/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

Where do you take this to?

Eine von fünf geklaut. Don’t let the fuckers get ya.

Auf den Schultern von Giganten.

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Netzsplitter: Stop-Piracy, Zugriff der Hacker

Nicht im Sinne der Auftraggeber, dumm und undifferenziert:

  • Seit Januar hängen sie überall in der Schweiz: Plakate, auf denen mit mahnenden Worten auf die Gefahr durch Fälschungen und illegale Kopien hingewiesen wird. In Bern haben nun Unbekannte die Plakate mit eigenen Worten kommentiert. Einer davon merkte zum Slogan »Schon komisch: Du lädst dir via Tauschbörse den Sound deines Lieblingssängers herunter. Und treibst ihn so in den Ruin« trocken an: »Geschätztes Vermögen von Jay-Z: 320 Mio. Dollar«. Bilder und mehr dazu auf 20 Minuten.

Wie ist es möglich, dass ein Polizist E-Mails auf meinem Computer lesen kann?

  • Die Zeit erläutert in einfachen Worten, wie ein feindlicher Zugriff auf den eigenen Rechner vonstatten gehen kann. Das mag dann ein böser Hacker sein, oder eben der Wolfgang.

Via Dennis.

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Von Kreisen und Sphären

Die Diskussion um fiese, kleine Contentdiebe zieht mittlerweile merkwürdige Kreise. Ein jeder, ob bloggend oder nicht, fühlt sich berufen, in mehr oder weniger reflektierten Kommentaren seine Meinung kund zu tun - das ist legitim, aber leider selten fundiert. Zwischen unterschiedlichen Wahrnehmungen und den daraus resultierenden Gewohnheiten werden künstliche Gemarkungslinien gezogen, die bloggende Altväter und augebeutete Ausbeuter durch dauererodierende Gräben zu trennen scheinen. Eine Geschichte voller Mißverständnisse.

Schon lange vor der Entstehung der neuzeitlichen Blogosphäre existierten soziale Strukturen im Netz, die trotz ihres losen Zusammenhalts eine Art Netzkultur definierten. Diese Kultur wurde, oft gegen allerhand Widerstände, regelmäßig neu positioniert, die selbst auferlegten, geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze passten sich dem Lauf der Dinge an oder verschwanden ganz. Die Blütezeiten des Usenet, der großen und kleinen Mailbox-Systeme und späteren Mailinglisten wechselten sich gegenseitig ab, allesamt waren es Medien mit jeweils ureigenen Regeln und Traditionen. Rhetorisch geschliffene Flamewars und stilloses Gepöbel, es zielgruppte auf fast jeden Geisteszustand. Menschen wussten sich verbal anzufassen, auszuteilen und einzustecken, waren sich der Gepflogenheiten bewußt und kamen ohne Hausjustiziar selbst mit gelegentlichen Tiefschlägen klar. Damals war alles besser.

Von vielen erst und immernoch als neumodische, vor Medienbrüchen nur so strotzende Hyperfluidität abgetan, erlangten Weblogs in einem mittlerweile durch und durch durchkommerzialisierten Netz in Windeseile erhebliche Aufmerksamkeit. Alte Hasen konvertierten und konnten einen reichhaltigen Fundus miterlebter und mitgestalteter Netzgeschichte aufbieten, neue Gesichter bereicherten oder schockierten durch neue Blickwinkel. Das Internet erlebte nicht den ersten Clash Of Cultures, doch immernoch lassen sich viele Verständnisprobleme auf die unterschiedliche Netzsozialisation ihrer Akteure zurück führen.

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Bekennerschreiben

Dem Rechtsanwalt Udo Vetter sind öffentlich zugängliche RSS-Aggregatoren, sogenannte “Planeten”, ein Dorn im Auge. Trat der Macher des Law Blogs für mich bisher als positives Beispiel eines offenbar nicht ganz zu unrecht mit Vorurteilen vorverurteilten Berufsstandes in Erscheinung, so sehe ich mich nun als Betreiber eines eben solchen Aggregators der parasitären Spezies der Blogdiebe zugerechnet, einer Spezies, der man mit Vorliebe durch Briefpost, die so “richtig Geld” kostet, zu Leibe zu rücken scheint.

