/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

Thinkblog

Beim regelmäßigen Lurken der Linux-Thinkpad-Mailingliste stolperte ich über einen Pointer auf das mir bis dato unbekannte “Inside the Box”-Blog von Lenovo: »Why on Earth would you want to run Linux on a mobile platform? What a waste of time« bilanziert Matt Kohut (seines Zeichens der “Worldwide Competitive Analyst” des Notebookherstellers) eben dort etwas naiv in die Runde, um die eigenen Ansichten danach doch näher auszuführen - das Powermanagement von Linux sauge, der Support für neue WiFi-Karten sei suboptimal - und überhaupt wäre mit freilaufenden Pinguinen auf Notebooks wenig Geld zu verdienen, auch im für Thinkpads ja nun nicht völlig uninteressanten Enterprise-Segment.

So ganz daneben liegt diese Bestandsaufnahme natürlich nicht, doch lasst uns Gebetsmühlen treten. Die angesprochene Treiberproblematik nämlich korreliert recht zuverlässig mit der Verfügbarkeit verwertbarer Spezifikationen, deren Nonexistenz sich durchaus eher negativ auf die Arbeit engagierter Hacker auswirken dürfte, die ihre Treiber sonst vermutlich - gar unentgeldlich - in die diktiert freie Welt der GPL entlassen hätten. Warum also nicht gleich mehrere Fliegen verklappen? Lenovo sollte hier ein paar Steine ins Rollen bringen können. Immerhin: AMD bewegt sich mittlerweile notgedrungen, förderte man unter ATIs Mäntelchen der Verschwiegenheit bisher doch nur rechte Peinlichkeiten ans Tageslicht - auch wenn der von AMD geforderte NDA in sonnenärmere Regionen südlich des Steißbeins zu lokalisieren ist.

»We’re not anti-Linux and I’m not anti-Linux. Like other vendors we’re trying to figure out what our strategy should be« gibt sich Kohut in seinem Linux Follow Up versöhnlich, dankenswerter Weise ohne zuviel heuchlerischen Schleim abzusondern. Lenovo hat naturgemäß eine wachsende Gemeinde als potentielle Kunden auf dem Radar - for bussiness reasons. Ganz wie Apple, IBM, Sun et al. Abseits der großmäuligen PR-Bekentnisse kann dabei durchaus für beide Seiten positives bewegt werden - Berührungsängste und ein gesundes Mißtrauen jedoch bleiben berechtigt.

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MadWifi Aussetzer

Es wiederholt sich und passiert immer in den unpassendsten Momenten: das regelmäßige Stocken der Verbindung beim Einsatz des Madwifi-Treibers unter GNU/Linux. Der Grund dafür ist simpel, wird aber manchem schon eine stundenlange, ergebnislose Fehlersuche beschert haben - denn Schuld sind oft keine zickigen Access Points oder fehlerbehaftete WPA-Konfigurationen, sondern ein im Abstand von wenigen Minuten durchgeführter Hintergrundscan des Treibers.

Der Aufruf von iwevent hilft hier bei der Lokalisierung des Problems. Folgen auf regelmäßige Aussetzer ebenso regelmäßige Rückmeldungen des Hintergrundscans, so ist der Verursacher in der Regel gefunden:

root@thinkpad:/home/basquiat# iwevent
Waiting for Wireless Events from interfaces...
16:06:06.670110   ath0     Scan request completed
16:11:35.885831   ath0     Scan request completed
16:16:56.914699   ath0     Scan request completed

Der Scan des Madwifi-Treibers lässt sich manuell deaktivieren, wobei ath0 an die jeweilige Benamung anzpassen ist:

root@thinkpad:/home/basquiat# iwpriv ath0 bgscan 0

Was bei einem Handover den reibungslosen Wechsel von Access Point zu Access Point für hyperaktive Konferenzteilnehmer oder rastlose Studenten sicher stellen kann, nervt spätestens im Heimbetrieb, wenn die Musik im Medienstream stottert und die SSH-Session immer wieder für Sekunden einzufrieren scheint. Die beste Voreinstellung? Eine zielgruppenabhängige Frage. Kanalmitinsasse Dennis liefert zumindest für Freunde des IBM’schen Denkblocks interessante Ansätze: Nutzen wir den HDAPS-Sensor zur Bewegungsmessung, um Cybergeeks auf Wanderschaft als solche zu identifizieren, können wir den Hintergrundscan entsprechend aktivieren oder deaktivieren - verändert sich die Position des Notebooks nachhaltig, erscheint die Notwendigkeit eines Handovers wahrscheinlicher als im stationären Fixbetrieb.

Wer also schmeisst nun seinen gcc an und erfüllt den Wunsch des werten Kollegen nach einer netten Erwähnung seiner Person im printk() Format-String (ja, die Integration in eine Userlandapplikation wie dem NetworkManager erschiene natürlich weitaus passender)? Und überhaupt: GPS, anyone?

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Explosivstoffe

Nach Apple, Dell und Toshiba: “Lenovo and IBM Announce Recall of ThinkPad Notebook Computer Batteries Due to Fire Hazard” (Heise berichtet).

Betroffen sind (bisher) nach Verlautbarung in Originalbestückung folgende Modelle: T-Series (T43, T43p, T60); R-Series (R51e, R52, R60, R60) und X-Series (X60, X60s). Bei Ersatz- oder Austausch-Akkus können natürlich auch andere Besitzer betroffen sein: so hat es sogar das betagte Thinkpad 600 von Alan Cox erwischt.

Akku meines IBM Thinkpad T41p, offenbar nicht explosionsgefährdet.

Die bekannten Seriennummern gefährdeter Akkus im Überblick:

 ASM P/N        FRU P/N
 92P1072        92P1073
 92P1088        92P1089
 92P1142        92P1141
 92P1170        92P1169 or 93P5028
 92P1174        92P1173 or 93P5030

Ergo: Glück gehabt. Das Ding steht immerhin seit Jahr und Tag - öfter auch mal im eingeschalteten Zustand - neben dem Kopfende meines Bettes. Ganz klar ein mögliches Szenario für einen der nächsten Filme aus der vor skurillen Todesfällen nur so strotzenden “Final Destination”-Reihe - dagegen wirkt selbst Gammelfleisch blass. Die Rückruflawine rollt derweil munter weiter.

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