/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

An Open Letter to Steve Jobs

Eine öffentliche Antwort auf die medienwirksam publizierten Gedanken von Steve Jobs formuliert die Anti-DRM-Kampagne der Free Software Foundation, Defective by Design - und fordert etwas mehr als die gewohnt gut klingenden Phrasen des charismatischen Rollpulloverträgers ein:

Steve Jobs, how genuine is your pledge? We have identified three ways you could show your sincerity about DRM. Taking action on any one of these fronts would be a powerful demonstration that you mean business:

  • Drop DRM on iTunes for independent artists
  • Drop DRM on iTunes for Disney movies and video
  • Take a public stand against DRM and legislation mandating DRM by funding a campaign to repeal the Digital Millenium Copyright Act’s (DMCA) prohibitions

An Open Letter to Steve Jobs. Wer Taten Worten vorzieht, mag dort virtuell Beifall bekunden.

Via Netzpolitik.org.

1881 Klicks

Bill Gates vs. Steve Jobs

“Whats that?” - “It’s an iHouse!” - “Uh, but it has no windows?” - “Exactly!”

Via Camael.

2083 Klicks

Apple's Thoughts on Music

Auch Steve Jobs möchte nicht mehr böse sein. Nachdem die Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Digital Restriction Managements mittlerweile auch branchenintern immer häufiger öffentlich ausgesprochen werden, scheint der Marktführer unter den kostenpflichtigen Musikdownload-Anbietern reagieren zu müssen, wohl auch und gerade unter dem Eindruck des verstärkten Engagements europäischer Verbraucherverbände:

Imagine a world where every online store sells DRM-free music encoded in open licensable formats. In such a world, any player can play music purchased from any store, and any store can sell music which is playable on all players. This is clearly the best alternative for consumers, and Apple would embrace it in a heartbeat.

Erleben wir hier die Wandlung vom Saulus zum Paulus? Bisher jedenfalls setzte Apple auch in Gerichtsprozessen mit Nachdruck alles daran, die eigene Plattform geschlossen zu halten - ein klassisches Beispiel künstlich erzeugter Marktabschottung. Das Errichten solcher Barrieren indes ist ein eher übliches Vorgehen gewinnorientierter Unternehmen, um die Früchte der eigenen Arbeit nicht mit anderen Wettbewerbern teilen zu müssen - sicherlich aber keines, das zum Vorteil der Kunden gereicht. Wie sehr auch Apple in erster Linie auf die Wahrung der eigenen Pfründe bedacht ist, verdeutlicht die ungewohnt martialische Reaktion auf die Ankündigung eines weiteren Unternehmens, das eigene Restriction Management auch auf dem iPod umzusetzen - man scheut selbst vor einer Instrumentalisierung des Digital Millennium Copyright Acts nicht zurück:

We are stunned that RealNetworks has adopted the tactics and ethics of a hacker to break into the iPod, and we are investigating the implications of their actions under the DMCA and other laws. We strongly caution Real and their customers that when we update our iPod software from time to time it is highly likely that Real’s Harmony technology will cease to work with current and future iPods.

Geschickt reicht Steve Jobs jetzt also opportun den Schwarzen Peter an die Musikindustrie weiter: Alleine ihrem Zwang sei der Einsatz des Digital Restriction Managements auf Apples Downloadplattformen zu verdanken, eine komplette (und damit für alle Konkurrenten ebenfalls verbindliche) Abschaffung dieses Systems werde man begeistert aufnehmen. Ein mit Blick auf die vermutete Halbwertszeit des Restriction Managements strategisch geschickt vorgenommener Schachzug, der einen bisherigen Nutznießer des Systems einmal mehr als visionären Vordenker in das Licht der Öffentlichkeit rückt. Auch so funktioniert Marketing. Andere meinen es ernst.

Abseits aller wahren Motivation hinter Steve Jobs’ neuem Pamphlet: Eine breitere Öffentlichkeit für eine ehrlich geführte Diskussion über die Unverschämtheiten des Digital Restriction Managements ist zu begrüßen, ganz gleich, ob diese nun von Apple, Microsoft oder ähnlich glaubwürdigen Vertretern der Branche initiiert wird. Alleine die Meinungsführerschaft sollte nicht aktionärsgetriebenen Konzernvorstehern oder gar der Musikindustrie selbst überlassen werden.

Via c0t0d0s0.

Updates: Einige kritische Anmerkungen zum neuen Selbstverständnis von Apple in Sachen DRM veröffentlicht DeCSS- und FairPlay-Hacker Jon Lech Johansen hier, hier und hier. Natürlich gibt’s was auf Heise, und noch mehr innerhalb der Blogosphäre:

Steve Jobs mag eigentlich gar kein DRM
Will Steve Jobs drop iTunes DRM in a heartbeat?
It’s a dirty Jobs but someone’s got to do it
Reading Between the Lines of Steve Jobs’s “Thoughts on Music”

Auch Edward Felten und Lawrence Lessig äußern sich. Eine ganz anderen Gesichtspunkt bringt #!/bin/blog/ in die Diskussion ein: “Kopierschutz - Welches Übel hätten’s denn gern?”

5104 Klicks