Bisher habe ich Planeten nicht als Brutstätten geistigen Diebstahls wahrgenommen. Die meisten mir bekannten Vetreter dieser Gattung machen sich mitnichten fremde Inhalte zu eigen, sie weisen im Gegenteil klar Quellen und Herkunft der gelisteten Beiträge aus, verlinken diese in der Regel mehrfach und sind offensichtlich als Zusammenfassung externer Artikel zu verorten. Planeten sind ein vitaler Teil der Blogosphäre, die trotz aller Heterogenität von der gemeinsamen Vernetzung und Kategorisierung von Inhalten lebt. Auch wenn der geäußerte Wunsch auf Exkludierung eigener Inhalte zu respektieren ist, so erscheint das Selbstverständnis des selbstempfundenen Beklauten ein merkwürdiges zu sein, stellt das regelmäßige Interesse der aufgebotenen Referenzen doch vor allem eine Anerkennung der eigenen Schreibe dar. Nicht wenige Blogs finden so immer wieder neue Leser, denen sich gerade auf öffentlichen Aggregationsplätzen reichlich Gelegenheit zum neugierigen Weiterhangeln bietet.

Wie die meisten privat betriebenen Planeten ist planet basquiat nicht Selbstzweck, sondern zweierlei: Nonkommerziell und Nebensache, dabei für mich die äußerst komfortable Möglichkeit, in meinen favorisierten Blogs von beliebigen Rechnern und Standorten aus jederzeit stundenaktuell nach Lust und Laune zu stöbern, ohne die zigfach verteilte Masse an Informationen mit Klimmzügen bewältigen zu müssen. Der im Raum stehende Vorwurf der Eigenwerbung durch Instrumentalisierung fremder Inhalte wirkt schon bei einem Blick auf die Regelmäßigkeit hier erscheinender Beiträge absurd, denn Bloggen ist zumindest hier noch so ursprünglich, wie es vielleicht einmal war: Ein Hobby ohne kommerzielle Interessen oder Wettkampfabsichten. In meiner laienhaften Naivität kann zumindest ich mich so eher darüber freuen, wenn mein Blog das offensichtliche Interesse eines aggregierenden Netznachbarn geweckt hat, dessen Einbeziehung meiner Inhalte für mich eher Lob denn Diebstahl, wenn nicht sogar ein klein wenig Werbung ist.

Herrn Vetter habe ich aufgrund seiner geäußerten Einstellung zu Planeten selbstverständlich von meiner Liste zu aggregierender Blogs genommen, nicht ohne Enttäuschung. Im diesem Zuge werde ich zeitnah alle weiteren, auf planet basquiat gelisteten Blogs anschreiben, um einem etwaigen Wunsch auf Herausnahme aus meinem Planeten nachkommen zu können.

Dem Macher des Law Blogs danke ich für einige sehr gelungene Artikel. Es hat Spass gemacht, sie zu lesen.

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Raubkopieren für Nostalgiker

Die Zeit zeigt, wie’s geht: Raubkopien aus dem Netz sind out, audiophile Nostalgiker mit handwerklichem Geschick üben sich statt dessen im mehr oder weniger einfachen Nachgießen von Schallplatten. Das Ganze dauert dann auch nur knappe zwei Tage und kostet in etwa so viel wie drei oder vier digitale Silberlinge. Zur Wahrung der eigenen Reputation müsste der Raub hier wohl ein tatsächlicher sein, so keep your records save!

Via Schühchen.

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Free your Music!

Edward Felten berichtet in seinem Blog Freedom to Tinker von Äpfel und Birnen und einem auf mp3.com veröffentlichten Artikel, der dem verringerten Nutzwert DRM-“geschützten” Tonmaterials für den Endverbraucher eine weitere Note hinzufügt:
“Last week mp3.com reported on its testing of portable music players, which showed that playing DRM (copy-protected) songs drained battery power 25% faster in Windows Media players, and 8% faster on iPods, than playing the same songs using the unprotected MP3 format.”

Zurück zum Obst, denn der Vergleich war so keiner, zumindest kein fairer: Die begutachteten Musikstücke nämlich differierten im Grad der jeweils verwendeten Kompression und somit natürlich auch in ihrer Größe, die aufgrund häufigerer Plattenzugriffe negativ auf den Energieverbrauch der mobilen Kleinstplayer einwirkt - verlustfreie Formate dürften hier also regelmäßig das Nachsehen haben. Über den zusätzlichen Leistungshunger DRM-verseuchter Klangexkremente läßt sich trefflich spekulieren, vollkommen frei von jeden Kosten wird es jedoch weder zusätzliche Verschlüsselungsbarrieren noch eine regelmäßige Lizenzvalidierung geben.

