/* basquiat's lovely winter riot */: a unique and beautiful snowflake in your heart's lovely winter riot

Neophobic Scrobblers?

Last.fm - erklärter “Web 2.0”-Favorit des Hauses - hat nach Monaten der Betaphase ein neues Erscheinungsbild. The times they are a-changin’, doch nicht jedem passt das aktuelle Konzept: keine Evolution, sondern blutige Revolution, kein Facelift, sondern zuviel Wannabe-Facebook, kein Fortschritt, sondern schlichter Rückschritt im Design, so die zahlreichen Aufschreie im empörten Teenagerslang. Dabei hat die Arbeit der Last.fm-Macher durchaus auch Lob verdient: gescrobbelte Updates sollen nun in Echtzeit ihren Niederschlag in dynamisch generierten Hitlisten finden, das Handling der eigenen Library hat sich vor allem mit Blick auf die Verwaltung persönlicher Favoriten stark verbessert.

Das Design - nun, Geschmackssache, aber keinesfalls die apokalyptische Katastrophe, die vom neuen Layout offensichtlich überraschte Nutzer schon nach dem ersten Klick in Blog- und Forenkommentaren an die Wand malten. Zeit zum Umgewöhnen gab man sich nicht - »Fuck you, this layout sucks, bring back the old style, I’ll quit my subscription, CAPITAL CAPITAL EXCLAMATION MARK« fasst das Niveau der meisten Diskussionen hinreichend zusammen. Auch wenn nicht alles perfekt gelöst und stellenweise überladen erscheint, empfinde ich das neue Design als erfrischender, interaktiver, schlicht spannender im Vergleich zum Aussehen des Vorgäners.

Hinter dem Relaunch der Website stecken auch handfeste, wirtschaftliche Gründe, und so mancher wird Befürchtungen bestätigt sehen, die mit dem Kauf von Last.fm durch CBS eine kommerziellere Neuorientierung des Angebots voraussagten. So will Last.fm nun mit stark personalisierter Werbung zielgruppenorientiert auf Kundenfang gehen - »Interactive advertising will be at the heart of the next generation of web marketing, says the social music site« berichtet Times Online und führt aus:

»A new type of web advertising that interacts with the site on which it appears is to make its debut on Last.fm, the social music site. [...] An example of the new ‘smart’ adverts displays an image of a mobile phone handset which changes according to what the Last.fm user is doing. For instance, if someone is listening to Bon Jovi, the phone would appear to start playing a Bon Jovi track, showing off its MP3 player. Hotel chains will be able to tap into a Last.fm user’s list of favourite artists and display adverts for hotels in cities where those artists have upcoming gigs.

Vorhersehbar wird diese Art der personalisierten Werbung nicht nur Zustimmung finden, und so lesen sich manche Antworten von Russ Garrett auf entsprechende Fragen rechtfertigend, ja fast verteidigend:

We honestly don’t want advertising on the site (and I think we’ve done pretty well so far), but unfortunately we have to run a business and so advertising is a fact of life. We try and keep it low-key, but if someone offers us a vast amount of money for doing something which doesn’t completely run against our whole ideals then we kind of have to do it to stay alive. We’re currently wallpapering some of our landing pages for advertisers, which I don’t think looks too bad, especially if you’re not keen on our new white background. Personally, I think this is unfortunate timing. As I mentioned in my previous post, we aren’t trying to squeeze as much money as we can out of our users. That certainly wasn’t the point of the site design. But (cynically speaking) it’s also a good selling point to try and get advertisers to buy space. Such is life.

Das sind Informationen, die man an anderen, prominenteren Stellen der Last.fm-Präsenz vermisst, eine fehlende Transparenz, die zu Recht kritisiert werden kann. Möge sich ein jeder eine eigene Meinung bilden, vorzugsweise nicht im Affekt, sondern mit etwas abwägendem Abstand. Wer mit personalisierter Werbung wenig Probleme hat und sein ästhetisches Empfinden mit der neuen Präsentationsfrom in Einklang bringen kann, wird vermutlich weiterhin dem Service der selbsternannt sozialen Musikrevolution treu bleiben, andere wieder werden - ebenso verständlich - entgegengesetzte Konsequenzen ziehen. Die Diskussion läuft, ob mit Notbremse zum oben verlinkten Blogpost oder innerhalb der eigenen Last.fm-Feedback-Foren.

