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Pfusch bei SCO

“SCO setzt auf Open Source” titelt Heise und läßt ungläubig aufhorchen. SCAMP heißt die neue Strategie der verleumderischen Dauerankläger, ein Produktbundle, das in Anlehnung an LAMP und WAMP aus Apache, MySQL, PHP bzw. Perl und eben der SCO OpenServer-Plattform bestehen soll.

“Scamp” steht im Englischen für “Spitzbube”, “Schuft”, das gleichlautende Verb für “pfuschen” - ein Schelm, wer böses dabei denkt. Wird hier das Ansehen des eigenen Managements bei den verbliebenen Hackern in Utah betitelt, oder versucht man mit nerdigem Humor die vergrätzte Zielgruppe zu besänftigen?

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Platzpatronen

Am schönsten titelt Heise: “Platzpatronen in rauchenden Colts gefunden”. Im ewigen Verfahren SCO vs. Linux tauchten nun im Zuge der Voruntersuchungen bisher unveröffentlichte Dokumente auf, aus denen hervorgeht, dass SCO nach eigenen Prüfungen schon im Jahre 2002 zu dem Schluss kam, Linux verletze keinerlei Rechte der SCO Group:
“The hope was that we would find a ”smoking gun“ somewhere in code that was being used by Red Hat and/or the other Linux companies that would give us some leverage. (There was, at one stage, the idea that we would sell licenses to corporate customers who were using Linux as a kind of ”insurance policy“ in case it turned out that they were using code which infringed our copyright). At the end, we had found absolutely *nothing*. ie no evidence of any copyright infringement whatsoever. There is, indeed, a lot of code that is common between UNIX and Linux (all of the X Windows system, for example) but invariably it turned out that the common code was something that both we (SCO) and the Linux community had obtained (legitimately) from some third party.”

Man darf gespannt sein, welche Winkelzüge die Verteidigung der beweisarmen Mormonen nun zu veranstalten in der Lage ist. Mit Absurditäten hatte man in jedem Fall auch bisher keine größeren Probleme.

Via isotopp.

Relevante Links:

SCO vs. Linux: Platzpatronen in rauchenden Colts gefunden
SCO-E-Mail: Linux-Code ist sauber
The Michael Davidson Email - SCO v. IBM
SCO knew Linux doesn’t infringe - memo

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We own all your code!

SCO pwned.

Obwohl kein grosser Fan von Defacements, habe ich mir hier ein Lächeln nicht verkneifen können:

“Recently we found parts of our code in almost all Microsoft® software. We want to bring an action against Microsoft® and our legal department is working on that. Parts of code found in in all Microsoft® products from MS-DOS 2.1 to Microsoft® Windows Longhorn. Currently we are checking older MS-DOS sources. It’s obvious, that all while (1){ do_something; } and for (i = 0; i < 16; i++) loops came from our code.” (Text der manipulierten SCO Seite)

Relevante Links:

SCO gehackt: We own all your code
SCO-Server gehackt
SCO hacked

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Selbstdemontage eines Analysten

Ein Lehrstück über Freie Software und “the idiots that buy it”, den kläglichen Versuch, Godwin’s Law zu erfüllen und den unbegrentzen Möglichkeiten, sich mit erschreckend lückenhaftem Allgemeinwissen vor einem breiten Publikum lächerlich zu machen. Die unendliche Geschichte erreicht einen weiteren Tiefpunkt.

Was mir dazu noch einfällt?

“Bei den ersten Versuchen der Niwolochabdeckung hat sich das Niwoloch aus noch ungeklaerten Gruenden verbreitert. Beim 2.Versuch hat sich die Lochoeffnung einfach neben die Abdeckung verlagert. Es scheint also unmoeglich, das Niwoloch abzudecken oder gar zu stopfen.” (via detebe)

[Gefunden via heise]

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283 Gründe gegen Linux?

Laut einer Stellungnahme der OSRM (Open Source Risk Management Inc.) beinhaltet der Linux Kernel 283 patentierte Techniken, die noch keiner abschliessenden, gerichtlichen Prüfung unterzogen wurden. Patente, die bisher einer juristischen Auseinandersetzung stand hielten, würden dagegen innerhalb des Linux Quellcodes nicht verletzt. Die OSRM bietet in Zeiten des SCO FUDs eine Art Rechtsschutzversicherung für Unternehmen an, um diesen den kalkulierbaren Einsatz von Linux zu ermöglichen.

