Gedankenspiele
Süffisant spinnt Schwartz seinen Gedanken weiter:
Red Hat wildert in Gefilden, die sonst IBM vorbehalten schienen - eine knifflige Situation für das Urgestein der IT Geschichte, fährt man doch selbst seit einiger Zeit eine forcierte Open Source Strategie. Schwartz erkennt die Achillesferse und meint, die Taktik IBMs mit einem Aufkauf Novells gehörig durcheinander bringen zu können - die aktuell offensichtlich gut gefüllte Kriegskasse mache das, im Gegensatz zu einer Akquise Red Hats, möglich. Gespräche in dieser Richtung mit dem Novell Management gab es bisher allerdings ebensowenig wie eine Stellungnahme Novells zu Schwartz’ öffentlichen Gedankenspielen. Novell selbst hatte sich erst kürzlich den Linux Distributor SuSE einverleibt.
Bleibt nur noch abzuwarten, ob sich IBM wirklich in eine Abhängigkeit von Firmen wie Red Hat oder Novell begeben wird. Linux ist ein freies System und kann als solches prinzipiell von allen Unternehmen, die über die notwendigen Resourcen verfügen, weiterentwickelt, gepflegt und unterstützt werden. IBM ist ein solches Unternehmen. Sun im Gegensatz dazu tut sich schwer mit einer klar definierten Strategie und scheint innerlich zerissen bisher eher einen halbherzigen Kurs gefahren zu haben, was ihnen nicht unbedingt uneingeschränkte Sympathien von Seiten der Open Source Community entgegen gebracht hat.
Es geht um’s Big Business, um die Vorherrschaft im Servergeschäft und den dort laufenden Applikationen. Linux ist Mittel zum Zweck, keines der Unternehmen wird als solches eine neue Liebe zu freilaufenden Pinguinen entdeckt haben - das machen schon die Kommentare des Sun Häuptlings deutlich, der Linux als “Social Movement” einen ganz gewissen Stempel aufdrücken zu wollen scheint.