Der Punkt, auf den Edwad Felten hinarbeitet, ist allgemeinerer Natur: Zweifelsohne haben verschiedene Dateiformate individuelle Vor- und Nachteile, die den benötigten Plattenplatz, die Klangqualität und letzlich sicherlich auch die Abspieldauer je Akkuladung beeinflussen. Jeder einzelne Nutzer wird hier seine eigenen Prioritäten haben, und manchesmal mögen diese Prioritäten von Woche zu Woche oder Album zu Album unterschiedlich sein, wichtig alleine ist die Freiheit, wählen zu können:

This is where DRM hurts you. In the absence of DRM, you’re free to store and use your music in the format, and the level of compression, that suits your needs best. DRM takes away that option, giving you only one choice, or at most a few choices."

Meine Präferenzen liegen bei gutem Klang und unabhängigen Formaten, kurzum: bei FLAC, dem “Free Lossless Audio Codec”, der leider nur von einer sehr überschaubaren Anzahl an portablen Playern unterstützt wird. Mir bekannt ist in diesem Kontext bisher nur der budgetsprengende Cowon iAudio X5L, der auf dem Papier derbst felst, angeblich aber gerade mit den von mir bevorzugten FLACs Probleme hat. Für Alternativen und Erfahrungsberichte bin ich daher jederzeit offen.

Derweil schreitet die Liberalisierung der Musikliebhaber weiter voran: Die Bastler des “AVR Butterfly MP3”-Projektes wollen der Knechtschaft marktregulierender Konzerne mit einem in Sachen Hard- und Software offenen Abspielgerät trotzen, das zudem einfach zu konstruieren und möglichst billig daherkommen soll. Design und Komfort allerdings können noch nicht ganz mit den Hochglanzprodukten aus fernöstlicher Massenproduktion mithalten, die Bestückung des Geräts legt den Fokus darüber hinaus auf das bekannte MP3-Format - ein interessantes Projekt, das meinen Ansprüchen so aber nicht genügt.

Vielleicht also doch lieber ein Player von der Stange? Was schon mit Blick auf die unglaubliche Präzision der mir eigenen Feinmotorik in Kombination mit glühend heißen Lötkolben mehr als ratsam erscheint, wird unter dem Eindruck der quelloffenen Rockbox-Firmware erst richtig interessant: Die Damen und Herren hinter diesem Open Source Projekt schliesslich bieten einen freien Firmware-Ersatz für diverse Player an, darunter Modelle von Archo, iRiver und Apple. Ein Projekt “für Diejenigen, die sich schon immer darüber geärgert haben, dass ihr iPod nur eine erbärmlich geringe Anzahl verschiedener Audioformate abspielen kann”, so Dennis im we*blog. Aus proprietärem Stuhl wird manchesmal eben doch Gold. I have an eye on you.

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Anmassung

Der Verein nutzniessender Erben, die GEMA, fordert 42 Zugangsprovider zur Sperrung missliebiger Websites auf. Betroffen sind in diesem Fall “Portale, die Links zum Herunterladen von Film- und Musikdateien über das P2P-Tauschbörsenprotokoll eDonkey bereitstellen”, so heise online.

Die Argumentation der GEMA ist dabei denkbar einfach: Über Seiten wie Eselfilme oder die Saugstube würden Millionen nicht lizensierter Dateien kopiert und damit gegen das Urheberrecht verstossen. Die Anbieter der eDonkey-Links sind in den Augen der GEMA “mittelbar an der durch den jeweiligen Endnutzer vorgenommenen Urheberrechtsverletzung beteiligt, indem sie diesem den Zugang zu der rechtsverletzenden Datei im Filesharing-System ermöglichen bzw. erleichtern und damit für den Download ursächlich werden”. Auch wenn der letzte Teil dieser Ausführungen rechtlich diskussionswürdig erscheinen mag, so kann man inhaltlich bis zu diesem Punkt zumindest bei einem Blick auf die erwähnten Portalseiten zustimmen. Doch darum geht es nicht.