Meiner einer wird tapfer weiterscrobbeln.

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Kopien brauchen Originale

Separated at birth?
Ein erster, schneller Blick drängt unabwendbar die Frage auf: Wer sind die Macher der sozialen Netzwerke hinter Facebook und studiVZ, und viel mehr: Wie hängen sie zusammen? Nun, hinter ersterem steckt vor allem der ehemalige Harvard-Student Mark Zuckerberg, der bereits im Februar 2004 sein Projekt der Öffentlichkeit zugänglich machte. Mittlerweile befindet sich der erst 22jährige Zuckerberg angeblich in milliardenschweren Verkaufsgesprächen mit Branchenriesen wie Microsoft oder Yahoo - wieviel da dran ist, vermag die Zukunft zu sagen. Seinen Schlaf jedoch lässt sich der jugendliche Entrepreneur davon in keinem Fall rauben.

Hinter dem beeindruckend rasant wachsenden studiVZ hingegen stehen die Studenten Ehssan Dariani (VWL, 25 Jahre), Dennis Bemmann (Informatik, 27 Jahre) und - später hinzugekommen - Michael Brehm (BWL, 26 Jahre). Seit dem Launch der Seite im November 2005 gruschelt sich das Projekt von Höhepunkt zu Höhepunkt - mit nun bereits über 600.000 Mitgliedern ist dort angeblich beinahe jeder vierte deutschsprachige Student vertreten. Unterstützt wird das Berliner Startup übrigens von Oliver Samwer, der vielen noch durch seine Unternehmensgründung Jamba! in zwiespältiger Erinnerung geblieben sein dürfte.

Während Unister wegen mangelnder Kommunikationskompetenz nicht ganz zu Unrecht eine Weile durch’s virtuelle Dorf getrieben wurde, genießt das Studiverzeichnis einen relativ guten Ruf, ungeachtet vieler Plagiatsvorwürfe: Facebook war offenbar nicht nur Vorbild, sondern das Original der - von manchen als zu billig erachteten - Kopie. Auch die Online-Enzyklopädie “Wikipedia” thematisiert diesen Eindruck:

Sowohl Funktionsumfang als auch graphische Gestaltung erinnern stark an das amerikanische Facebook. Zwar orientieren sich beide an dem Standardlehrbuch “The CSS Anthology: 101 Essential Tips, Tricks & Hacks” von Rachel Andrew, jedoch darf bezweifelt werden, daß die exakte Übereinstimmung von vielen Menüpunkten und Funktionen mit Facebook darauf zurückzuführen ist.

Wer vergleicht, der zweifelt nicht. Das Plagiat ist, selbst mit viel Wohlwollen, ein dreistes. Michael Bumann zeigt so in seinem Beitrag die schnelle Metamorphose des studiVZ zum Facebook mittels weniger Zeilen Javascript auf und spekuliert nicht ganz ohne Grund, dass das auf den deutschen Seiten eingebundene “myfb.css” seinen Ursprung in “myFaceBook” findet. Das Basic Thinking Weblog erspäht folgerichtig Klonschafe auf der Flur des “Web 2.0” und fragt sich, warum es nicht gelingt, “originär eigenständige Anwendungen hier bei uns herauszubringen”.

studiVZ funktioniert, macht Spass und ächzt doch manches Mal unter der Last seines schnellen Aufstiegs. Ein allzu offensichtliches Übernehmen von Idee und Design jedoch hinterläßt einen schalen Beigeschmack - hier wird keine eigene Vision verwirklicht, sondern auf dem Trittbrett mitgefahren. Das Basic Thinking Blog meint:

