/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

Supernova

Eine Supernova ist das schnell eintretende, helle Aufleuchten eines Sterns am Ende seiner Lebenszeit durch eine Explosion, bei der der Stern selbst vernichtet wird - Planeten dagegen sterben unspektakulär, es sei denn sie werden wegen des Baus von Hyperraum-Umgehungstraßen nach öffentlichem Aushang gesprengt. Dem Ableben meines Himmelskörpers soll zumindest der Glanz der Überschrift ein letztes Geleit sein.

Obwohl ich seit dem Aufsetzen von planet.basquiat.de vor über zwei Jahren durchaus manchen Spass hatte, wurden mir Pflege und zunehmende rechtliche Unsicherheiten mit der Zeit etwas unbequem. Eine gangbare und ausreichend komfortabel auftretende Alternative scheint mit dem Google Reader der neuen Generation gefunden - das Vorgängermodell war in meinen Augen grauenhaft. Die neuesten Blogposts lassen sich nun, ähnlich der RSS-Feeds verschiedener Nachrichtenseiten, in ein personalisiertes Google-“Portal” integrieren, das Anwählen einer Headline öffnet dort eine schicke Blase in Webzweipunktnull-Ästhetik *hust*.

Der renovierte “Google Reader” - links eingebunden in eine personalisierte Google-Startseite mit stylishem Bläschen, rechts in voller Pracht.

Der Reader selbst wirkt Google-typisch aufgeräumt, einzelne Feeds lassen sich durch “Tags” kategorisieren. Als Rezipient kann man zwischen der einem E-Mail-Programm ähnlichen Listenansicht sowie der an klassische Planeten erinnernden “erweiterten Ansicht” wählen. Mit Hilfe eines einfachen Bookmarks gelingt das schnelle Abonnieren zusätzlicher Feeds. Zuletzt nicht gerade unwichtig: Der Import und Export per OPML ist möglich.

Ich evaluiere nun seit einigen Tagen und bin einverstanden. Nun, eine neue Google-Addiction, hinterfragenswert, zweifelsohne. Der Contentdieb ist tot.

Via Skarlactica

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Von Kreisen und Sphären

Die Diskussion um fiese, kleine Contentdiebe zieht mittlerweile merkwürdige Kreise. Ein jeder, ob bloggend oder nicht, fühlt sich berufen, in mehr oder weniger reflektierten Kommentaren seine Meinung kund zu tun - das ist legitim, aber leider selten fundiert. Zwischen unterschiedlichen Wahrnehmungen und den daraus resultierenden Gewohnheiten werden künstliche Gemarkungslinien gezogen, die bloggende Altväter und augebeutete Ausbeuter durch dauererodierende Gräben zu trennen scheinen. Eine Geschichte voller Mißverständnisse.

Schon lange vor der Entstehung der neuzeitlichen Blogosphäre existierten soziale Strukturen im Netz, die trotz ihres losen Zusammenhalts eine Art Netzkultur definierten. Diese Kultur wurde, oft gegen allerhand Widerstände, regelmäßig neu positioniert, die selbst auferlegten, geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze passten sich dem Lauf der Dinge an oder verschwanden ganz. Die Blütezeiten des Usenet, der großen und kleinen Mailbox-Systeme und späteren Mailinglisten wechselten sich gegenseitig ab, allesamt waren es Medien mit jeweils ureigenen Regeln und Traditionen. Rhetorisch geschliffene Flamewars und stilloses Gepöbel, es zielgruppte auf fast jeden Geisteszustand. Menschen wussten sich verbal anzufassen, auszuteilen und einzustecken, waren sich der Gepflogenheiten bewußt und kamen ohne Hausjustiziar selbst mit gelegentlichen Tiefschlägen klar. Damals war alles besser.

Von vielen erst und immernoch als neumodische, vor Medienbrüchen nur so strotzende Hyperfluidität abgetan, erlangten Weblogs in einem mittlerweile durch und durch durchkommerzialisierten Netz in Windeseile erhebliche Aufmerksamkeit. Alte Hasen konvertierten und konnten einen reichhaltigen Fundus miterlebter und mitgestalteter Netzgeschichte aufbieten, neue Gesichter bereicherten oder schockierten durch neue Blickwinkel. Das Internet erlebte nicht den ersten Clash Of Cultures, doch immernoch lassen sich viele Verständnisprobleme auf die unterschiedliche Netzsozialisation ihrer Akteure zurück führen.

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Bekennerschreiben

Dem Rechtsanwalt Udo Vetter sind öffentlich zugängliche RSS-Aggregatoren, sogenannte “Planeten”, ein Dorn im Auge. Trat der Macher des Law Blogs für mich bisher als positives Beispiel eines offenbar nicht ganz zu unrecht mit Vorurteilen vorverurteilten Berufsstandes in Erscheinung, so sehe ich mich nun als Betreiber eines eben solchen Aggregators der parasitären Spezies der Blogdiebe zugerechnet, einer Spezies, der man mit Vorliebe durch Briefpost, die so “richtig Geld” kostet, zu Leibe zu rücken scheint.

Bisher habe ich Planeten nicht als Brutstätten geistigen Diebstahls wahrgenommen. Die meisten mir bekannten Vetreter dieser Gattung machen sich mitnichten fremde Inhalte zu eigen, sie weisen im Gegenteil klar Quellen und Herkunft der gelisteten Beiträge aus, verlinken diese in der Regel mehrfach und sind offensichtlich als Zusammenfassung externer Artikel zu verorten. Planeten sind ein vitaler Teil der Blogosphäre, die trotz aller Heterogenität von der gemeinsamen Vernetzung und Kategorisierung von Inhalten lebt. Auch wenn der geäußerte Wunsch auf Exkludierung eigener Inhalte zu respektieren ist, so erscheint das Selbstverständnis des selbstempfundenen Beklauten ein merkwürdiges zu sein, stellt das regelmäßige Interesse der aufgebotenen Referenzen doch vor allem eine Anerkennung der eigenen Schreibe dar. Nicht wenige Blogs finden so immer wieder neue Leser, denen sich gerade auf öffentlichen Aggregationsplätzen reichlich Gelegenheit zum neugierigen Weiterhangeln bietet.