Weil die Betreiber dieser “illegalen Download-Portale” in der Regel nach den Ausführungen der GEMA nur äußerst schwer oder garnicht ermittelbar und die Server selbst über die ganze Welt verstreut seien, wäre eine vorsorgliche und vorgreifende Zugriffssperre z.B. durch die Manipulation von DNS-Einträgen seitens der Provider in den Augen der GEMA zumutbar: “Der DNS-Server des jeweiligen Zugangsproviders kann so konfiguriert werden, dass Anfragen von Endnutzern nicht an den richtigen Server, sondern an eine ungültige oder eine andere vordefinierte Seite weitergeleitet werden.” Bemüht werden in diesem Zusammenhang der Paragraph 97 des Urheberechtsgesetzes sowie die EU-Richtlinie 2001/29/EG, die unter anderem besagt, dass “die Rechteinhaber gerichtliche Anordungen gegen Vermittler beantragen können, deren Dienste von einem Dritten zur Verletzung eines Urheberrechts oder verwandter Schutzrechte genutzt werden”.

Zur Wahrung der eigenen Forderungen haben die Provider nach dem Willen der GEMA nun Unterlassungserklärungen abzugeben, in denen sie sich bis zum 25. Juli zur Sperrung der von der GEMA genannten Seiten verpflichten - bei Zuwiderhandlung droht ab diesem Zeitpunkt dann eine Strafe von 100.000 Euro. Wer nicht fristgerecht unterschreibt, wird verklagt. It’s as easy as that.

Wenig verwunderlich lässt sich bisher keiner der angeschriebenen Zugangsanbieter auf dieses Schreiben ein, dessen Eingang zwar in der Regel bestätigt, aber selten kommentiert wird. Dass hier nicht im vorauseilenden Gehorsam nach der Pfeife der angeblichen Kulturbewahrer getanzt wird, überrascht kaum. Die willkürliche Sperrung von unliebsamen Webinhalten ohne vorherige, gerichtliche Klärung wäre schlicht ein Unding, das dem Missbrauch von vielen Seiten Tür und Tor öffnen würde. Rochus Wegener, Aufsichtsrat von Strato, kommentiert wie folgt: “Sofern wir von einer zuständigen gerichtlichen Instanz dazu aufgefordert werden, würden wir dieser Aufforderung zur Sperrung nachkommen. Die GEMA ist aber keine solche Instanz.”

Den Anmassungen der GEMA würde in logischer Konsequenz letzlich ein kaputtmanipuliertes Netz folgen, in dem DNS-Einträge nach Belieben umgebogen und IP-Adressen fallweise erreichbar sind - oder eben nicht. Wer wollte bei einer solchen Praxis noch nachvollziehen können, wer wann was und warum gesperrt hat? Wer für eventuelle Schadensersatzansprüche haften? Auch wenn sich Recht mitunter nur mühsam erstreiten lässt, so kann dieser Aufwand nicht den Wegfall individueller Klärungen der einzelnen Sachlagen rechtfertigen, die von niemand anderem als einer staatlich legitimierten und unabhängigen Instanz, nämlich den Gerichten selbst, vorgenommen werden dürfen.

Das Begehren der GEMA mag bei einem Blick auf die Angebotspalette der diversen Downloadportale verständlich sein, die ständige Anpassung geltenden Rechts zum Vorteil und Komfort einflussreicher Lobbygruppen muss aber ihre Grenzen finden - sie ist jetzt schon in vielen Fällen kaum noch verhältnismässig.

Nachtrag 20050702:

Lesenswert dazu: GEMA erlässt “Sperrverfügungen” (medienrauschen)

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Content YOU post

AIM Terms of Service: “Although you or the owner of the Content retain ownership of all right, title and interest in Content that you post to any AIM Product, AOL owns all right, title and interest in any compilation, collective work or other derivative work created by AOL using or incorporating this Content. In addition, by posting Content on an AIM Product, you grant AOL, its parent, affiliates, subsidiaries, assigns, agents and licensees the irrevocable, perpetual, worldwide right to reproduce, display, perform, distribute, adapt and promote this Content in any medium. You waive any right to privacy. You waive any right to inspect or approve uses of the Content or to be compensated for any such uses.”

Jabber existiert. Frei und sicher.

Via Thrashing Through Cyberspace.