Nun könnte man sagen, dass ist ökonomisch wunderbar. Wer keine Impulse setzt, wer keine neuartigen Anwendungen herausbringt, geht geringe Risiken ein. Und kann dennoch oW erfolgreich sein. OpenBC war Ryze.com, Sevenload ist/war Mini-Flickr/YouTube, Yigg ist Digg, StudiVZ ist Facebook, wer wird MySpace und wer wird Flickr?
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Frischzellenkur

Andrew Rutledge hatte ein wenig Zeit abzuzweigen - und offensichtlich ein gutes Gespür dafür, wie sich ein Webdesigner in den verlorenen Weiten des Netzes ins Gespräch zu bringen (oder dort zu halten) hat. Nein, den einfachen Spaß an der Sache möchte ich dem Pixelschubser aus Dallas nicht vollends absprechen, manche Leute haben schliesslich auch heutzutage noch Freude an dem, was sie tun. Google Redux nennt er einen Design-Prototypen, der seine Vision einer gelungenen Frischzellenkur für die Suchhunde aus Mountain View illustriert.

Schön (und unumgänglich) ist, dass Rutledge mit Bedacht an die angenehm schlichte Startseite des Marktführers heranging. Was herausgekommen ist, kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn nach meinem Geschmack die zentralen Such-Buttons etwas deplaziert wirken. Doch wie meinte schon Maude: “Ästhetisches Verständnis braucht eben seine Zeit” (oder so ähnlich). Ob das massive Blau nun besser ein Grün wäre oder doch lieber im dezenten Grau daher kommen sollte, nunja - die Idee ist klar.

Interessant (und vermutlich erheblich diffiziler umzusetzen) fände ich in diesem Zusammenhang, wie personalisierte Startseiten dem neuen Design anzupassen wären. Ich sehe feingeschliffenstes CSS nur so funkeln und glänzen und damit dem Zeitgeist entsprechend aufdringlich unaufdringlich wirken - das kann bekanntlich richtig gut aussehen, muss es aber nicht, und schon garnicht überall. Allzuviele Freiheiten bleiben dem geneigten Grafiker bei gleichbleibender Informationsdichte wohl auch kaum übrig...

Von der Fülle der Dinge noch schöner erschlagen lassen?

Gut, runder, das wäre es mit Sicherheit.

Via Google Design redesigned (Blog Age)

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Rebirth of the Cool

Long time no see: Auch wenn es manch einem erst wie eine aus freien Stücken gewählte Abstinenz erschienen sein mag, so liegen die Gründe für das langanhaltende Fernbleiben aus der ominösen Gemeinschaft der klowandbesudelnden Meinungsanmaßer zu einem erheblichen Maße an von mir nicht wirklich zu beinflussenden Größen. An erster Stelle ist hier sicherlich mein halbjähriges Praxissemester zu nennen, welches mich erbarmungslos in den Tagesrhytmus der arbeitenden Bevölkerung gestoßen hat (und mich immernoch dort festhält). Die (für studentische Verhältnisse) nicht wirklich üppige Restfreizeit möchte zumindest ich nicht nur vor dem ewig lockenden Rechenknecht verbringen, sondern eben auch als Übung zur Verteidigung des künftigen Privatlebens in einer lohnabhängigen Zukunft verstanden wissen... mehr dazu sicherlich in einem anderen Artikel, vorab nur so viel: Spass macht’s!

