur regionale Bummelbahnen genutzt werden können. Also brauche ich Musik.

Zeit, mal wieder meinen etwas angestaubten MP3 Player zu reaktivieren, die PJB “Personal Jukebox”. Eine Notebookfestplatte im Plastikkleid, nicht mehr zeitgemäß, aber klangtechnisch - dank der damals serienmäßig mitgelieferten Koss portaPRO-Kopfhörer - wahrscheinlich besser als vieles auf dem aktuellen Markt. Ein Stück noch aus der Zeit vor dem großen MP3-Portables Boom und der daraufhin einsetzenden Apple Verklärung.

Schon früh wurden zur PJB Spezifikationen und SDK veröffentlicht, so daß schnell eine freie Entwicklerszene entstand. Für Microsoft Windows existiert der “pjbExploder” (Sourceforge), ein Projekt, das auch heute noch aktiv weiterentwickelt wird. Auch unter Linux beschäftigten sich einige Programmierer mit der Jukebox und brachten so RPMs und Sourcen für das SDK und eine dem pjbExploder ähnliche Applikation, dem “pjbmanager”, heraus. Leider scheinen hier die Aktivitäten vor ca. 2 Jahren vollends eingeschlafen zu sein. Dementsprechend waren Schwierigkeiten beim Versuch, die notwendige Software auf ein zeitgemäßes Linuxsystem zu übertragen, von mir erwartet.

Aktuelle Kerneltreiber für die per USB angesteuerte PJB gibt es glücklicherweise auf muru.com. Der Patch für Linux 2.6.6 ließ sich problemlos auf meine Kernelversion, 2.6.5-gentoo-r1, aufspielen. Das “aktuelle” SDK vermisste einen #include in einer Quelldatei, was sich entsprechend schnell fixen ließ, lief sonst aber ebenfalls ohne weitere Hürden durch. Der “pjbmanager” in der Version 0.3.3 allerdings wollte garnicht, 0.3.2 kompilierte dann wieder ohne Klagen.

Obwohl der “pjbmanager”so übel optisch nicht anmutet, wäre ein fehlerbereinigter GTK2-Port natürlich das höchste der Gefühle. Ein paar unschöne Bugs hat die Applikation eben nach wie vor. Es beschleicht mich immer öfter die beängstigende Vorahnung, irgendwann doch in die Untiefen der Programmierung des hohen Cs eintauchen zu müssen. Dennoch: Alles in allem ging das Procedere schmerzfreier als angenommen über die Bühne, womit ich diese kleine Ode an meinen alten, aber treuen MP3 Player auch beendet wissen will.

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