Wie die meisten privat betriebenen Planeten ist planet basquiat nicht Selbstzweck, sondern zweierlei: Nonkommerziell und Nebensache, dabei für mich die äußerst komfortable Möglichkeit, in meinen favorisierten Blogs von beliebigen Rechnern und Standorten aus jederzeit stundenaktuell nach Lust und Laune zu stöbern, ohne die zigfach verteilte Masse an Informationen mit Klimmzügen bewältigen zu müssen. Der im Raum stehende Vorwurf der Eigenwerbung durch Instrumentalisierung fremder Inhalte wirkt schon bei einem Blick auf die Regelmäßigkeit hier erscheinender Beiträge absurd, denn Bloggen ist zumindest hier noch so ursprünglich, wie es vielleicht einmal war: Ein Hobby ohne kommerzielle Interessen oder Wettkampfabsichten. In meiner laienhaften Naivität kann zumindest ich mich so eher darüber freuen, wenn mein Blog das offensichtliche Interesse eines aggregierenden Netznachbarn geweckt hat, dessen Einbeziehung meiner Inhalte für mich eher Lob denn Diebstahl, wenn nicht sogar ein klein wenig Werbung ist.

Herrn Vetter habe ich aufgrund seiner geäußerten Einstellung zu Planeten selbstverständlich von meiner Liste zu aggregierender Blogs genommen, nicht ohne Enttäuschung. Im diesem Zuge werde ich zeitnah alle weiteren, auf planet basquiat gelisteten Blogs anschreiben, um einem etwaigen Wunsch auf Herausnahme aus meinem Planeten nachkommen zu können.

Dem Macher des Law Blogs danke ich für einige sehr gelungene Artikel. Es hat Spass gemacht, sie zu lesen.

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Planet Basquiat

Neben dezidierten dedizierten Feedreader Applikationen wie Liferea oder aKregator ist die Möglichkeit einer webbasierten Aggregation der eigenen Lieblingsfeeds praktisch, wenn auch nicht immer ganz elegant. Die großen Vorreiter waren die “Planets” großer Open Source Projekte, auf denen die Blogs der beteiligten Entwickler zu einem großen “Logbuch” gebündelt wurden: Planet Debian und Planet Gnome. Mittlerweile bedienen sich viele “Communities” dieser Idee, von Planet Apache über Planet Jabber und Planet KDE hin zu deren Pendants der Mozilla, Perl oder Python Entwickler - und diese Liste ist lange nicht komplett.

Kristian Köhntopp brachte mich beim Lesen seines Artikels “Blog the Planet” zum Planet Isotopp auf die Idee, selbst auch eine immer weiter anwachsende Blogroll durch die aggregierte Menge an interessierenden Einträgen zu ersetzen. Per Webbrowser stehen so nun die von mir gerne gelesenen Feeds von jedem Rechner, der eines Netzzugangs habhaft ist, an einem Sammelpunkt zusammengefasst zur Verfügung - zumindest in der Theorie, wehren sich einzelne Sourcen doch erfolgreich gegen ein problemfreies Parsen.

Momentan verwende ich zur Aggregation der Feeds “Planet” in der Version 0.2, Version 1.0 wollte gestern Nacht nach dem Auschecken aus dem entsprechenden Arch Repository nicht wirklich tun. Überhaupt war es etwas entnervend, auf einem SuSE Linux 8.1 das vorhandene Python 2.2 auf 2.3 zu aktualisieren. YaST & Co sind für mich unbekanntes Terrain und weigerten sich standhaft, dass umzusetzen, was mir im Geiste vorschwebte, sprich: Am Ende landetete ein Eigenkompilat in /usr/local/.

Rant am Rande: Warum alle Welt meint, Projekten wie Gentoo, Debian oder FreeBSD den Makel der Benutzerunfreundlichkeit anhängen zu müssen, erschliesst sich mir nicht ansatzweise. Ich zumindest hätte mir irgendeinen der genannten Drei als wartbaren Ersatz für die angestaube SuSE Installation gewünscht - wobei Debian in diesem Fall das Einspielen von Drittpaketen zwingend notwendig gemacht hätte, die aktuelle Stable Distribution “Woody” begnügt sich noch mit Python 2.1. Hier sei ein versöhnlicher Gruß an Tric angebracht, der Asbestanzug liegt mittlerweile wieder in der Ecke. ;-)

Ob ich mit dem Konzept des “Planets” als Metablog glücklich werde, wird sich noch zeigen. Die Installation war nun der erste Schritt hin zu einer umfassenderen Evaluation. Verbesserungen erwarte ich mir beim Parsen problematischer Feeds sowie beim Cachingverhalten für Beiträge ohne explizites Datum. Mag sein, dass diese Features in der Version 1.0 schon weiter gediehen sind, doch war es gestern irgendwann definitiv zu spät, noch Bughunting in irgendeiner Form zu zelebrieren.

Planet Basquiat zieht also von nun an seine Runden, Zukunft: Noch ungewiss.

Nachtrag: Planet in der Version 1.0 (bis inkl. Patch Nr. 22) läuft nach dem heutigen Checkout wunderbar und parsed auch einige der vorher problematischen Feeds.

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