Es begab sich also an einem 27. oder 28. Dezember des vergangenen Jahres, so ganz genau weiss ich das nicht mehr, als mein Bruder und ich im trauten, noch weihnachtlich gestimmten Familienkreis überdurchschnittlich gut gemästet die Nicht-Erreichbarkeit unseres Servers zur Kenntnis nehmen mussten. Bis dato war die Domäne “basquiat.de” eine von vielen auf meines Bruders Root-Server, dem Tummelplatz unzähliger Websites, Zielgruppen und “Kunden”. Ein Anruf beim damaligen Provider offenbarte ernüchterndes, war der komplette Rechner doch aufgrund ausgehender DoS-Attacken vom Netz genommen worden, eine Wiederbelebung möglich, aber mit einer saftig bewehrten Verstragsstrafe bei erneuten Vorkommnisen verbunden - 5050 Euro (Zitat: “In Worten: fünftausendfünfzig Euro”) sollte eine jede Zuwiderhandlung nach sich ziehen. Die Stimmung zu diesem Zeitpunkt war auf unserer Seite verständlicherweise ein wenig gedämpft, und so machten wir uns auf die Suche nach Alternativen. Da weder mein Bruder noch ich grosse Lust verspürten, die eigenen Freizeit in die regelmässigere Wartung eines Servers zu investieren, fiel unsere Wahl schliesslich auf ein vom Provider gepflegtes System, das damit zwar weniger Flexibilität, aber eben auch weniger Arbeit bedeutete. Backup und Restore kosteten ihre Zeit, waren aber im Vergleich zur Dauer der anfallenden Domänentransfers vernachlässigbar. Im klaren Bewußtsein darüber, dass die Sicherheit der eigenen Server ureigenste Verantwortung ist, möchte ich dennoch dem intellektuell offenbar reichlich entkernten Individuum für seine Handlungen und ein paar versaute Festtagsstunden sowie reichlich anschliessende Mühen danken.

Sei es drum, “basquiat.de” präsentiert sich in leicht erneuerter Pracht. Das Design ist “runder” und nicht mehr ganz so deckend weiß, wobei sich besagte Rundungen bei Gecko-basierten Browsern dank der (noch nicht) standadisierten “-moz-border-radius”-Property durchaus im wörtlichen Sinne bemerkbar machen. Warten wir ab, was CSS3 bringt. Zu einer abschliessenden Entscheidung, ob ich das Runde nun dem Eckigen vorziehe, bin auch ich noch nicht gelangt.

Zugegeben, etwas Wehmut schwingt sicherlich auch bei diesem Relaunch mit. Was habe ich nicht alles verpasst! Unzählige Vorlagen zu ausschweifenden (und manchesmal sogar guten) Rants zogen ungenutzt an mir vorbei, die immer skurillere Politik (verdanke ich dieses Adjektiv nun der Lektüre von Anton Wilson und Robert Shea?) ebenso wie sich das in Teilen nun wirklich unabstreitbar suspekt entwickelnde Bloggertum betreffend. Nein, irgendwann gehören die bemüht nachdenklichen Sprecher der immer mehr Verbreitung findenden Podcasts ordentlich abgewatscht, und auch manche Selbstgefälligkeit bekannter Schreiberlinge bringt einen immer näher an die Schmerzgrenze - mal sehen, inwieweit ich da mithalten kann...

Abschließend der wirklich gerechtfertigte und hiermit ehrlichst gehuldigte Dank meinem Bruder, der den Großteil des Schlamassels über sich hatte ergehen lassen müssen, obwohl auch er gerade dieser Tage mehr als ausreichend in andere Dinge eingespannt ist. Danke!

Sollte manches noch etwas unrund laufen, so bin ich für einen Hinweis hierüber stets dankbar. Ich würde mich sehr wundern, hätte ich in der Eile keinen gröberen Schnitzer an der einen oder anderen Stelle verbockt.

Kallisti!

(Siehe auch: Totgeglaubte leben länger)

Nachtrag:

Auch Spreeblick (noch mehr hier) war zwischenzeitlich das Opfer herumirrender Netzasozialer - dort hat’s allerdings nur eine Weiterleitung erwischt. Dennoch wenig erbaulich, und hoffentlich keine aufkommende Trendsportart - “Shoot my Blog”.

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Die ultimative Lobhudelei

Heise online berichtet über eine Untersuchung des Bundeswirtschaftsministeriums, nach der nur 45 Prozent der Unternehmen mit weniger als neun Mitarbeitern eine eigene Homepage haben - meist des “fehlenden Know-Hows” wegen. Oft seien aber auch die Seiten der im Netz vertretenen Unternehmen nicht viel mehr als inhaltsleere Visitenkarten, die kaum Informationen abseits des lokalen Wetters böten. Neue Vertriebskanäle würden so kaum erschlossen.