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Geeignetes Vokabular

Kristian will ein paar ideologische Steine ins Rollen bringen und beschreibt sehr anschaulich und gekonnt, warum Dienste wie IzyNews von der Community nur mit begrenzter Begeisterung aufgenommen werden. Neu und passend sind in diesem Kontext die Begriffe der “kooperativen” und “kompetitiven” Wertschöpfung, “um den Bereich freie Software, Open Source, Creative Commons, Free Documentation License und dergleichen mehr von dem Bereich der kommerziellen Verwertung von Software, Texten, Musik, Filmen und anderem Intellectual Property abzugrenzen”.

Vereinfachend skizziert Kristian, warum auch die kooperative Sphäre ihre Allmende mit kompetitiven Spielregeln zu verteidigen weiss. Das dabei ein wenig schwarz-weiss gemalt wird, soll nicht unterschlagen werden. Selbst die Akteure des kooperativen Universums scheinen in ihrer Wahrnehmung allzu oft durch die Marketingmechanismen der kompetitiven Player gestört zu sein - eine Inkonsequenz, die nicht jeder mittragen will.

Natürlich gibt es mehr Mittelwege und Kooperationsmöglichkeiten, als es Kristians Artikel nahelegen mag. Dennoch ist die klare Linienziehung notwendig, um prinzipbedingte Probleme aus der Mannigfaltigkeit bestehender Nebenkriegsschauplätze herauszukristallisieren und eine geeignete, bisher kaum stattfindende Diskussion auf gesellschaftlicher und politischer Ebene zu ermöglichen. Das passende Vokabular wird dabei gleich mitgeliefert.

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Verschlossene Türen

Es ist ein Phänomen: Dozenten an Universitäten und Fachhochschulen scheinen zunehmend darauf bedacht zu sein, Ihre Vortrags- und Übungsfolien per Passwortabfrage vor wissbegierigen Blicken zu schützen. Eine zum größten Teil öffentlich finanzierte Lehre will die Allgemeinheit nicht am Ergebnis ihrer Arbeit teilhaben lassen, neu geschaffenes oder didaktisch mehr oder weniger gelungen aufbereitetes Wissen soll nur einem ausgewählten Kreis zugänglich sein. Kein Kollege und kein Student anderer Universitäten soll bei seiner Netzrecherche an den Früchten der eigenen Arbeit teilhaben dürfen.

Man mag sich die Frage nach der Motivation einer solchen Vorgehensweise stellen. Wohl kaum eine der so vor der Öffentlichkeit weggeschlossenen Folien wird wegweisende Erkenntnisse enthalten oder auf bisher unbekannten, revolutionären Kniffs didaktischer Natur basieren. Selbst wenn dem so wäre: Sollten nicht gerade und unbedingt dann solche Ergebnisse denen, die Wissen wollen, zugänglich gemacht werden? Bildung sollte jedem, den danach dürstet, verfügbar sein, sie sollte nicht zu einem elitären Luxusprivileg verkommen, auch wenn manche Strömungen meist konservativer Prägung das hin und wieder anders sehen mögen.

Alles Wissen dieser Welt baut aufeinander auf, eine Erkenntnis fußt auf der anderen, nichts und niemand hat sich in einem Reinraum wissenschaftlicher und kultureller Leere entwickelt. Das übertriebene Versteifen auf das viel diskutierte “geistige Eigentum” in allen Lebenslagen entzieht diesem Prinzip seinen zugrundeliegenden Nährboden. Zu Ende gedacht gereicht ein solches Verhalten einzelnen zu vermeintlichem Vorteil, aber einer jeden Gesellschaft zum dauerhaften Nachteil.

Was für kommerziell getriebene Interessen legitim erscheinen mag, sollten die Stätten gesellschaftlich getragener Bildung schon aus eigener Überzeugung entschieden verneinen.

“In meinen Augen ist es niemals ein Verbrechen, Wissen zu stehlen. Es ist ein guter Diebstahl... Der Pirat des Wissens ist ein guter Pirat. Wenn ich noch einmal jung wäre, dann würde ich ein Schiff bauen, das so hieße: Pirat des Wissens. Was in der Wissenschaft derzeit schlimm ist, ist dass die Firmen ihr Wissen kaufen und es deshalb geheim halten wollen. Und deshalb werden die Piraten morgen die sein, die im Recht sind. Man wird das Geheimnis piratieren.” [Michel Serres]

Soweit mein kurzer Rant in eigener Sache, konnte ich mich doch eben nicht an das Passwort der von einem unserer Übungsleiter bereitgestellten Folien erinnern. Nervtötend.

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