Wenig überraschend spricht sich die OSRM für eine Reform des amerikansichen Patentwesens aus und möchte auf Basis der Grokline Seiten ein Projekt ins Leben rufen, das etwaigen Patenansprüchen durch die Suche nach sogenannter “Prior Art” zuvor kommen will. Grokline wurde von Pamela Jones gegründet, die sich daneben auch für Groklaw verantwortlich zeichnet und seit Februar 2004 “Director of Litigation Risk Research” der OSRM ist. Während Groklaw minutiös die Vorkommnisse der unendlichen Geschichte um SCO und den angeblichen Urheberrechtsverletzungen im Linux Kernel begleitet, diente Grokline, gegründet im Mai diesen Jahres, ergänzend als gemeinschaftlich erarbeitete Historie der UNIX Entwicklung, um Besitzverhältnisse und -Ansprüche am UNIX Code ausfindig zu machen.

Mit dem Vorstellen ihres Papiers möchte die OSRM zeitgleich auch die eigenen Versicherungen an den Mann bringen, um so in der Lage zu sein, Unternehmen vor den potentiellen Risiken durch eventuelle Patentansprüche Dritter zu schützen. Heise spekuliert, dass das Angebot einer solchen Versicherung auf den Einschätzungen der OSRM Forscher beruht, wonach die 283 in Frage kommenden Patente entweder durch “Prior Art” nichtig oder durch alternative, freie Reimplementierungen umgehbar gemacht werden können.

“Prior Art” bezeichnet die Möglichkeit, Patente wegen einer schon vor dem Zeitpunkt ihres Einreichens bestehenden Existenz des zu patentierenden Gegenstandes als ungültig erklären zu lassen.

Relevante Links:

Versicherung: 283 Patente gefährden Linux
283 US-Patente gefährden Linux

In diesem Zusammenhang:

Münchner Grüne sehen Linux-Migration durch Softwarepatente gefährdet

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SCOs Begehrlichkeiten

The saga continues. SCO macht Rechte am sogenannten “Unix Executable and Linking Format” (ELF) geltend und bewertet das Vorhandensein solchen Codes in Linux als illegal. Das Executable and Linkable Format beschreibt das Standard-Binärformat von ausführbaren Programmen und definiert neben dynamischem Linken und dynamischem Laden auch die problemlose Kontrolle von bereits laufenden Programmen sowie das einfache Erzeugen dynamischer Bibliotheken. ELF ist kein linuxspezifisches Format, sondern Bestandteil vieler auf UNIX basierender Betriebssysteme.

“ELF ist der Mörtel, der das Betriebssystem zusammenhält”, schreibt das LinuxWorld Magazin im Artikel SCO Claims Linux Lifted ELF. Dieser Analogie folgend fiele beim zwangsweisen Verzicht auf das ELF Format das GNU/Linux System quasi in sich zusammen: “all its applications would break”. Genau das aber wäre nach Worten des SCO Sprechers Blake Stowell etwas, dass von der Linux Community nicht einfach neu implementiert werden könnte. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

ELF wurde von AT&T als Teil des Unix Application Binary Interfaces (ABI) entwickelt, vor dem Verkauf von UNIX an Novell im Jahre 1993. Zwei Jahre später, 1995, verkaufte Novell UNIX an die Santa Cruz Operation. Im selben Jahr definierte eine Gemeinschaft verschiedener Hersteller - das “Tool Interface Standard Committee” (TISC) - den ELF 1.2 Standard. Das Komitee gewährte den Nutzern eine “nicht exklusive, weltweite und gebührenfreie” Lizenz und gab das ELF Format damit nach Worten SCOs effektiv der Public Domain frei.

Nach Meinung des SCO Vizepräsidenten Chris Sontag überschritt das Komitee damals in diesem Punkt seine Kompetenzen - und das, obwohl neben IBM, Intel und Microsoft eben auch Novell und die “alte” SCO zu den Mitgliedern des TISC gehörten.

Neben den Ansprüchen SCOs am ELF Format wirken die weiteren Forderungen zur “Read-Copy-Update” (RCU) Routine und IBMs Journaling Filesystem JFS sowie der bekannte Vorwurf, es wäre subtantieller Code des System V Init unberechtigterweise in den Linux Kernel übernommen worden, fast schon unspektakulär.

Wie immer darf man gespannt sein, was als nächstes auf uns zu kommt. SCO scheint es darauf anzulegen - alles oder nichts. Ein nicht ganz ungefährliches Spiel für beide Seiten.

[gefunden via Slashdot auf linuxworld.com]

Nachgeschoben:

SCO vs. Linux: ELFenkönig gesucht

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