Aus diesem Grund berät Guido Zakrzewski vom Beratungs- und Informationszentrum Elektronischer Geschäftsverkehr (BIEG) Hessen seit einiger Zeit die Mitglieder der Industrie- und Handelskammern:

Das BIEG rät den Unternehmen, ihren Internet-Auftritt von Profis entwerfen zu lassen. Die Kosten zwischen 1500 und 4000 Euro machten sich schnell bezahlt. “Nichts ist schlimmer als eine amateurhaft gestaltete Homepage”, warnt der Fachmann. Zu den schlimmsten Fehlern gehörten inhaltsleere Seiten, auf denen keine Angaben über Produkte, Dienstleistungen oder Preise zu finden sind. [...] Die Startseite müsse klar gegliedert sein und einen schnellen Zugriff auf die gesuchten Informationen ermöglichen. Lange Fließtexte, zu viele Bilder und grafische Elemente, eine zu kleine Schrift und lange Ladezeiten wirken eher abschreckend auf die Besucher [...] “Der Kunde, aber auch der Konkurrent sind nur einen Klick weit entfernt”.

Vermutlich um anderen Unternehmen ein Beispiel zur Orientierung zu geben, vergibt das Deutsche Handwerk mittlerweile einen der unzähligen, netzweiten “Internetpreise”. Die Begründung der Jury für den erkorenen Preisträger des Jahres 2002, den Flötenbauer Mollenhauer aus Fulda, liest sich überzeugend:

Der Jury hatte besonders gut gefallen, dass das Unternehmen “virtuos alle Register der Internetpräsentation zieht”. So gibt es für Kunden nicht nur eine Bestellmöglichkeit, Musikliebhaber können sich auch über Seminare informieren, Wissenswertes über die Instrumente erfahren oder sich sogar über eine Webcam den Bau einer Blockflöte in einer Werkstatt anschauen. Zudem gibt es “Einstiegstore” zu weiteren Seiten rund um die Blockflöte.

Wie wichtig dem Unternehmen eine gelungene Internetpräsenz ist, unterstreichen die weiteren Ausführungen des Artikels auf heise online, in denen auch die finanziellen Seiten eines solchen Angebots zur Sprache kommen:

Das Unternehmen investiert einen sechsstelligen Betrag pro Jahr in den Web-Auftritt, zwei Mitarbeiterinnen kümmern sich ausschließlich um die Gestaltung der Seiten. Trotz der hohen Kosten sieht Kunath die professionelle Homepage als richtigen Weg: “Wir erreichen so viele Kunden, wie wir niemals über Postsendungen oder Werbung in Zeitschriften erreichen könnten.”

Die Erwartungen beim spontanen Klick auf die Sieger-Seite sind nach diesen unzähligen, lobenden Worten vergleichsweise hoch, werden aber schnell und recht unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Man fragt sich unvermittelt und ungläubig, ob denn tatsächlich diese Seite gemeint war, und ja, sie war es offensichtlich.

Einige ausgewählte Highlights:

<head>
<meta http-equiv=“Content-Type” content=“text/html; charset=windows-1252”>
<meta name=“GENERATOR” content=“Microsoft FrontPage 5.0”>
<meta name=“ProgId” content=“FrontPage.Editor.Document”>
<title>Neue Seite 1</title>
</head>

<frameset rows=“113,81%” frameborder=“no” border=“0”>
    <frame src=“main/banner.htm” name=“banner” 
    noresize scrolling=“no” frameBorder=“0”>
    <frame src=“main/index2.htm” name=“banner”
    noresize scrolling=“no” frameBorder=“0”>
</frameset>

“Nichts ist schlimmer als eine amateurhaft gestaltete Homepage”, warnt der Fachmann. Zweifelsohne kein Einzelfall, und somit sicherlich noch nicht einmal der Bodensatz real existierender Firmenhomepages. Stellt sich also die Frage, welche Qualen die Jury beim Betrachten der geschlagenen Konkurrenz über sich ergehen lassen musste.

Ohne eine weitergehende Kommentierung (oder Vorwarnung) überlasse ich hiermit den geneigten Leser der eigenen Meinungsbildung.

2491 Klicks

Inkompatibel

Google hat die Lehren aus dem äußerst erfolgreichen Marketingkonzept im Falle des hauseigenen “Social Network” Dienstes Orkut gezogen und macht beim noch im Betastadium befindlichen Mailservice Gmail genau deshalb (fast) alles wie gehabt: Immernoch verleiht der Hauch des Exklusiven einem eigentlich banalen Dienst ein elitäres Antlitz, teilnehmen kann nur, wer eine Einladung erhält - Google ist mittlerweile allerdings großzügiger geworden und streut diese recht breit. Um Publicity braucht man sich derweil nicht zu sorgen: Google preschte mit dem damals noch exorbitant wirkenden Versprechen, jedem User 1 Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung stellen zu wollen, vor - andere folgten. Glaubt man dem aufmerksamkeitsökonomischen “only no news are bad news”, dann trugen auch die Querelen um den Börsengang des Suchmaschinenherstellers und die Privacy Politik des genannten Mailservices letzlich nur zu einer größeren Bekanntheit der Angebote bei.

Meine ersten Eindrücke waren allerdings trivialerer Natur und weniger euphorisch: Unter Verwendung des KDE Browsers “Konqueror” wollte mich Googles Emaildienst nicht ohne Umwege an dem neuen, informationstechnischen Paradies teilhaben lassen:

Du kommst hier nicht rein!

Die Erklärung für dieses Verhalten folgte dann auch prompt:

I’m sorry, too.

Nun, Gmail befindet sich wie gesagt offiziell in der Betaphase - solche Anpassungsprobleme sind also zu verschmerzen und sollten in diesem Stadium noch zu keiner Bewertung herangezogen werden - Google hat bisher ein ums andere mal bewiesen, dass man durchaus in der Lage ist, große und innovative Projekte zu stemmen.

Etwas nachdenklicher machte mich nur folgende Meldung, die mich nach dem “Fälschen” der Browserkennung (Konqueror gab sich als IE 5.5 auf Windows 2000 aus) erwartete:

ActiveX? Not available here...

Auch wenn’s wohl bei den meisten WinDAUs funktionieren mag: Das will man so nicht.

Bleibt noch ein weiteres Gadget in diesem Zusammenhang zu evaluieren: GmailFS.

GmailFS provides a mountable Linux filesystem which uses your Gmail account as its storage medium. [...] GmailFS supports most file operations such as read, write, open, close, stat, symlink, link, unlink, truncate and rename. This means that you can use all your favourite unix command line tools to operate on files stored on Gmail (e.g. cp, ls, mv, rm, ln, grep etc. etc.).

Klingt soweit spassig, ich bin mir allerdings recht sicher, dass Google diese Art der Nutzung nicht unbedingt gerne sieht und in naher Zukunft eventuell für beabsichtigte Inkompatibilitäten sorgen wird. Achja, Gmail: IMAP wäre toll, IMAPS großes Kino.

Meine alltägliche Mail lasse ich jedoch weiterhin präferiert über eigene Server laufen - Google, Orkut und Gmail gemahnen in ihrer Kombination in beängstigender Art und Weise an eine Informationen einsaugende und für Aussenstehende nicht mehr nachvollziehbar verknüpfende Datenkrake. In diesem Zusammenhang fällt mir der Artikel des Linux Magazins zur Oscon 2004 ein: “Open Content ist das neue Stichwort”. Tim O’Reilly warnte eben dort vor einem “Data Lock-In”: “Von der Allgemeinheit erzeugte Daten wie Produktempfehlungen bei Amazon oder E-Mail-Archive bei Google Mail sollten nicht von wenigen Anbietern kontrolliert und weggesperrt werden.

Als da noch waren: Bye Bye Orkut.

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